Brotwissen · Probleme lösen

Brotteig zu klebrig? So rettest du ihn, ohne extra Mehl

Eine Handvoll Mehl hilft deinem klebrigen Brotteig selten weiter. Wasser, Teigkarte und ein bisschen Geduld schon eher. Bei Roggen ist ein klebriger Teig sogar ganz normal.

Von Bine13 Minuten LesezeitAktualisiert am 10.10.2026

Brotteig zu klebrig, zwei Hände heben den weichen Teig aus der Keramikschüssel, Teigreste kleben an den Fingern

In Videos sieht das immer so leicht aus. Ein paar Handgriffe auf der Arbeitsfläche, und schon liegt da ein glatter, seidiger Teigballen. Bei dir dagegen hängt die Hälfte an den Fingern, der Rest an der Schüssel. Und dabei hast du dich doch genau ans Rezept gehalten.

Das höre ich oft. Eine Leserin backt seit einem halben Jahr mit Sauerteig und kommt mit dem Kleben einfach nicht klar. Bei einem anderen Leser waren die Hände schon nach einer Minute Mischen praktisch Teil des Teigs.

Ist dein Brotteig zu klebrig, hast du deshalb noch lange nichts falsch gemacht. Am Anfang pappt nämlich jeder Teig, und bei manchen bleibt das bis zum Schluss so, weil es genau so sein soll. Ob du deinen Brotteig retten musst oder ihn einfach nur anders anfassen solltest, hängt vor allem davon ab, wann er klebt. Klebt er nur in den ersten Minuten, ist alles in Ordnung. Klebt er dagegen auch nach dem Kneten noch und läuft breit, stimmt meistens etwas nicht.

Und egal, woran es am Ende liegt, die zusätzliche Handvoll Mehl im Teig macht es selten besser.

Sauerteig zu klebrig? Oft steckt der Roggen dahinter

Bei einem Roggenteig wartest du auf den glatten, samtigen Teigballen vergeblich. Du kannst mischen, so lange du willst, er bleibt ein zäher Klumpen. Mit dir hat das nichts zu tun, Roggen ist einfach so. Der klebt bei jedem, auch bei mir.

Dicker, zäher Roggensauerteig im Bügelglas mit rotem Gummiring, daneben ein Holzlöffel

Das liegt am Korn selbst. Roggen bildet kein Klebergerüst wie Weizen, dafür bringt er reichlich Schleimstoffe mit, die sogenannten Pentosane. Sie saugen ein Vielfaches ihres eigenen Gewichts an Wasser auf und legen sich zwischen die Eiweiße, sodass diese sich gar nicht erst zu einem Netz verbinden können. Das Wasser, das sie festhalten, macht den Teig so klebrig. Dieses Wasser hält er auch im Ofen fest, deshalb ist Roggenbrot innen so schön saftig und schmeckt auch nach ein paar Tagen noch.

Langes Kneten bringt bei Roggen übrigens nichts, im Gegenteil, der Teig wird davon nur schmieriger. Es reichen die paar Minuten Mischen, bis alles gut verbunden ist und keine trockenen Mehlnester mehr zu sehen sind.

Damit du am Ende nicht mehr Teig an den Händen hast als in der Schüssel, nimm eine flexible Teigkarte. Mit ihrer runden Seite fährst du am Schüsselrand entlang und löst den Teig, mit der geraden Seite schiebst du ihn auf der Arbeitsplatte zusammen. So bleiben deine Finger fast sauber. Zum Formen kommt Mehl auf die Arbeitsfläche und außen an den Teig … in den Teig selbst aber keins. Handlicher würde er dadurch nämlich nicht, nur fester, weil das zusätzliche Mehl einen Teil des Wassers aufsaugt. Dein Brot würde am Ende nur trockener als nötig werden.

Robert sagt

„Immer ich. Klebt der Teig, war’s wieder der Roggen. Ja, war’s. Dafür bleibt dein Brot aber schön saftig … gern geschehen.

Lass das Mehl in der Tüte, nimm die Teigkarte und hetz mich nicht. Den Rest krieg ich schon hin.“

Wie aus einem klebrigen Roggenteig ein leckeres, freigeschobenes Brot wird, siehst du bei meinem Walnussbrot mit Sauerteig. Der Teig hat 70 Prozent Roggenanteil und ist entsprechend anhänglich.

