Zwischen Sindelfingen und Böblingen herrscht seit fast 750 Jahren dicke Luft. Angefangen hat das 1274: Sindelfingen bekam die Stadtrechte, und den Böblingern passte das gar nicht. Sie sahen ihre Vormachtstellung bedroht und zogen kurzerhand gegen die junge Nachbarstadt zu Felde, noch bevor die neue Stadtmauer überhaupt fertig war. Später ging es dann ums Handfeste, um den Wald am Goldberg, ums Brennholz und ums Weiderecht fürs Vieh. Heute ist eine sportliche Frotzelei daraus geworden. Ich wohne in Sindelfingen und taufe dieses Brot trotzdem ausgerechnet Böblinger Bauernlaib … ich nenn es mein augenzwinkerndes Friedensangebot, ein Dinkel-Roggen-Brot mit Sauerteig, das beide Lager satt macht.
Das Brot ist ein Mischbrot aus Dinkelmehl 630 und Roggenmehl 1150. Als Triebmittel verwenden wir einen Roggenstarter-Vorteig. Keine Hefe, kein Kneten. Der Teig wird nur zusammengerührt, ein paarmal gefaltet und im gusseisernen Topf gebacken … ganz ohne Einschneiden: Die dicke Roggenmehl-Schicht auf der Oberfläche reißt beim Backen von ganz allein rustikal auf, heller Grund mit dunklen Rissen.
Geschmacklich bekommst du den nussigen Dinkel und den erdigen Roggen, dazu eine milde Sauerteignote. Die Krume ist fein und gleichmäßig, saftig durch den Roggen, und die Kruste kommt splittrig und kräftig aus dem Topf. Ein bodenständiges Vesperbrot, kein luftiges Weizenporen-Brot.
Vom Ablauf her ist es entspannt: Vorteig ansetzen, alles verrühren, viermal falten, über Nacht kalt stellen und am nächsten Tag direkt aus der Kälte in den heißen Topf. Aktiv stehst du keine 40 Minuten in der Küche, den Rest macht die Zeit.
„Hefe? Lass mal stecken. Den Trieb mach ich hier allein, dafür bin ich seit 2019 im Geschäft. Ich hab’s nur nicht eilig, das ist der ganze Unterschied.
Gib mir die kühle Nacht im Kühlschrank, dann reißt die Mehlkruste morgens von ganz allein rustikal auf, ohne dass du das Messer anfassen musst.“

Backzeiten-Rechner
Wann muss ich anfangen?
Dein Backplan richtet sich nach deinem Tag, nicht umgekehrt. Sag dem Backzeiten-Rechner, wann du fertig sein möchtest, und er rechnet dir jeden Schritt bis zum Start zurück.
Was kommt in den Böblinger Bauernlaib?
Für 1 Laib, ca. 900 g Teig, gebacken etwa 800 g.
| Roggen-Anstellgut | 20 g |
| Roggenmehl Type 1150 | 100 g |
| Wasser, warm (ca. 30 °C) | 100 g |
| Reifer Vorteig, komplett | 220 g |
| Dinkelmehl Type 630 | 300 g |
| Roggenmehl Type 1150 | 100 g |
| Wasser | 200 g + bis zu 30 g Reserve |
| Orangensaft, zimmerwarm | 40 g |
| Salz | 10 g |
Das Verhältnis im Vorteig ist 1:5:5 (ASG:Mehl:Wasser). Mein Robert braucht damit etwa 8 bis 10 Stunden, bis er reif ist.
Zwei Zeitpläne für deinen Tag
Es ist derselbe Teig, du entscheidest nur über die Temperatur, wann er in den Ofen kommt. Warm am selben Tag oder kalt über Nacht. Das 1:5:5 im Vorteig bleibt bei beiden Varianten gleich.
Schnell
Ablauf
Alles an einem Tag bei Raumtemperatur. Vorteig über Nacht oder früh am Morgen, dann durchgängig warme Gare bis zum Backen am Abend.
