Neulich hat mich meine Kollegin Karin gefragt: „Sag mal, Bine, redest du eigentlich mit deinem Sauerteig?“

Ich hab gelacht: „Natürlich. Er heißt Robert und ist ein feiner Kerl.“

Sie hat mich angeschaut, als hätte ich einen Dachschaden. „Du gibst deinem Teig einen Namen?“

Ja tue ich … schon seit fünf Jahren. Er heißt Robert – mein Roggenstarter. Ich achte darauf wie es ihm geht. Ich füttere ihn regelmäßig und sorge für seine Wohlfühltemperatur.

Ein Name verändert, wie du mit deinem Starter umgehst. Das klingt esoterisch, ist aber Psychologie. Aus einem Ding wird ein Lebewesen, um das du dich kümmerst.

Von Hermann bis Blubbeline, von klassisch bis kreativ – ich zeige dir, warum dein Starter einen Namen braucht und wie du den richtigen findest.

Warum gibt man einem Sauerteig Namen?

Sauerteig ist lebendig und das nicht nur im sprichwörtlichen Sinn. In deinem Glas arbeiten Millionen Hefen und Bakterien. Sie vermehren sich, sie atmen, sie reagieren auf Temperatur und Nahrung. Dein Starter verhält sich wie ein Organismus.

Wenn du ihn „der Starter“ nennst, bleibt er ein Ding. Etwas, das im Kühlschrank steht. Du denkst: „Ach, den Starter muss ich mal wieder füttern.“ Irgendwann. Wenn Zeit ist.

Wenn dein Starter Robert heißt, wird es persönlicher. Du denkst: „Robert wartet seit einer Woche.“ Das klingt anders. Das fühlt sich anders an. Du baust eine Verbindung auf.

Psychologen nennen das „Anthropomorphisierung“ – wir übertragen menschliche Eigenschaften auf Dinge oder Lebewesen, um eine Beziehung aufzubauen. Du machst das mit Haustieren, mit Pflanzen, mit Autos. Und es funktioniert auch mit Sauerteig.

Ich habe Robert wirklich noch nie hängenlassen. Meinen ersten Starter – den ohne Namen – habe ich immer wieder vergessen. Wochenlang stand er da, bis sich braune Flüssigkeit obendrauf bildete. Ich hatte keine Bindung. Es war nur „der Starter“.

Ein Name schafft Verantwortung. Nicht aus Pflicht, sondern aus Fürsorge.

Sauerteig Starter Friedrich blubberte im Schneidersitz männlicher Startername

Die Klassiker – Namen, die jeder kennt

Der bekannteste Sauerteig-Name ist Hermann. Den kennen viele noch aus den 70er und 80er Jahren. Damals wurde der Hermann-Teig in Ketten weitergegeben – ein Starter, den man alle paar Tage fütterte und dann einen Teil davon an Freunde verschenkte. Eine Art kulinarisches Kettenbrief.

Hermann war ein süßer Hefeteig-Starter, kein klassischer Sauerteig. Aber das Prinzip war gleich: füttern, teilen, weitergeben. Der Name Hermann blieb hängen, weil er so alltäglich klang. Kein pompöser Name, sondern einer, den jeder kannte.

Heute gibt es viele klassische deutsche Namen für Sauerteig-Starter:

  • Siegfried – für die herzhafte Variante
  • Werner – robust und verlässlich
  • Jakob – ein Name, der in vielen Bäckerfamilien vorkommt
  • Sepp – besonders in Süddeutschland und Österreich beliebt
  • Hilde – oft für Weizen- oder Lievito-Madre-Starter

Aber warum sind gerade deutsche Namen so beliebt? Ich denke, weil Sauerteig in Deutschland Tradition hat. Roggenbrot, Schwarzbrot, Bauernbrot – das sind Namen, die nach Heimat klingen. Da passt ein Hermann oder eine Hilde besser als ein Kevin.

Lustige Namen für Sauerteig – Von Blubb bis Sauer-Man

Nicht jeder will einen klassischen Namen. Manche mögen es lieber kreativ. Besonders auf TikTok und Instagram sehe ich immer wieder witzige Sauerteig-Namen, die mich zum Schmunzeln bringen.