Walnussbrot mit Sauerteig, angeschnitten auf einem Holzbrett, mit Walnussstücken in der Krume und einzelnen Scheiben davor Zum Weiterbacken Walnussbrot mit Sauerteig Walnussbrot mit 70 Prozent Roggen. Der Teig klebt ordentlich, genau deshalb lohnt sich die Teigkarte. SauerteigRoggen Zum Rezept

Und was, wenn in deinem Sauerteigbrot gar kein Roggen drin ist? Dann klebt er aus einem anderen Grund, und der ist meistens schnell gefunden.

Warum dein Brotteig zu klebrig ist

Beim ersten Mischen klebt jeder Teig an den Fingern

Kaum trifft das Wasser aufs Mehl, klebt der Teig an allem. Das liegt daran, dass das Wasser in diesem Moment noch nicht gebunden ist. Erst beim Kneten oder während einer Teigruhe verbinden sich die Eiweiße im Mehl zu einem Klebergerüst, und genau das hält das Wasser fest. Bei einem Weizenteig merkst du das daran, dass er sich nach einigen Minuten Kneten vom Schüsselrand löst.

Deshalb mische ich manchmal nur mit einer Hand. Die Finger gespreizt, fahre ich damit kreisend durch die Schüssel, ungefähr so wie ein Knethaken, während die andere Hand die Schüssel festhält und sauber bleibt. Noch bequemer geht es mit einem Kochlöffel oder der Teigkarte. Du rührst dabei nur so lange, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist.

Danach bekommt der Teig 20 bis 30 Minuten Ruhe, abgedeckt in der Schüssel. In dieser Zeit saugt das Mehl das Wasser nach und nach auf, und das Klebergerüst fängt schon von selbst an, sich zu bilden. Derselbe Teig fasst sich danach ganz anders an, und das Kneten geht deutlich schneller. Lässt du Salz und Triebmittel in dieser Pause weg, ist das übrigens eine Autolyse.

Zu weich und klebrig nach dem Kneten?

Hast du ordentlich geknetet und der Teig ist immer noch weich und klebt an der Schüssel, war meistens mehr Wasser im Teig, als dein Mehl aufnehmen kann. Denn jedes Mehl nimmt unterschiedlich viel Wasser auf. Vollkornmehl schluckt mehr als helles Mehl, und selbst zwei Tüten derselben Mehlsorte können sich je nach Ernte unterscheiden. Die Wassermenge im Rezept oder im Video passt also zu dem Mehl, das dort in der Schüssel lag, aber nicht unbedingt zu deinem Mehl, mit dem du backst.

Zu weicher, klebriger Brotteig in einer Tonschüssel, Teigreste hängen am Rand

Halt deshalb bei einem neuen Rezept erst mal ein Zehntel vom Wasser zurück, bei 350 g Wasser also 35 g. Den Rest gibst du nach und nach dazu, sobald der Teig beim Kneten etwas Halt bekommen hat und noch mehr Wasser aufnehmen kann. Bäcker nennen das Bassinage. Auf diese Weise findest du heraus, wie viel Wasser deine Mehle tatsächlich vertragen.

Hat ein Rezept von vornherein viel Wasser, darf der Teig allerdings auch weich sein. Ob dein Rezept viel Wasser hat, rechnest du mit der Hydration schnell nach. Vollkornmehl und frisch gemahlenes Mehl brauchen außerdem länger, bis sie das Wasser aufgenommen haben, weil die Schalenteile nur langsam quellen. Bei ihnen lohnt sich diese Teigruhe nach dem Mischen doppelt.

Zu kurz oder zu lang geknetet

Wenn du einen Weizenteig zu wenig geknetet hast, ist das Klebergerüst noch nicht richtig ausgebildet. Das Wasser ist dann noch frei im Teig, und genau dieses freie Wasser ist schuld am klebrigen Teig. Knetest du dagegen viel zu lange, reißt das Glutengerüst wieder auf. Der Teig glänzt dann, wird schlaff und schmiert, weil er das Wasser nicht mehr halten kann. Dinkel ist dabei sogar noch empfindlicher als Weizen, sein Klebergerüst gibt schon viel früher nach. Und bei Roggenmehl wird ohnehin nur kurz gemischt, weil er gar kein Gerüst im eigentlichen Sinne aufbaut.

