Was ist Übergare?
Übergare ist die letzte der drei Garstufen und beschreibt einen Teig, der zu lange gegärt hat. Hefen und Milchsäurebakterien haben fast alles aufgebraucht, was sie an Nahrung hatten, und Säure und Enzyme bauen das Klebergerüst weiter ab. Der Teig verliert seine Spannung, hält die Gärgase nicht mehr und sinkt in sich zusammen, statt im Ofen nach oben zu treiben.
Woran du Übergare erkennst
Am schnellsten antwortet dir der Teig auf den Finger: Drückst du eine Delle hinein und sie bleibt einfach stehen, ist er drüber – matt und matschig, ohne Widerstand. Auch die Nase verrät es. Statt mild-milchig riecht ein übergarer Teig scharf und stechend, weil sich die Essigsäure vordrängt. Dazu läuft er breit und sinkt zusammen, sobald du ihn bewegst.
Warum gerade im Sommer
Wärme beschleunigt die Gärung: Als grobe Faustregel halbiert sich die Gärzeit pro rund 10 °C mehr. Damit schrumpft das Zeitfenster, in dem der Teig genau richtig ist. Eine Stunde Unaufmerksamkeit, die der Teig im Winter verzeiht, reicht im Sommer, um ihn über den Punkt zu kippen.
Lässt sich ein übergarer Teig noch retten?
Ja. Geschmacklich ist er völlig in Ordnung, er geht nur nicht mehr hoch und rund auf. Wichtig ist, jetzt nicht zu warten, sondern schnell zu backen. Lässt er sich noch formen, kommt er in den Topf, sonst gibt ihm eine Kastenform von außen Halt. Ist er nur noch eine Pfütze, werden Brotcräcker oder Fladenbrot daraus.
Wie du Übergare bei Hitze gezielt vorbeugst und einen übergaren Teig rettest, liest du ausführlich im Artikel Übergare vermeiden: So führst du deinen Teig bei Hitze.