Gesamtzeit
Vorteig 8–10 h, danach ca. 7 h vom Mischen bis zum Ofen.
Charakter
Milder und unkomplizierter, feine gleichmäßige Krume, dezente Säure. Behalt den Teig bei warmer Küche gut im Blick.
Lang
Ablauf
Vorteig und Hauptteig an Tag 1, nur kurze Stockgare, dann geformt über Nacht in den Kühlschrank. An Tag 2 direkt aus der Kälte in den Topf.
Gesamtzeit
Über zwei Tage: Tag 1 Vorteig 8–10 h plus ca. 3 h Handling, dann 12–18 h Kühlschrank, am Backtag rund 1 h mit Vorheizen.
Charakter
Aromatischer, feine Säurenote, saftige Krume. Der kalte Teig hält die Form besser und reißt sauberer auf. Verzeiht auch mal eine zu lange Gare.
Bei wärmerer Küche im Sommer geht der Teig schneller, als du denkst. Verkürze dann die Stockgare eher, als sie auszureizen, und verlass dich auf den Fingertest, nicht auf die Uhr.
So backst du den Böblinger Bauernlaib
Robert wecken – der Vorteig
Rühr am Vorabend oder morgens 20 g von deinem Roggen-Anstellgut mit 100 g Roggenmehl 1150 und 100 g warmem Wasser klümpchenfrei zusammen. Deck die Schüssel ab und lass den Vorteig bei Raumtemperatur 8 bis 10 Stunden reifen. Reif ist er, wenn er deutlich aufgegangen ist, sich die Oberfläche wölbt und in der Mitte gerade anfängt einzusinken. Er riecht dann mild-säuerlich, nicht stechend. Den Reifegrad liest du an Robert ab, nicht am Wecker.
Alles zusammenrühren – kein Kneten
Gib den reifen Vorteig, das Dinkelmehl 630, das Roggenmehl 1150, 200 g Wasser und den Orangensaft in eine große Schüssel. Verrühr alles grob mit einer Teigkarte oder einem stabilen Löffel, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist. Erst dann das Salz dazu und einarbeiten. Wenn der Teig noch trockene Stellen hat, gib von den 30 g Reservewasser schluckweise nach. Bei Roggen 1150 und Dinkel 630 geht die volle Reserve bei mir meistens komplett rein.
Der Orangensaft steht hier übrigens nicht wegen des Geschmacks drin, sondern wegen des Vitamin C. Das wirkt oxidativ auf den Kleber und macht den weichen Dinkel etwas standfester, damit er weniger breitläuft. Rausschmecken wirst du ihn nicht.
Der Teig ist von Natur aus ordentlich klebrig, das ist beim hohen Roggenanteil völlig normal und kein Fehler. Mach dir Hände und Teigkarte nass statt bemehlt, dann klebt weniger an dir als am Teig.
Dehnen und Falten statt Kneten
In der ersten Stunde faltest du den Teig drei- bis viermal, im Abstand von 20 bis 30 Minuten. Feuchte Hand, den Teig an einer Seite hochziehen, bis er Widerstand gibt, und über die Mitte legen. Schüssel drehen, von der nächsten Seite wiederholen. Das ersetzt das Kneten und baut Spannung auf. Der Roggen bildet kaum Kleber, die Struktur trägt hier allein der Dinkel, deshalb geh sanft vor. Hör auf, sobald sich der Teig deutlich gebläht anfühlt.
Stockgare – nicht bis zum Anschlag
Jetzt darf der Teig ruhen. Bei der Schnell-Variante bei Raumtemperatur, bei der langen Variante nur kurz, bis er etwa um die Hälfte zugelegt hat. Zieh die Stockgare bewusst nicht bis zum Maximum aus. Übergare lässt den weichen Dinkelteig später breitlaufen, statt schön aufzugehen.
