Auf der Schwäbischen Alb, wo der Wind rau und der Dinkel kräftig ist, haben die Menschen schon seit der Eisenzeit Dinkel angebaut. Über 3000 Jahre Tradition stecken in diesem Getreide. Die Alemannen wussten es schon: Dinkel wächst auch da, wo der Weizen aufgibt. Raues Klima, karge Böden – genau das macht den Alb-Dinkel so robust und aromatisch. Und weil auf der Alb alles seinen eigenen Namen hat, heißen kleine Brötchen hier nicht Brötchen, sondern „Wegga“ oder „Weckle“ – Dialekt eben.

Meine ersten Vollkorn-Versuche waren ehrlich gesagt eine Katastrophe. Hart wie Steine, trocken wie Pappe. Meine Familie hat höflich probiert und dann doch lieber zum Aufbackbrötchen gegriffen. „Vollkorn ist halt so“, dachte ich. Aber das stimmte nicht. Das Problem war nicht das Vollkorn, sondern dass ich zu ungeduldig war und dem Mehl nicht genug Zeit gegeben hab.

Diese Dinkel-Wegga sind klein, kernig, aber niemals trocken. Du bereitest sie abends vor, und am nächsten Morgen backst du sie frisch. Perfekt für ein entspanntes Wochenend-Frühstück ohne früh aufstehen zu müssen.

Insgesamt brauchst du etwa 18-20 Stunden, davon sind 16-18 Stunden Reifezeit über Nacht. Du stehst aber nur eine gute halbe Stunde in der Küche. Du setzt abends den Sauerteig und das Quellstück an, knetest am nächsten Tag den Teig, formst die Brötchen und backst sie.

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Frühstücksszenerie mit Dinkel-Vollkornbrötchen mit Haferflocken, aufgeschnitten auf Metallteller mit Keramiktasse im Hintergrund

Dinkel-Vollkornbrötchen mit Sauerteig – Dinkel-Wegga von der Alb (100% Vollkorn)

Vorbereitung 40 Minuten
Koch-/Backzeit 20 Minuten
Ruhezeit 17 Stunden
Gesamtzeit 18 Stunden
100% Dinkelvollkorn muss nicht trocken sein. Mit Quellstück und Lievito Madre werden diese Dinkel-Wegga von der Alb richtig saftig. Über Nacht vorbereitet, morgens frisch gebacken.
9 Brötchen
brötchen, Sauerteig-Brötchen

Zutaten

Festgeführter Sauerteig
  • 60 g Dinkelvollkornmehl
  • 60 g Wasser lauwarm
  • 15 g Lievito Madre fester Weizensauer
Alternative: Flüssiger Sauerteig (TA 200)
  • 40 g Dinkelvollkornmehl
  • 40 g Wasser lauwarm
  • 10 g flüssiges Anstellgut Roggen, Weizen oder Dinkel
Quellstück (Am Vorabend)
  • 100 g Dinkelvollkornmehl
  • 100 g Wasser kalt
Hauptteig (Am Backtag)
  • Sauerteig komplette Menge
  • Quellstück komplette Menge
  • 340 g Dinkelvollkornmehl
  • 175 g Wasser kalt bis lauwarm
  • 10 g Frischhefe
  • 10 g Salz
  • 15 g Backmalz aktiv – alternativ 1 TL Honig
  • 20 g Pflanzenöl z.B. Rapsöl
Optional zum Wälzen
  • – Sesam Mohn, Leinsamen oder Haferflocken