MehlKnetzeit MaschineWorauf du achtest
Weizenetwa 20 Min.mit Ruhepause vorher deutlich kürzer, fertig nach Fenstertest
Dinkel6–7 Min.schonend kneten, sonst wird er weich
Roggen5–10 Min. (nur mischen)fertig, wenn keine Mehlnester mehr zu sehen sind

Ob ein Weizen- oder Dinkelteig fertig geknetet ist, siehst du am Fenstertest. Dafür nimmst du ein walnussgroßes Stück Teig, machst die Finger etwas feucht und ziehst es vorsichtig auseinander. Kannst du fast hindurchschauen, ohne dass es reißt, ist das Klebergerüst fertig. Beim ersten Mal hab ich zu fest gezogen, und schon war das Stück gerissen. Wenn du langsam und gleichmäßig ziehst, klappt es besser. Bei Roggen hilft der Test allerdings nicht weiter, weil sich ja gar kein Gerüst bildet. Und bei grobem Vollkorn zerreißen die Schalenteilchen das feine Häutchen, auch wenn der Teig eigentlich schon so weit ist.

Hast du einen Teig doch einmal überknetet, musst du ihn nicht wegwerfen. Form ihn einfach wie geplant und back ihn. Er geht zwar nicht mehr ganz so schön auf und das Brot wird etwas kompakter, schmecken wird es dir aber trotzdem.

Ein zu warmer Teig wird weich

Wärme macht Hefe, Sauerteig und die Enzyme im Mehl munter. Das beschleunigt nicht nur die Gare, die Enzyme bauen dabei auch am Klebergerüst herum. Der Teig verliert dadurch seine Spannung und wird weich und klebrig. Im Sommer passiert das schnell, und auch eine lange laufende Knetmaschine wärmt den Teig durch die Reibung spürbar auf.

Richtwerte für die Teigtemperatur

Weizenteig: etwa 25 Grad

Dinkelteig: 22 bis 24 Grad

Roggenteig: 28 bis 30 Grad

Wie warm dein Wasser dafür sein muss, kannst du dir vorher ausrechnen.

Ist dein Teig zu warm geworden, stell ihn für eine Weile in den Kühlschrank. Die Kälte bremst Hefe und Enzyme, und der Teig wird wieder fester, sodass er sich besser formen lässt. Beim nächsten Mal nimmst du dann einfach kühleres Wasser, damit er gar nicht erst zu warm wird.

Klebt dein Teig erst nach der Gare, war’s zu lang

Wenn beim Kneten alles glatt gelaufen ist und der Teig erst beim Formen klebt, hat er vermutlich zu lange oder zu warm gestanden. Während einer langen Gare knabbern die Enzyme nach und nach am Klebergerüst, und irgendwann gibt es nach. Der Teig wird weich, klebt und läuft breit. Ein bisschen weicher als vor der Gare darf er übrigens sein, das gehört dazu.

Woran du merkst, dass dein Teig genug gegangen ist, habe ich dir bei Stockgare und Stückgare aufgeschrieben.

Ist es schon passiert und dein Teig fließt dir förmlich davon, rettet ihn eine geölte Kastenform. Dafür brauchst du kein Mehl, denn der Teig muss nicht mehr geformt werden. Du gibst ihn einfach in die Form und streichst die Oberfläche mit einem nassen Esslöffel glatt.

Teig zu klebrig, was tun? So rettest du ihn sofort

Für den Teig, der dir gerade an den Händen klebt, brauchst du nur etwas Wasser und ein bisschen Geduld … kein zusätzliches Mehl.

Beim Dehnen und Falten halte ich meine Hände vorher kurz unters Wasser. Das Wasser legt sich wie eine dünne Schicht zwischen Haut und Teig, und der Teig lässt los, statt an dir hängen zu bleiben. Keine Sorge, das bisschen Wasser, das dabei in den Teig kommt, merkt er gar nicht. Einen sehr weichen Dinkelteig hebe ich zusätzlich mit der Teigkarte an, statt ihn zu greifen, damit er nicht reißt.

Wird dein Teig beim Kneten einfach nicht besser, gönn ihm lieber eine Pause, statt weiterzukneten. Lass ihn 20 bis 30 Minuten abgedeckt ruhen und falte ihn dann einmal von allen vier Seiten zur Mitte. Das wiederholst du alle 30 Minuten, zwei- bis dreimal. Ein Weizenteig wird dabei mit jeder Runde fester und glatter, weil sich das Klebergerüst in den Pausen weiter aufbaut.