Formen – rund und mit Spannung
Kipp den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche und wirk ihn behutsam rund. Zieh die Unterseite unter leichter Spannung zusammen, ohne den Teig zu entgasen. Den Schluss lässt du locker, nicht festdrücken. Leg den Laib mit dem Schluss nach unten in einen gut bemehlten Gärkorb. Nach dem Stürzen liegt die Naht dann oben und wird zur Stelle, an der die Kruste später aufreißt.
Stückgare – jung in den Ofen
Für die lange Variante kommt der geformte Laib jetzt über Nacht in den Kühlschrank, 12 bis 18 Stunden. Bei der Schnell-Variante reicht eine kurze Stückgare bei Raumtemperatur. Verarbeite den Laib bewusst eher jung, wenn er etwa 40 bis 50 Prozent zugelegt hat und noch nicht prall ist. Das gibt dir das schönste Aufreißen. Heiz rechtzeitig den Ofen samt Topf 45 Minuten auf 250 °C vor.
Backen im Topf – ohne Einschneiden, ohne Schwaden
Stürz den Laib auf ein Stück Backpapier, Naht nach oben, und bestäub die Oberseite großzügig mit Roggenmehl. Nicht einschneiden. Heb ihn mitsamt Papier in den heißen Topf und setz den Deckel drauf. 25 Minuten bei 250 °C mit geschlossenem Deckel. Dann Deckel ab, runter auf 200 °C und noch etwa 20 Minuten fertigbacken. Schwaden brauchst du nicht, der geschlossene Topf hält die Feuchtigkeit von selbst. Fertig ist der Laib bei 96 bis 98 °C Kerntemperatur.
Auskühlen – die schwerste Übung
Lass das Brot auf einem Gitter vollständig auskühlen, bevor du es anschneidest. Ich weiß, das fällt schwer. Aber der Roggenanteil braucht die Zeit, um sich zu setzen. Schneidest du zu früh, ist die Krume innen noch klitschig und klebt am Messer.

Warum der Böblinger Bauernlaib rustikal aufreißt und saftig bleibt
Fürs Nachbacken brauchst du diesen Teil nicht, den Ablauf hast du oben. Aber wenn du verstehen willst, warum das Brot so wird, wie es aus dem Topf kommt, lohnt sich der kurze Blick dahinter.
Warum es ohne Messer von selbst aufreißt

Der Laib geht jung in den sehr heißen Topf, und genau dieser Temperatursprung treibt ihn schlagartig nach oben. Diesen Schub nennt man Ofentrieb. Die dicke, trockene Roggenmehl-Schicht auf der Oberseite kann da nicht mitgehen, sie ist unelastisch und reißt an der schwächsten Stelle auf, genau dort, wo vorher die Naht lag. Der geschlossene Topf hält dabei die Feuchtigkeit des Teigs wie eine kleine Dampfkammer fest, deshalb bleibt die Kruste lange geschmeidig genug, um sich zu dehnen, bevor sie fest wird. Ein Einschnitt wäre hier nur Kosmetik, das Brot findet seinen Riss von allein.
Warum Dinkel und Roggen zusammen mild und saftig werden

Den größeren Teil macht der Dinkel aus, und er gibt dem Brot die Struktur, den nussigen Ton und die feine Krume. Roggen bildet dagegen fast keinen Kleber, dafür stecken in ihm Schleimstoffe, die viel Wasser binden und nur langsam wieder abgeben. Genau dieser kleinere Roggenanteil macht die Krume saftig und das Aroma erdig, ohne das Brot schwer oder streng werden zu lassen. Deshalb schmeckt der Laib runder und milder als ein reines Roggenbrot und ist trotzdem alles andere als trocken.
Warum er tagelang frisch bleibt
Die wasserbindenden Stoffe im Roggen halten die Feuchtigkeit in der Krume fest, auch noch Tage nach dem Backen. Ein reines Weizenbrot ist oft schon am nächsten Tag altbacken, dieser Laib bleibt vier bis fünf Tage saftig. Die milde Säure aus dem Sauerteig hilft zusätzlich, weil sie das Brot länger vor dem Austrocknen und vor Schimmel schützt. Am schönsten hält er sich in ein Geschirrtuch gewickelt oder im Brotkasten, in Scheiben lässt er sich auch gut einfrieren.