Zubereitung

Schritt 1: Sauerteig ansetzen (Vorabend)
    – Mit Lievito Madre:
    1. Die Lievito Madre in kleine Stücke zupfen und im lauwarmen Wasser (60 g) gut auflösen, bis eine milchige Flüssigkeit entsteht. Erst dann das Dinkelvollkornmehl dazugeben und alles zu einem festen Teig verrühren.
    – Mit flüssigem Anstellgut:
    1. Das flüssige Anstellgut mit dem lauwarmen Wasser (40 g) verschlemmen, bis keine Klumpen mehr da sind. Das Dinkelvollkornmehl (40 g) dazugeben und alles zu einem glatten Teig verrühren.
    – Reifezeit für beide Varianten:
    1. Die Schüssel abdecken und den Sauerteig bei Raumtemperatur (20-22°C) für 16-18 Stunden reifen lassen. Nach dieser Zeit hat er sich deutlich vergrößert, zeigt Blasen an der Oberfläche und riecht angenehm säuerlich. Ich setze den Sauerteig meistens abends um 19 Uhr an, dann ist er gegen 13 Uhr am nächsten Tag fertig.
    Schritt 2: Quellstück ansetzen (Vorabend)
    1. Das Dinkelvollkornmehl und das kalte Wasser in einer separaten Schüssel gut vermischen. Die Masse sieht aus wie dicker Brei – das ist richtig so.
    2. Die Schüssel abdecken und das Quellstück mindestens 12-16 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank quellen lassen. Das Mehl saugt das Wasser komplett auf und wird zu einer festen, klumpigen Masse. Ich bereite das Quellstück immer gleichzeitig mit dem Sauerteig vor – dann kann ich am nächsten Tag direkt loslegen.
    Schritt 3: Hauptteig kneten (Am Backtag)
    1. Den reifen Sauerteig und das Quellstück in die Schüssel deiner Küchenmaschine geben. Das Wasser (175 g – vorsichtig dosieren!), Frischhefe, Salz, Backmalz und Pflanzenöl dazugeben. Zum Schluss das Dinkelvollkornmehl darüber streuen.
    2. Alles auf kleiner Stufe 5-6 Minuten mischen, bis sich eine gleichmäßige Masse gebildet hat. Der Teig ist sehr klebrig und weich – das ist bei Dinkel-Vollkorn völlig normal. Dann die Geschwindigkeit erhöhen und den Teig nur noch 1-2 Minuten auskneten. **Wichtig:** Sobald sich der Teig vom Schüsselrand löst, sofort aufhören! Dinkel hat einen „Point of no Return“ – wenn er wieder weich, glänzend und nass wird, ist er überknetet und die Struktur ist kaputt.
    3. Den Teig in eine leicht gefettete Schüssel geben, abdecken und 40 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Nach 20 Minuten die Schüssel kurz öffnen und den Teig einmal dehnen und falten – dafür ziehst du den Teig an einer Seite hoch und faltest ihn zur Mitte. Das machst du von allen vier Seiten.
    Schritt 4: Brötchen formen
    1. Die Arbeitsfläche leicht bemehlen. Den Teig aus der Schüssel nehmen und in 10 gleich große Stücke teilen (jeweils etwa 90 g). Wenn du eine Küchenwaage hast, wieg die Teiglinge ab – dann werden sie alle gleich groß.
    2. Jeden Teigling mit nassen oder leicht bemehlten Händen zu einer Kugel formen. Dafür ziehst du den Teig mit der Handkante zu dir, drehst ihn ein Stück und ziehst ihn wieder zu dir. So entsteht Spannung an der Oberfläche. Der Teig ist klebrig – das ist normal. Arbeite schnell und gib nicht zu viel Mehl dazu, sonst werden die Brötchen trocken.
    3. Optional: Die Teiglinge kurz mit Wasser besprühen und in Sesam, Mohn, Leinsamen oder Haferflocken wälzen. Das gibt zusätzlichen Geschmack und sieht schön aus.
    4. Die geformten Teiglinge mit der glatten Seite nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Genug Abstand lassen – die Brötchen gehen noch auf. Mit einem sauberen Tuch abdecken und für 60-75 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen, bis sie deutlich größer geworden sind.
    Schritt 5: Backen
    1. Den Backofen mit einem Backstein oder Backstahl in der unteren Hälfte auf 230°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Mindestens 30 Minuten vorheizen – der Stein muss richtig heiß sein. Wenn du keinen Backstein hast, schieb ein normales Backblech in die mittlere Schiene und heize es mit vor.
    2. Die Brötchen kurz mit Wasser besprühen. Eine hitzebeständige Schale mit etwa 100 ml Wasser auf den Boden des Ofens stellen – das erzeugt Dampf. **Achtung:** Vorsicht vor heißem Dampf!
    3. Das Blech mit den Brötchen auf das vorgeheizte Blech oder den Backstein legen (oder das vorgeheizte Blech vorsichtig rausziehen, Backpapier mit Brötchen drauflegen und zurückschieben). Sofort die Temperatur auf 210°C reduzieren. Die Brötchen 18-20 Minuten backen, bis sie dunkelbraun sind.
    4. Nach 10 Minuten die Ofentür kurz öffnen, damit der Dampf entweichen kann. Die Brötchen sind fertig, wenn sie schön gebräunt sind und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingen. Die fertigen Brötchen auf einem Rost auskühlen lassen – mindestens 15 Minuten, bevor du sie aufschneidest.