Wortspiele sind beliebt:

  • Teig-Wart (für Harry-Potter-Fans)
  • Bläschen-Berta (weil sie so schön blubbert)
  • Sauer-Man (für Marvel-Fans)
  • Krümel-Monster (selbsterklärend)

Aus Film und Fernsehen:

  • Yoda (weil er weise ist und lange lebt)
  • Gollum (weil er lebendig wirkt und ein bisschen gruselig riecht)
  • Baby Groot (weil er wächst und gepflegt werden muss)

Mein Favorit aus der Community: Blubbeline. Eine Leserin hat mir geschrieben, dass ihr Starter so heißt, weil sie beim ersten Blubbern vor Freude fast geweint hat. Der Name blieb.

Sauerteig Starter Frida weiblicher Name selbstbewusste Pose

Namen für Sauerteig Starter – 50 Ideen nach Kategorien

Hier sind 50 Ideen, sortiert nach Kategorien.

Männliche Namen

Nr.Name
1Hermann
2Siegfried
3Robert
4Werner
5Jakob
6Franz
7Gustav
8Otto
9Karl
10Friedrich
11Hans
12Sepp
13Ludwig
14Bruno
15Heinrich

Weibliche Namen

Nr.Name
16Hilde
17Martha
18Frieda
19Grete
20Liesel
21Berta
22Irmgard
23Gertrud
24Emma
25Clara
26Mathilde
27Rosa
28Lotte
29Alma
30Käthe

Neutrale & Niedliche Namen

Nr.Name
31Bubi
32Krümel
33Blubb
34Spätzle
35Knödel
36Flöckchen
37Bubbles
38Flausch

Literarische & Film-Namen

Nr.Name
39Gandalf
40Merlin
41Yoda
42Gollum
43Frodo
44Bilbo
45Dobby

Wissenschaftliche Namen

Nr.Name
46Einstein
47Darwin
48Marie (nach Marie Curie)
49Tesla
50Newton
Sauerteig Starter Robert als Superheld mit Cape und Maske Roggen-Robert Superhelden-Status

Mein Sauerteig heißt Robert – und so kam es dazu

Ich habe meinen Starter nicht sofort Robert genannt. Am Anfang war er einfach „der Roggenstarter“. Ich hatte ihn angesetzt, gefüttert, beobachtet. Nach einer Woche war er stabil. Aber einen Namen hatte er nicht.

Ich saß mit einer Tasse Kaffee in der Küche, habe das Starter-Glas angestarrt und gedacht: Der braucht einen Namen. Irgendwas mit Roggen. Ro… Roggen… Ro-bert?

Ich musste schmunzeln. Roggen-Robert. Als mein Sohn klein war, lief bei uns Spongebob rauf und runter. Auf DVD, als Hörspiel, im Fernsehen. Ich kenne gefühlt jede Folge auswendig. Und sofort hatte ich die Folge mit Blaubarsch-Bube und Meerjungfrau-Mann im Kopf. Roggen-Robert – das klang nach Superheld. Perfekt.

Also stellte ich meinen Freunden stolz vor: „Das ist Roggen-Robert, mein Starter.“

Die Reaktion war jedes Mal die gleiche. Jemand schrie: „ROOOOBEEEERT!“ – wie Carmen Geiss, wenn sie nach ihrem Mann ruft. Jedes. Verdammte. Mal.

Irgendwann habe ich das „Roggen“ weggelassen. Aber Robert blieb. Mit vollem Superhelden-Status und Geiss-Potenzial.

Welcher Name passt zu deinem Starter?

Ich würde meinem Starter erst dann einen Namen geben, wenn er die Ansetzphase überstanden hat. Und auch dann braucht es manchmal ein paar Tage bis der „richtige“ Name im Kopf ist. Hier sind vier Tipps, die dir bei der Namensfindung helfen:

Tipp 1: Gib ihm Zeit, Persönlichkeit zu zeigen

Lerne deinen Starter kennen. Wie schnell geht er auf? Wie riecht er? Ist er zickig oder robust? Robert war am Anfang nur „der Roggenstarter“. Erst nach einer Woche wusste ich, wie er tickt. Manchmal passt ein Name erst, wenn du gesehen hast, ob dein Starter ein Sprinter ist oder eher gemütlich vor sich hin blubbert. Nimm dir die Zeit.