Das Zubehör, das ich für den Böblinger Bauernlaib benutze
Gibt dem weichen Teig über Nacht Halt und die schöne Rundung.
Speichert die Hitze und ersetzt den Schwaden. Der Kern dieses Rezepts.
Damit hebst du den weichen Teig sicher in den heißen Topf.
Hier kannst du meine komplette Backausrüstung anschauen.
Böblinger-Bauernlaib-Variationen, die sich lohnen
Mit hellerer oder dunklerer Roggentype
Statt Roggen 1150 kannst du auch 997 nehmen, dann wird das Brot etwas heller und milder, und der Teig schluckt ein bisschen weniger Wasser. Nimm in dem Fall zunächst nur 200 g Hauptteigwasser und taste dich mit der Reserve vorsichtiger heran. Mit Roggenvollkorn geht es andersherum: kräftiger im Geschmack, dunkler, und der Teig braucht die volle Reserve und meist noch einen Schluck mehr.
Ohne Orangensaft
Wenn du keinen Orangensaft im Haus hast, lass ihn weg und ersetz die 40 g durch Wasser. Der Laib gelingt trotzdem. Nur ist der Dinkel dann eine Spur weicher und läuft leichter breit, also geh mit der Reserve etwas sparsamer um und backe das Brot eher mit knapper Gare.
Als Kastenbrot statt im Topf
Kein gusseiserner Topf da? Dann füll den Teig nach dem Formen in eine geölte Kastenform und back ihn dort. Statt des geschlossenen Topfs gibst du beim Einschießen einen Schluck Wasser auf den Ofenboden für etwas Schwaden oder benutze eine Dampfschüssel. Die Kruste wird dann weniger rustikal, das Brot aber genauso saftig.
Mit ein bisschen Sicherheitshefe
Wenn dein Anstellgut noch jung oder unsicher ist, gib 1 bis 2 g Frischhefe in den Hauptteig. Dann läuft die Gare schneller und zuverlässiger, und die Zeiten verkürzen sich entsprechend. Ein Sauerteigbrot bleibt es trotzdem.
Für mich ist die lange, kalte Gare über Nacht der beste Weg. Sie verzeiht am meisten. Selbst als der Teig mir im Sommer im Kühlschrank mal ein Stück zu weit gegangen ist, war das Brot am Ende trotzdem richtig lecker. Und morgens einfach den kalten Laib in den heißen Topf zu setzen, ist für mich die entspannteste Art, an ein frisches Brot zu kommen.
Wenn der Böblinger Bauernlaib nicht so wird wie geplant
❌ Der Teig läuft beim Stürzen breit, statt die Form zu halten
Das liegt fast immer am weichen Dinkel in Kombination mit zu viel Wasser oder zu langer Gare. Dinkel 630 verläuft leicht, wenn du es übertreibst. Nimm beim nächsten Mal nur 200 g Hauptteigwasser und gib die Reserve wirklich nur schluckweise nach. Zieh die Stockgare nicht bis zum Anschlag und verarbeite den Laib jung. Die kalte Gare über Nacht hilft zusätzlich, weil der kalte Teig fester ist und die Form besser hält.
❌ Die Kruste bleibt blass und die Mehlschicht reißt kaum auf
Meistens war der Topf nicht heiß genug oder der Laib schon zu reif im Ofen. Heiz den Topf wirklich die vollen 45 Minuten auf 250 °C durch, lauwarmes Gusseisen bringt dir nicht den Ofentrieb, der die Kruste aufreißt. Und setz den Laib eher jung ein, bei etwa 40 bis 50 Prozent Volumenzuwachs. Ein überreifer Teig hat keine Kraft mehr, sauber aufzureißen, egal wie dick du bestäubst.