    Notizen

    Bevor du loslegst – ein paar wichtige Hinweise:
    Zur Wassermenge: Nicht jedes Mehl ist gleich. Auch wenn du Typ 550 benutzt, kann dein Mehl mehr oder weniger Wasser aufnehmen als meins. Ich habe die Wassermenge schon vorsichtig kalkuliert, aber wenn du ganz am Anfang stehst, nimm lieber 20-30 ml weniger Wasser und gib es später dazu, falls der Teig zu fest ist. Ein zu weicher Teig ist für Anfänger frustrierend – ein etwas festerer Teig lässt sich viel leichter formen.
    Zum Backen: Wenn ich nichts anderes schreibe, backe immer mit Ober- und Unterhitze. Umluft funktioniert auch, aber die Kruste wird manchmal zu dunkel und das Brot trocken.

    Hast du das Rezept schon ausprobiert?

    Ich freu mich über einen Kommentar von dir.

    Das Geheimnis der saftigen Dinkel-Wegga

    Vollkornbrötchen haben einen schlechten Ruf. Zu trocken, zu schwer, zu – naja – gesund halt. Aber das liegt nicht am Vollkorn, sondern an der Zubereitung. Diese Dinkel-Vollkornbrötchen werden saftig und aromatisch durch Quellstück und Sauerteig.

    Das Quellstück – warum Zeit alles ist

    Das Quellstück ist der wichtigste Teil dieses Rezepts. Dinkelvollkornmehl enthält viele Ballaststoffe und Randschichten, die Zeit brauchen, um Wasser aufzunehmen. Wenn du das Quellstück weglässt, kann das Mehl beim Kneten nicht genug Wasser binden – und die Brötchen werden später trocken und bröselig.

    Die 12-16 Stunden Quellzeit sorgen dafür, dass das Mehl richtig durchquillt. Die Stärke im Mehl bindet das Wasser, und Enzyme beginnen, komplexe Kohlenhydrate abzubauen. Das macht die Brötchen saftiger und bekömmlicher. Der Abbau von Phytinsäure – einem Antinährstoff, der Mineralstoffe bindet – macht das Vollkorn leichter verdaulich.

    Sauerteig – Triebkraft und nussiger Geschmack

    Der Dinkelvollkornsauer gibt den Brötchen ihr typisch nussiges, leicht säuerliches Aroma. Die Milchsäurebakterien im Sauerteig produzieren Säuren, die dem Teig Geschmackstiefe geben. Gleichzeitig senken sie den pH-Wert, was die Enzyme im Mehl aktiviert und die Krume später saftiger macht.