Eine Teigkarte hebt klebrigen Brotteig von der Marmor-Arbeitsfläche, ohne extra Mehl

Zum Formen und Wirken kommt Mehl auf die Arbeitsplatte, aber nicht in den Teig. Und was an den Fingern hängen bleibt, kratzt du mit der Teigkarte ab und gibst es zurück in die Schüssel, statt es abzuwaschen.

Warum mehr Mehl den Teig nicht besser macht

Klebt dir der Teig an allen zehn Fingern, wandert die Hand fast von allein zur Mehltüte. Und für einen Moment scheint das sogar zu funktionieren. Die Oberfläche wird trockener, der Teig lässt sich greifen. Nur saugt das frische Mehl in den nächsten Minuten selbst Wasser auf, und kurz darauf hängt er dir wieder an den Händen. Am Ende hast du einen festeren Teig, der trotzdem klebt.

Und das zeigt sich spätestens im fertigen Brot. Salz, Hefe oder Sauerteig sind im Rezept genau auf die Mehlmenge abgestimmt. Kommen zu 500 g Mehl noch 50 g dazu, fehlt dem Teig im Verhältnis fast ein Zehntel Salz und Triebkraft. Das Brot geht schlechter auf und schmeckt fader, obwohl du dich sonst genau ans Rezept gehalten hast.

Nur einmal ist Mehl tatsächlich die Rettung, nämlich wenn du dich beim Abwiegen vertan hast und der Teig fast in der Schüssel schwimmt. Dann fehlt ihm wirklich Mehl, und du gibst es esslöffelweise dazu, bis er wieder Halt hat.

Zu weich, zu feucht oder zu flüssig?

Fass deinen Teig ruhig mal an. Ob er sich nass anfühlt, schlapp ist oder fast davonfließt, verrät dir meistens schon, woran es liegt und was ihm jetzt hilft.

TeigSo fühlt er sich anHäufige UrsacheWas hilft
zu feuchtnass, kaum zu greifenzu viel Wasser für dieses Mehlfalten, beim nächsten Mal Wasser zurückhalten
zu weichschlapp, aber nicht nasszu warm, zu lange Gare, zu kurz geknetetkühlen, falten; nur bei zu kurzer Knetzeit weiterkneten
zu flüssigfließt fast, hält keine Formbeim Abwiegen vertanesslöffelweise Mehl einarbeiten
zu trockenrissig, bröckeligzu wenig Wasser oder stark saugendes Mehlesslöffelweise Wasser einkneten

Ein fertig gekneteter Weizenteig ist glatt, lässt sich dehnen und darf noch leicht an den Fingern haften, ohne dabei Fäden zu ziehen. Legst du ihn auf die Arbeitsplatte, hält er seine Form. Ein Roggenteig fühlt sich dagegen eher an wie feuchter Ton, und das ist bei ihm genau richtig.

Rundes Brot mit kräftiger, eingeschnittener Kruste auf einem Leinentuch

Häufige Fragen zu klebrigem Brotteig

Was tun, wenn der Teig zu klebrig ist?

Erst mal kein Mehl in den Teig geben. Mach stattdessen deine Hände feucht, nimm die Teigkarte und gönn dem Teig 20 bis 30 Minuten Pause. Danach faltest du ihn zwei- bis dreimal von allen Seiten zur Mitte. Ist er zu warm, darf er kurz in den Kühlschrank. Beim nächsten Mal hältst du ein Zehntel vom Wasser zurück.

Warum ist mein Sauerteig zu klebrig zum Falten?

Meistens ist Roggen im Spiel oder mehr Wasser, als dein Mehl verträgt. Einen Roggenteig musst du gar nicht falten, du mischst ihn nur kurz und formst ihn mit der Teigkarte. Einen weichen Weizen- oder Dinkelteig faltest du mit feuchten Händen, oder du hebst ihn mit der Karte an, statt ihn zu greifen.

Hilft Öl gegen klebrigen Teig?

Ja, aber an anderer Stelle als Wasser. Ein dünner Ölfilm in der Schüssel sorgt dafür, dass sich der Teig nach der Gare sauber herauslösen lässt, und auch die Kastenform ölst du ein. Für die Hände nehme ich dagegen lieber Wasser, weil es sich im Teig verteilt und keinen Fettfilm hinterlässt.