❌ Die Krume ist innen klitschig und klebt am Messer
Hier gibt es zwei Ursachen. Entweder war das Brot innen noch nicht durch, dann miss beim nächsten Mal die Kerntemperatur, sie soll 96 bis 98 °C erreichen. Oder du hast zu früh angeschnitten. Roggen speichert viel Feuchtigkeit und braucht das vollständige Auskühlen, damit sich die Krume setzt. Schneide den Laib erst an, wenn er komplett kalt ist, auch wenn es schwerfällt.
❌ Das Brot schmeckt mir zu sauer
Dann war dein Vorteig zu lange oder zu warm unterwegs und hat zu viel Säure gebildet. Setz Robert beim nächsten Mal etwas kühler an oder verarbeite ihn eine Spur früher, sobald er sich gewölbt hat und gerade anfängt einzusinken. Auch eine sehr lange warme Stockgare treibt die Säure hoch. Wenn du es milder magst, halt die warmen Phasen kürzer und gib dem Brot die Reifezeit lieber kalt.
❌ Der Teig ist über Nacht im Kühlschrank übergegangen
Das passiert vor allem im Sommer, wenn der Kühlschrank voll ist und nicht richtig runterkühlt. Bei mir ist das auch schon vorgekommen, und das Brot war trotzdem lecker, nur etwas flacher und dichter. Beim nächsten Mal gib den Laib mit kürzerer Stockgare in die Kälte, also jünger, und stell ihn möglichst weit nach hinten oder unten, wo es am kältesten ist. Und wenn er morgens schon sehr weit ist: trotzdem backen, wegwerfen musst du da nichts.
Hydration und Co., für alle, die es genau wissen wollen
Die folgenden Zahlen sind etwas für Tüftler. Sie helfen dir, wenn du das Rezept anpassen oder mit anderen vergleichen willst.
| Gesamtmehl (inkl. Mehl aus dem ASG) | 510 g |
| Gesamtwasser (inkl. Orangensaft und ASG) | ca. 380 g |
| Hydration | ca. 75 % |
| Teigausbeute (TA) | ca. 175 |
Wie fühlt sich der Teig an?
Mit den vollen 230 g Wasser im Hauptteig ist der Teig weich und klebrig, deutlich weicher als ein reiner Dinkelteig. Das ist bei dem Roggenanteil so gewollt und kein Grund, mehr Mehl nachzuschütten. Nach dem Falten wird er glatter und hält in der Schüssel besser zusammen. Fühlt er sich für dich zu sehr wie Schlamm an, starte beim nächsten Mal mit 200 g und gib die Reserve erst später dazu.
Noch Fragen zum Böblinger Bauernlaib? FAQ
Kann ich den Orangensaft weglassen?
Ja. Er steht nur wegen des Vitamin C drin, das den weichen Dinkel etwas standfester macht, nicht wegen des Geschmacks. Ersetz die 40 g dann durch Wasser und geh mit der Reserve sparsamer um, weil der Teig ohne das Vitamin C leichter breitläuft.
Warum wird das Brot nicht eingeschnitten?
Weil es hier bewusst von selbst aufreißen soll. Die dicke Roggenmehl-Schicht auf der Oberseite reißt beim Backen rustikal auf, heller Grund mit dunklen Rissen. Ein Einschnitt würde dieses Bild nur stören.
Geht das Rezept auch ohne gusseisernen Topf?
Ja. Back den Laib dann in einer geölten Kastenform und gib beim Einschießen einen Schluck Wasser auf den Ofenboden für etwas Schwaden. Die Kruste wird weniger rustikal, das Brot bleibt aber genauso saftig.
Kann ich zur Sicherheit etwas Hefe dazugeben?
Kannst du. 1 bis 2 g Frischhefe im Hauptteig geben dir mehr Sicherheit, wenn dein Anstellgut noch jung ist. Dann laufen die Gärzeiten kürzer, und ein Sauerteigbrot bleibt es trotzdem.
Kann ich Dinkel 630 durch Type 1050 ersetzen?