    Bei Vollkornteigen ist der Sauerteig besonders wichtig, weil die Randschichten des Korns das Glutennetzwerk schwächen. Der Sauerteig hilft, den Teig zu stabilisieren. Trotzdem brauchen wir noch Hefe – Vollkornteige sind schwerer als helle Teige, und die Hefe gibt zusätzliche Triebkraft. Das ist bei Vollkorn-Rezepten völlig normal und kein Betrug am Sauerteig.

    Warum Dinkel anders ist als Weizen

    Dinkel hat weniger Gluten als Weizen und bindet Wasser anders. Das macht den Teig klebriger und weicher. Vollkorn-Dinkelteig lässt sich nicht so straff formen wie Weizenteig – das ist eine Eigenschaft des Mehls, kein Fehler. Die Brötchen werden trotzdem luftig, haben aber eine dichtere Krume als helle Brötchen. Typisch für Vollkorn – und deshalb so sättigend.

    Vollkornbrötchen bleiben deutlich länger frisch als helle Brötchen. Die Ballaststoffe binden Feuchtigkeit, und die Brötchen trocknen nicht so schnell aus.

    💡 Gut zu wissen – Sauerteig-Arten: Flüssig vs. Lievito Madre

    Sauerteig gibt’s in zwei Formen: flüssig (wie Robert, mein Roggen-Starter) und fest (Lievito Madre). Beide funktionieren gleich – Milchsäurebakterien + Hefen machen den Teig locker und aromatisch. Lievito Madre (LM) schmeckt milder, fast milchig, während flüssiger Sauerteig oft säuerlicher ist. Für diese Dinkel-Brötchen nehme ich LM, weil der nussige Dinkel damit am besten zur Geltung kommt. Aber wenn du nur flüssiges Anstellgut hast, funktioniert das mit 10 bis 15g auch gut.

    Aufgeschnittene Dinkel-Vollkornbrötchen mit Haferflocken, Detail der saftigen nussigen Krume

    Hydration & Co. – für alle, die es genau wissen wollen

    ParameterWert
    Gesamtmehl500 g
    Gesamtwasser335 g
    Hydration67%
    Teigausbeute (TA)167

    Wie fühlt sich der Teig an?

    Mit 67% Hydration ist dieser Teig deutlich weicher als ein normaler Brötchenteig. Er ist klebrig und lässt sich nur mit nassen Händen oder viel Mehl formen. Das ist bei Vollkorn-Dinkel völlig normal. Die weiche, klebrige Konsistenz macht später saftige Brötchen.

    Von Dinkel bis Weizen – andere Mehle ausprobieren

    Halb Vollkorn, halb helles Dinkelmehl

    Wenn dir 100% Vollkorn zu intensiv ist, ersetze 200 g des Dinkelvollkornmehls im Hauptteig durch Dinkelmehl Type 630 oder 1050. Die Brötchen werden heller, luftiger und milder im Geschmack. Reduziere das Wasser im Hauptteig um etwa 40-50 g (also auf 125-135 g), weil helles Mehl weniger Wasser braucht. Das Quellstück kannst du bei dieser Variante auch weglassen – es ist nur bei 100% Vollkorn wirklich wichtig.

    Mit Körnermischung

    Für mehr Biss und Geschmack mische 50-70 g Körner in den Hauptteig. Ich verwende meistens eine Mischung aus Sonnenblumenkernen, Kürbiskernen und Sesam. Röste die Körner vorher kurz in einer trockenen Pfanne an – das macht sie aromatischer. Dann knetest du sie nach dem Teig unterkneten. Wichtig: Wenn du Körner hinzufügst, erhöhe das Wasser um etwa 20-30 g. Körner saugen Flüssigkeit auf, sonst wird der Teig zu fest.

    Mit Nüssen

    Gehackte Walnüsse oder Haselnüsse passen perfekt zum nussigen Dinkel-Geschmack. Gib etwa 50-80 g gehackte Nüsse in den Teig und erhöhe das Wasser um 20 g. Die Nüsse geben den Brötchen eine leicht buttrige Note und machen sie noch sättigender.