Muss ich die Teigtemperatur messen?

Musst du nicht, aber es erspart dir viel Rätselraten. Ein Teig kann sich kühl anfühlen und trotzdem schon 28 Grad haben. Mit einem Einstichthermometer* weißt du sofort, woran du bist, und kannst die Gare besser einschätzen. Bei mir hat ein Thermometer mehr verändert als jedes neue Rezept.

Wann gebe ich das Salz in den Teig?

Gern etwas später als Mehl und Wasser, wenn das Rezept nichts anderes sagt. Ohne Salz nimmt das Mehl das Wasser am Anfang leichter auf. Kommt das Salz dann dazu, strafft es den Kleber und bremst die Enzyme, die ihn sonst abbauen würden. Wie viel Salz in deinen Teig gehört, verrät dir die Faustformel für Salz im Brotteig.

Kann ich Brotteig ohne Küchenmaschine kneten?

Ja, das klappt gut, von Hand dauert es nur länger. Einfacher geht es mit Pausen. Du mischst den Teig, lässt ihn 20 bis 30 Minuten ruhen und faltest ihn dann alle 30 Minuten einmal von allen Seiten zur Mitte. Das Falten ersetzt dabei das Kneten komplett, weil sich das Klebergerüst in den Pausen von selbst aufbaut.

Ist Dinkelteig klebriger als Weizenteig?

Oft fühlt er sich so an, weil das Klebergerüst von Dinkel empfindlicher ist als das von Weizen. Zu viel Wasser, zu langes Kneten oder ein zu warmer Teig machen es schnell weich und schmierig. Nimm bei Dinkel deshalb etwas weniger Wasser, knete kürzer und halte den Teig eher kühl, bei 22 bis 24 Grad.

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Zwei Scheiben Sauerteigbrot mit Butter auf einem Teller, daneben eine Tasse Kaffee, eine Leinenserviette und Weizenähren am Fenster

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Hallo, ich bin Bine.

Mein erstes Brot habe ich 2016 gebacken, ganz ohne Bäckerlehre. Als drei Jahre später mein Roggenstarter Robert eingezogen ist, hat mich das Brotbackfieber vollends gepackt.

Heute lernst du bei mir Brotbacken ohne Schnickschnack: mit Rezepten, die funktionieren, und Fachartikeln, die aus Sauerteig keine Wissenschaft machen.

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8 Kommentare

  1. Vielen Dank Bine für die praktischen Tipps, die waren wirklich einleuchtend.
    Meine Sauerteige sind fast immer zu klebrig, nicht so wie das in Videos immer gezeigt wird…
    Ich glaube es liegt an zu viel Wasser bei mir und meinen Billigmehlen…

    Ich mache jetzt Sauerteigbrote schon ein halbes Jahr, vielleicht habe ich jetzt endlich gelernt was ich falsch mache 🙏
    Den Roggenmischteig habe ich ziemlich schnell verstanden und akzeptiert (Ich mache ganz leckeres Gersterbrot damit)

    1. Hallo Katja,

      vielen Dank für deinen netten Kommentar. 🙂

      Mit dem Wasser liegst du wahrscheinlich richtig. Das hat aber weniger mit billig oder teuer zu tun, sondern damit, dass jedes Mehl unterschiedlich viel Wasser aufnimmt. Die Leute in den Videos haben die Wassermenge auf ihr Mehl abgestimmt, nicht auf deins. Halt beim nächsten Mal ruhig ein Zehntel vom Wasser zurück und gib es erst dazu, wenn der Teig danach verlangt. Dann merkst du ziemlich schnell, wie viel deine Mehle vertragen.

      Und dein Roggenmischbrot läuft ja offenbar schon richtig gut, wenn es so lecker wird. Da darfst du das Kleben übrigens ganz entspannt sehen. Roggen kann gar kein Klebernetz bilden wie Weizen, der pappt bei jedem, auch bei mir. Nasse Hände und eine Teigkarte, mehr braucht’s da nicht 😀

      Magst du mir verraten, welche Mehle du nimmst? Das würde mich interessieren.