Tipp 2: Charakter schlägt Kreativität

Mein Weizen-Starter Bob ist langsamer als Robert. Er braucht 8 Stunden statt 6. Bob passt – der Name klingt gemütlich, fast ein bisschen träge. Robert klingt schneller, energischer. Das passt zu meinem Roggenstarter, der schon nach 4 Stunden loslegt. Ein kreativer Name ist schön, aber wenn er nicht zum Charakter passt, nutzt er dir nichts. Lieber schlicht und stimmig als witzig und falsch.

Tipp 3: Sprich ihn aus (wirklich!)

„Hermann, du brauchst Futter.“ Klingt das natürlich? Oder fühlst du dich albern? Stell dich in die Küche und sag den Namen laut. Wenn du dabei grinsen musst, ist das okay. Wenn du dich fremdschämst, such einen anderen. Du wirst diesen Namen öfter aussprechen als du denkst – beim Füttern, beim Backen, wenn du jemandem von deinem Starter erzählst. Der Name muss dir leicht über die Lippen gehen.

Tipp 4: Bei mehreren Startern wird’s persönlich

Wenn du mehrere Starter hast – Roggen, Weizen, Dinkel – gib jedem einen eigenen Namen. Sonst verwechselst du sie. Ich habe Robert (Roggen) und Bob (Weizen). Als ich mal einen Dinkelstarter angesetzt habe, hieß der Bruno. Drei verschiedene Charaktere, drei verschiedene Namen. So weißt du immer, wen du gerade vor dir hast. Und ehrlich gesagt macht es auch mehr Spaß, wenn jeder seine eigene Identität hat.

Sauerteig Starter Robert liest Buch im Kühlschrank neben Erdbeer- und Aprikosenmarmelade

Zeit für einen Namen

Robert wohnt seit sechs Jahren in meinem Kühlschrank. Zweite Ebene, neben den Marmeladengläsern. Wenn du ihn kennenlernen möchtest – hier ist seine ganze Geschichte.

Gib deinem Starter einen Namen. Du wirst sehen – es verändert etwas.

Wie heißt dein Starter? Schreib es mir gerne in die Kommentare.


Wenn du tiefer einsteigen willst:

Dein Sauerteig stinkt? Das ist völlig normal! – Dein Starter riecht nach Essig, Aceton oder altem Käse? Ich zeige dir, welche Gerüche normal sind und wann du aufpassen musst. Mit einer Geruchs-Tabelle, die dir sofort sagt, ob alles okay ist.

Dein Sauerteig-Starter geht nicht auf? So rettest du ihn – Dein Starter blubbert nicht mehr und du denkst ans Wegwerfen? Warte. Meistens steckt er nur in einer schwachen Phase. Ich zeige dir, wie du ihn in zwei Tagen wieder aufweckst.

Wie lange hält Sauerteig im Kühlschrank? – Du willst nicht jede Woche backen, aber dein Starter soll trotzdem backbereit bleiben? Der Kühlschrank ist hier dein bester Freund. Ich zeige dir, wie du deinen Starter dort lagerst, fütterst und pflegst.

Über Robert – Sauerteig-Starter aus Leidenschaft – Robert ist mein Roggen-Starter – seit 2019 mein treuer Begleiter beim Brotbacken. Hier erfährst du seine Geschichte, wie er entstanden ist und warum ich ihm einen Namen gegeben habe.

Sauerteig füttern: Routinen für jeden Alltag – Du weißt jetzt, wann dein Starter backfertig ist. Aber wie fütterst du ihn regelmäßig? Welcher Rhythmus passt zu deinem Alltag? Ich zeige dir drei Routinen, die funktionieren.

Letzte Änderung: 02.01.2026

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