    Süße Variante mit Trockenfrüchten

    Wenn du magst, kannst du die Brötchen auch süß machen. Gib 60-80 g gehackte Rosinen oder Cranberries in den Teig und ersetze das Salz durch 1-2 Teelöffel Honig. Die süßen Brötchen passen perfekt zum Frühstück mit Butter und Marmelade.

    Meine Lieblingsvariante – klassisch

    Die klassische Version mit 100% Dinkelvollkorn, gewälzt in Sesam und Leinsamen. Der nussige Dinkel-Geschmack kommt so am besten zur Geltung, und die Saaten geben zusätzlichen Biss. Ich mache die Brötchen meistens am Samstagabend fertig, dann hab ich am Sonntagmorgen frische Brötchen zum Frühstück – ohne früh aufstehen zu müssen.

    Dinkel-Vollkornbrötchen mit Haferflocken-Topping auf Metallteller mit blau-weiß gestreiftem Geschirrtuch

    Wenn die Dinkel-Vollkornbrötchen mit Sauerteig nicht so werden wie geplant

    ❌ Der Teig ist extrem klebrig und lässt sich kaum formen

    Der Teig klebt an den Händen, an der Arbeitsfläche, an der Teigkarte – einfach überall. Das ist bei Dinkel-Vollkorn normal, aber wenn der Teig wirklich gar nicht zu handhaben ist, liegt’s meist an zu viel Wasser oder zu langem Kneten.

    Arbeite mit nassen Händen statt mit bemehlen Händen – das funktioniert bei klebrigen Teigen besser. Wenn der Teig beim nächsten Mal wieder zu weich ist, reduziere das Wasser im Hauptteig um 20-30 g. Starte mit 155 g und füge nach Bedarf mehr Wasser hinzu. Außerdem: Dinkel nicht länger als 1-2 Minuten auf hoher Stufe kneten – sonst wird der Teig schleimig.

    ❌ Die Brötchen sind nicht aufgegangen

    Die Teiglinge sind nach der Stückgare kaum größer geworden, und die Brötchen bleiben beim Backen flach und dicht.

    Das liegt meistens an einem zu schwachen Sauerteig, zu kalter Raumtemperatur oder zu kurzer Garezeit. Vollkornteige brauchen länger zum Gehen als helle Teige, weil die Randschichten des Korns das Glutennetzwerk schwächen.

    Prüfe, ob dein Sauerteig richtig reif ist – er sollte sich mindestens verdoppelt haben, Blasen zeigen und angenehm säuerlich riechen. Die Stückgare braucht mindestens 60 Minuten, besser 75 Minuten bei 20-22°C. Wenn deine Küche kälter ist, verlängere die Garezeit um 15-30 Minuten. Du kannst auch die Hefe-Menge auf 12-15 g erhöhen, wenn dein Sauerteig nicht sehr aktiv ist.

    ❌ Die Brötchen sind innen noch feucht und klebrig

    Du schneidest die Brötchen an und die Krume ist matschig, fast roh. Das liegt meistens daran, dass die Brötchen zu früh angeschnitten wurden oder die Backzeit zu kurz war.

    Lass die Brötchen nach dem Backen mindestens 15-20 Minuten auf einem Rost abkühlen. Vollkornbrötchen brauchen Zeit zum Auskühlen, sonst ist die Krume noch nicht stabil. Wenn das Problem weiterhin auftritt, verlängere die Backzeit um 3-5 Minuten. Klopf auf die Unterseite der Brötchen – wenn sie fertig sind, klingen sie hohl.

    ❌ Die Brötchen sind nach einem Tag schon trocken

    Die Brötchen schmecken am ersten Tag gut, aber am nächsten Tag sind sie schon trocken und bröselig.

    Das passiert meistens, wenn das Quellstück vergessen wurde oder nicht lange genug gequollen ist. Vollkornmehl braucht Zeit, um Wasser zu binden – ohne Quellstück trocknen die Brötchen schnell aus.