Ja. Mit Dinkel 1050 wird das Brot kräftiger und dunkler, und der Teig nimmt etwas mehr Wasser auf. Gib dann von der Reserve ruhig alles dazu und taste dich bei Bedarf noch einen Schluck weiter vor.
Wie lange hält sich der Laib?
Durch den Roggenanteil bleibt er etwa 4 bis 5 Tage frisch. Wickel ihn in ein sauberes Geschirrtuch oder leg ihn in einen Brotkasten. Du kannst ihn auch in Scheiben einfrieren und bei Bedarf auftoasten.
Der Böblinger Bauernlaib zum Ausdrucken

Böblinger Bauernlaib – Dinkel-Roggen-Brot mit Sauerteig aus dem Topf
Zutaten
- 20 g Roggen-Anstellgut Robert
- 100 g Roggenmehl Type 1150
- 100 g Wasser warm, ca. 30 °C
- 220 g reifer Vorteig komplett
- 300 g Dinkelmehl Type 630
- 100 g Roggenmehl Type 1150
- 200 g Wasser + bis 30 g Reserve
- 40 g Orangensaft zimmerwarm
- 10 g Salz
Kochutensilien
Zubereitung
- 20 g Anstellgut mit 100 g Roggenmehl 1150 und 100 g warmem Wasser (ca. 30 °C) verrühren. 8–10 Std. bei Raumtemperatur reifen lassen.
- Reifen Vorteig, 300 g Dinkelmehl 630, 100 g Roggenmehl 1150, 200 g Wasser und 40 g Orangensaft grob verrühren. 10 g Salz zugeben, Reservewasser (bis 30 g) nach Bedarf. Nicht kneten.
- In der ersten Stunde 3–4× dehnen und falten, im Abstand von 20–30 Min.
- Kurze Stockgare bei Raumtemperatur, bis der Teig um ca. die Hälfte zugelegt hat.
- Rundwirken, mit dem Schluss nach unten in den bemehlten Gärkorb legen.
- Abgedeckt 12–18 Std. in den Kühlschrank.
- Ofen mit Topf 45 Min. auf 250 °C vorheizen.
- Laib auf Backpapier stürzen (Naht oben), Oberseite dick mit Roggenmehl bestäuben. Nicht einschneiden.
- Mit Papier in den heißen Topf, Deckel zu, 25 Min. bei 250 °C.
- Deckel ab, auf 200 °C reduzieren, ca. 20 Min. fertigbacken. Kerntemperatur 96–98 °C.
- Auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.
- 20 g Anstellgut mit 100 g Roggenmehl 1150 und 100 g warmem Wasser (ca. 30 °C) verrühren. 8–10 Std. reifen lassen.
- Reifen Vorteig, 300 g Dinkelmehl 630, 100 g Roggenmehl 1150, 200 g Wasser und 40 g Orangensaft grob verrühren. 10 g Salz zugeben, Reservewasser (bis 30 g) nach Bedarf. Nicht kneten.
- In der ersten Stunde 3–4× dehnen und falten, im Abstand von 20–30 Min.
- Stockgare bei Raumtemperatur, bis der Teig sichtbar gebläht ist. Nicht überreifen lassen.
- Rundwirken, mit dem Schluss nach unten in den bemehlten Gärkorb legen.
- Kurze Stückgare bei Raumtemperatur, bis der Laib ca. 40–50 % zugelegt hat.
- Ofen mit Topf 45 Min. auf 250 °C vorheizen.
- Laib auf Backpapier stürzen (Naht oben), Oberseite dick mit Roggenmehl bestäuben. Nicht einschneiden.
- Mit Papier in den heißen Topf, Deckel zu, 25 Min. bei 250 °C.
- Deckel ab, auf 200 °C reduzieren, ca. 20 Min. fertigbacken. Kerntemperatur 96–98 °C.
- Auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.




















































