      Liebe Grüße
      Bine

  2. Hi, erstmal danke für diese tolle Anleitung und Tipps!

    Ich bin noch ganz ganz neu – eigentlich habe ich bisher nur mal mit Backmischungen einer lokalen Mühle gebacken. Die Ergebnisse waren bisher auch für meine Erwartungen überraschend okay, aber ich mühe mich jedes Mal extrem beim Mischen und Kneten ab. In den Rezepten wird immer nur gesagt „Gib das Wasser zum Mehl und vermische es, danach kneten“; ich habe es also genau so gemacht, Wasser zum Mehl (bzw. der Mischung) in die Schüssel, und dann mit den Händen rein zum vermengen. Meine Hände sind dann nach nicht mal 1 min praktisch Teil des Teigs, und es ist kaum möglich überhaupt noch etwas zu kneten. Ich pule dann so viel wie möglich von den Händen ab, wasche den Rest in der Spüle ab (Verschwendung..) und knete dann mit feuchten Händen weiter, bis es wieder zu klebrig ist. Durch das ständige Befeuchten habe ich das Gefühl, dass ich zu viel Wasser in den Teig einbringe.

    Mischt man Wasser und Mehl überhaupt mit den Händen? Ich habe einen Handmixer mit Knethaken, aber ich ging davon aus, dass dieser innerhalb kürzester Zeit nicht mehr genug Kraft hätte.

    In Videos sieht es immer so leicht aus, wie mit dem Teig beim Kneten „jongliert“ wird, sodass ich extra frustriert war.. :‘) Aber ich möchte es gerne richtig lernen, deshalb hoffe ich, du kannst mir ein paar Tipps geben.

    Liebe Grüße
    Paul

    1. Hallo Paul,

      vielen Dank für deinen netten Kommentar. 🙂

      Ja, man kann Wasser und Mehl mit den Händen mischen, das machen viele so, ich auch manchmal ja nach Teig. Ich mache es aber ein bisschen anders. Es geht nur eine Hand in die Schüssel, die Finger gespreizt, und die rührt kreisend durch wie ein Knethaken. Du greifst also nicht in den Teig hinein und drückst ihn, du vermengst lose die Zutaten. Die zweite Hand hält die Schüssel und bleibt sauber.

      Kleben wird der Teig an der einen Hand trotzdem, und zwar bei jedem. Sobald Wasser aufs Mehl trifft, bildet die Stärke einen zähen Film, und der hängt so lange an deiner Haut, bis sich das Klebernetz aufgebaut hat. Wenn du dir das ersparen willst, nimm für diesen ersten Schritt einen Kochlöffel oder eine Teigkarte und rühr nur so lange, bis kein trockenes Mehl mehr in der Schüssel ist.

      Dann lass die Schüssel 20 bis 30 Minuten zugedeckt stehen, bevor du weitermachst. Das Mehl saugt das Wasser in der Zeit auf, und der Teig bekommt schon von allein Struktur. Derselbe Teig fasst sich danach völlig anders an, und das Kneten hinterher ist eine Sache von ein paar Minuten. Eine echte Autolyse ist das zwar nicht, dafür müsste deine Backmischung kein Salz haben. Die Quellzeit hilft dir aber trotzdem.

      Was doch an Teig an den Fingern hängt, kratzt du mit der Teigkarte zurück in die Schüssel, statt es abzuwaschen. Und deine nassen Hände sind genau richtig. Das bisschen Wasser vom Eintunken deiner Hände fällt gegen die Wassermenge im Teig nicht ins Gewicht. Mit der Ruhezeit davor brauchst du sowieso nur noch zwei- oder dreimal die Hände befeuchten.

      Deinen Handmixer kannst du zum Vermischen nehmen, dafür reicht seine Kraft. Zum Durchkneten eines Brotteigs ist ein Handrührgerät weniger geeignet, da hast du schon recht. Aber Falten und Dehnen kann das Kneten komplett ersetzen. Zieh den Teig nach der Ruhezeit von allen vier Seiten erste in bisschen nach oben und dann zur Mitte, alle 30 Minuten, zwei- bis dreimal.

      Eine Frage hätte ich noch. Weißt du, was in deiner Mischung für Mehlsorten drin sind? Bei viel Roggen oder Vollkorn bleibt der Teig immer klebrig, egal wie lange du knetest … langes Kneten macht einen Roggenteig dann sogar noch schmieriger. Das ist bei diesen Mehlen der Normalzustand.

      Probier es beim nächsten Mal in dieser Reihenfolge und erzähl mir, wie es gelaufen ist.