    Stell sicher, dass das Quellstück mindestens 12 Stunden gequollen ist. Wenn du die Brötchen länger frisch halten willst, lagere sie in einem Brotbeutel oder einer Brotdose bei Raumtemperatur – nicht im Kühlschrank, das macht sie schneller trocken. Du kannst sie auch in Scheiben schneiden und einfrieren, dann 5-7 Minuten bei 180°C aufbacken.

    ❌ Die Brötchen platzen beim Backen unkontrolliert auf

    Die Brötchen reißen beim Backen an den Seiten auf, statt gleichmäßig aufzugehen.

    Das liegt meistens daran, dass die Teiglinge beim Formen nicht genug Spannung bekommen haben oder die Stückgare zu kurz war.

    Achte beim Formen darauf, dass die Oberfläche der Teiglinge straff ist. Zieh den Teig beim Rundformen mit der Handkante zu dir und dreh ihn dabei – so entsteht Spannung. Wenn die Stückgare zu kurz war, sind die Teiglinge noch zu fest und platzen beim Backofentrieb auf. Verlängere die Stückgare um 15-30 Minuten und prüfe mit dem Fingertest: Wenn du leicht drückst, sollte der Teig langsam zurückfedern.

    Aufgeschnittene Dinkel-Vollkornbrötchen mit Haferflocken, Detail der saftigen nussigen Krume

    Noch Fragen zu den Dinkel-Brötchen? – FAQ

    Warum brauchen Dinkel-Vollkornbrötchen ein Quellstück?

    Das Quellstück ist bei Vollkorn absolut wichtig. Dinkelvollkornmehl enthält viele Ballaststoffe und Randschichten, die Zeit brauchen, um Wasser aufzunehmen. Wenn du das Quellstück weglässt, werden die Brötchen trocken und bröselig. Die 12-16 Stunden Quellzeit sorgen dafür, dass das Mehl richtig aufquillt und die Brötchen später saftig werden. Ich hab’s einmal ohne probiert – nie wieder!

    Kann ich auch normales Dinkelmehl statt Vollkorn verwenden?

    Ja, aber dann wird’s ein anderes Rezept. Mit Dinkelmehl Type 630 oder 1050 brauchst du deutlich weniger Wasser – reduziere das Wasser im Hauptteig um etwa 50-70 g. Die Brötchen werden heller und luftiger, verlieren aber den nussigen Vollkorn-Geschmack. Das Quellstück kannst du dann auch weglassen – es ist nur bei 100% Vollkorn wirklich wichtig.

    Warum ist Hefe im Sauerteig-Rezept?

    Vollkornteige sind schwerer als helle Teige, weil die Randschichten des Korns das Glutennetzwerk schwächen. Die Hefe unterstützt den Sauerteig und gibt dem Teig zusätzliche Triebkraft. So gehen die Brötchen besser auf und werden luftiger. Das ist bei Vollkorn-Rezepten völlig normal und kein Betrug am Sauerteig. Ich verwende bei fast allen Vollkorn-Rezepten eine Kombination aus Sauerteig und Hefe.

    Wie lange sind die Brötchen haltbar?

    Vollkornbrötchen bleiben deutlich länger frisch als helle Brötchen. In einem Brotbeutel oder einer Brotdose bei Raumtemperatur halten sie sich 3-4 Tage saftig. Du kannst sie auch einfrieren – dann halten sie sich mehrere Monate. Einfach 5-7 Minuten bei 180°C aufbacken, dann schmecken sie fast wie frisch.

    Warum ist mein Dinkelteig so klebrig?

    Das ist völlig normal. Dinkel hat weniger Gluten als Weizen und bindet Wasser anders. Vollkorn-Dinkelteig ist immer klebrig – das ist kein Fehler, sondern eine Eigenschaft des Mehls. Arbeite mit nassen Händen oder einer Teigkarte, dann kommst du besser zurecht. Gib nicht zu viel Mehl dazu, sonst werden die Brötchen trocken.

    Kann ich das Rezept auch ohne Backmalz backen?

    Ja, das Backmalz ist optional. Es sorgt für eine schönere, dunklere Kruste und etwas mehr Röstaroma. Wenn du kein Backmalz hast, nimm einen Teelöffel Honig oder Rübensirup – aber Honig liefert nur Nahrung und Aroma. Aktives Backmalz enthält Enzyme für extra Triebkraft. Mit Honig schmecken die Brötchen super, gehen aber eventuell minimal weniger stark auf. Die Brötchen werden auch ohne Backmalz gut, nur die Kruste bleibt etwas heller.

    Muss ich die Brötchen in Saaten wälzen?

    Nein, das ist komplett optional. Die Saaten geben zusätzlichen Geschmack und sehen schön aus, sind aber nicht nötig. Wenn du sie verwenden willst, besprühe die Teiglinge vorher mit Wasser, damit die Saaten haften. Sesam, Mohn, Leinsamen oder Haferflocken funktionieren alle gut. Ich mache meistens die Hälfte mit Saaten und die Hälfte ohne – so hat jeder am Frühstückstisch eine Auswahl.

    Warum gehen meine Brötchen nicht auf?

    Das liegt meistens an einem zu schwachen Sauerteig oder zu kalter Raumtemperatur. Prüfe, ob dein Sauerteig richtig reif ist – er sollte sich deutlich vergrößert haben und Blasen zeigen. Die Stückgare braucht 60-75 Minuten bei mindestens 20-22°C. Wenn deine Küche kälter ist, verlängere die Garezeit um 15-30 Minuten. Du kannst auch die Hefe-Menge erhöhen oder deinen Sauerteig nochmal auffrischen, wenn er nicht aktiv genug ist.

    Warum Lievito Madre statt normalem Anstellgut?

    Lievito Madre ist ein fester Weizensauer, der für ein sehr mildes, milchiges Aroma ohne säuerliche Spitzen sorgt. Das passt perfekt zum nussigen Dinkel – die Brötchen schmecken aromatisch, aber nicht sauer. Wenn du nur flüssiges Anstellgut hast, kannst du auch das nehmen (10-15 g), aber mit Lievito Madre werden die Brötchen milder und feiner im Geschmack.

    Kann ich auch Weizen-Anstellgut statt Dinkel-Anstellgut verwenden?

    Ja, das funktioniert problemlos. Lievito Madre ist bereits ein Weizensauer – das ist perfekt. Wenn du nur flüssiges Anstellgut hast (egal ob Weizen, Dinkel oder Roggen), nimm 10-15 g davon. Ich verwende für dieses Rezept gerne Lievito Madre, weil die Brötchen damit besonders mild und aromatisch werden. Der Unterschied im Geschmack ist deutlich spürbar – milder, weniger sauer, milchiger.

    Frühstücksszenerie mit Dinkel-Vollkornbrötchen mit Haferflocken, aufgeschnitten auf Metallteller mit Keramiktasse im Hintergrund

    „Wann sind deine Dinkel-Wegga fertig? – Dein Backzeiten-Rechner“

    Insgesamt brauchst du für diese Dinkel-Vollkornbrötchen etwa 18-20 Stunden, die meiste Zeit davon ist Wartezeit über Nacht. Mit diesem Rechner kannst du genau planen, wann du den Sauerteig und das Quellstück ansetzt und wann deine Brötchen fertig sind. Beachte, dass die Zeiten je nach Raumtemperatur und Sauerteig-Aktivität leicht variieren können – der Rechner gibt dir aber eine gute Orientierung. Wenn deine Küche kälter ist als 20°C, verlängere die Stückgare um 15-30 Minuten.


    Letzte Änderung: 01.01.2026

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