      Liebe Grüße
      Bine

      1. Hallo Bine,

        beim letzten Mal (gestern, während ich den Kommentar schrieb 😆) war tatsächlich Roggen mit dabei. Ich hatte durch deine Seite schon gelesen, dass es durch den Roggen auch bis zum Schluss noch klebrig bleibt, sodass ich das Kneten dann rechtzeitig „aufgegeben“ hatte. Die Mischung (1kg) war für ein Bauernbrot, 100g Quark habe ich nach Empfehlung der Kurzanleitung auf der Packung noch hinzugefügt.
        Das Ergebnis war am Ende wieder viel besser, als ich gedacht hätte! Sieht gut aus und schmeckt prima. Beim nächsten Mal würde ich aber wahrscheinlich nochmal eine reine Weizenmischung kaufen, um deine Tipps mit dem Falten auszuprobieren. Eine Teigkarte klingt auch sehr sinnvoll, die werde ich mir zulegen.

        Danke nochmal für die sehr guten Erklärungen und Tipps!
        Viele Grüße
        Paul

        1. Hallo Paul,

          das freut mich sehr, danke für deine Rückmeldung. 🙂

          Dann war der Roggen also wirklich der Grund. Und der Quark bringt zusätzlich Feuchtigkeit mit, das macht den Teig noch eine Spur weicher. Dass das Brot trotzdem gut aussieht und schmeckt, spricht dafür, dass du im richtigen Moment aufgehört hast zu kneten. Genau das ist bei Roggen die ganze Kunst.

          Die Teigkarte ist übrigens die beste kleine Anschaffung, die du machen kannst. Ich lege meine kaum noch aus der Hand. 🙂

          Und mit einer reinen Weizenmischung wirst du den Unterschied beim Falten sofort spüren. Da baut sich das Klebernetz auf, der Teig wird nach jeder Runde fester und glatter. Dieses Gefühl fehlt beim Roggen einfach, weil er es gar nicht bilden kann.

          Erzähl mir gern, wie das nächste Brot geworden ist. 🙂

          Liebe Grüße
          Bine

  3. Wild, Lothar

    Ich backe erst seit Kurzem. Mein italienisches Holzofenbrot (im Backofen in der Casserole) riecht gut, schmeckt auch gut und hat eine schöne Kruste.
    Frage: Wie bekomme ich die Luftblasenlöcher in das Brot, Idealbild wäre „Di Genaro“? Bei mir hat das Brot im Inneren eine kompakte Form.
    Rezept: 300g 550er, 200g Semola, 10g Salz, 3g Frischhefe, 10 Min kneten, 2 Std Stockgare, dehnen+falten, über Nacht im Kühli, in der Casserole bei 250° mit Deckel 30 Min, ohne Deckel weitere 20 Min
    Danke für Tipps

    1. Hallo Lothar,

      kann es sein, dass du keine Angaben zum Wasser gemacht hast? 😉

      Zunächst einmal Respekt, dass du dich als als Backneuling an ein solches Brot traust.

      Hier ein paar Tipps für große Löcher:

      Hier sind meine Tipps für die ‚großen Löcher‘:

      Versuch es mal mit ca. 350 ml bis 370 ml Wasser auf deine 500 g Mehl. Ein feuchter Teig ist die Grundvoraussetzung für grobe Poren.
      Vermisch Mehl und Wasser erst mal grob und lass es 30–60 Minuten stehen, bevor du Hefe und Salz zugibst. Das stärkt das Klebergerüst, damit es die großen Blasen auch halten kann.
      Lass dem Teig bei Raumtemperatur mehr Zeit. Er sollte sein Volumen fast verdoppeln, bevor du ihn faltest und in den Kühlschrank stellst. Die 2 Stunden sind oft zu kurz, damit die Hefe genug Gas für große Löcher produzieren kann.
      Wenn du das Brot nach der Nacht im Kühlschrank formst, sei ganz vorsichtig. Drück die entstandenen Luftblasen nicht wieder raus. Wir nennen das ’schonendes Wirken‘.

      Noch ein kleiner Tipp zum Schluss .. schau mal ob auf deinem Semola „rimacinata“ steht, das ist feiner gemahlen.

      Nicht aufgeben, so ein Pane di Altamura braucht Übung und du wirst sehen, die Löcher in einem Brot werden jedes Mal besser

      Liebe Grü0ße von der Bine