Was ist Anstellgut: aktives Anstellgut im Glas mit gewölbter, blasiger Oberfläche auf der Küchentheke

Was ist Anstellgut? Einfach erklärt für Einsteiger

Sauerteig-Grundlagen

Anstellgut, Sauerteig, Vorteig – alles das Gleiche? Nicht ganz. Ich sortiere die Begriffe für dich, zeige dir mein Pflege-System und erkläre, wie du an dein eigenes Anstellgut kommst.

Inhalt7 Min. Lesezeit

Anstellgut, Sauerteig, ASG, Starter, Levain. Als ich mit dem Brotbacken angefangen hab, waren das alles böhmische Dörfer für mich. In den Rezepten stand „nimm 100 g Anstellgut“, und ich saß da und fragte mich, wo ich das jetzt hernehmen soll. Ist das nicht einfach mein Sauerteig?

Ja und nein. Anstellgut ist Sauerteig, aber eben nur ein bestimmter Teil davon. Der Teil, den du im Kühlschrank aufbewahrst und regelmäßig fütterst. Es ist deine eigene kleine Stammkultur, mit der du all deine Brote backst.

Ich sortiere dir hier die Begriffe, zeige dir, wie ich meinen Starter Robert pflege, und wie du selbst an dein Anstellgut kommst.

Was ist Anstellgut?

Anstellgut sieht erst mal unspektakulär aus. Eine zähe, von Bläschen durchzogene Masse in einem Glas, die leicht säuerlich riecht. In dieser Pampe leben Millionen von Hefen und Milchsäurebakterien, eine ganze WG voller Mikroorganismen. Du fütterst sie regelmäßig mit frischem Mehl und Wasser, und dafür geben sie dir Triebkraft fürs Brot. Ein fairer Deal.

Riecht das Glas mal streng nach Aceton oder Essig, ist das meistens nur Hunger. Ein paar kräftige Fütterungen später riecht er wieder fruchtig.

Wenn du backen willst, nimmst du einen kleinen Teil von diesem Anstellgut und machst daraus einen Vorteig, der dann in deinen Brotteig kommt. Das Anstellgut selbst bleibt im Glas. Es ist deine Dauerkarte fürs Brotbacken, nicht die Eintrittskarte, die nach dem Konzert weg ist.

Manche sagen ASG dazu, das ist einfach die Abkürzung für Anstellgut. Andere sagen Starter, aus dem Englischen von sourdough starter. Gemeint ist immer das Gleiche. Ich sage meistens „mein Sauerteig“.

Robert sagt

„Ich bin das Anstellgut, der Chef im Glas. Ohne mich läuft hier gar nichts, kein Vorteig, kein Brot, kein gar nichts. Die anderen im Kühlschrank kommen und gehen, werden verbacken und sind am nächsten Tag Geschichte. Ich nicht, ich bleibe. Zugegeben, meine Jugend war chaotisch, ich hab die Bine am Anfang ganz schön zappeln lassen. Aber seit 2019 steh ich jede Woche für sie parat, und daran wird sich so schnell nichts ändern.“

Anstellgut aus der Nähe: blasiger Sauerteig-Starter durch das Glas gesehen, mit Gummiband am Glas

Anstellgut, Sauerteig, Vorteig, was ist was?

Das hat mich am Anfang total verwirrt. In Rezepten und Foren werden diese Begriffe wild durcheinander benutzt. Einer schreibt „gib 100 g Sauerteig in den Teig“, der Nächste sagt „setz dein Levain an“, ein Dritter „füttere dein Anstellgut“. Sind das jetzt drei verschiedene Dinge oder alles dasselbe?

Wenn man es einmal sortiert hat, ist es eigentlich ganz übersichtlich.

Anstellgut ist deine Stammkultur. Die kleine Menge, die im Kühlschrank lebt und regelmäßig gefüttert wird. Du backst nicht direkt damit, sondern nimmst einen Teil davon, um daraus etwas Größeres zu machen.

Vorteig, auch Levain oder Sauerteig-Ansatz genannt, ist genau dieses etwas Größere. Du nimmst ein paar Gramm Anstellgut, mischst sie mit Mehl und Wasser und lässt den Ansatz mehrere Stunden reifen. Wenn er seinen Hochpunkt erreicht hat, voller Blasen, fruchtig riechend, mit gewölbter Oberfläche, kommt er in den Brotteig. Der Vorteig wird komplett verbacken. Danach ist er weg.

Sauerteig ist der Oberbegriff für das ganze System. Vom Anstellgut über den Vorteig bis zum fertigen Ansatz im Brotteig. Wenn jemand sagt „ich backe mit Sauerteig“, meint er die ganze Sache, nicht ein einzelnes Glas im Kühlschrank.

BegriffWas es istWo es lebtWas damit passiertAuch bekannt als
AnstellgutDeine StammkulturIm KühlschrankWird gefüttert und gepflegt, nie ganz verbackenASG, Starter
VorteigAnsatz aus ASG, Mehl und WasserAuf der Arbeitsfläche, reift 4 bis 18 StundenWird komplett ins Brot verbackenLevain, Sauerteig-Ansatz
SauerteigDer Oberbegriff fürs ganze SystemüberallMeint alles zusammen, vom Glas bis zum Brot
Die Kurzversion

Anstellgut = dein Stamm im Glas, bleibt.
Vorteig oder Levain = der Ansatz zum Backen, wird verbraucht.
Sauerteig = das ganze System, der Oberbegriff.

Wenn du in einem Rezept „100 g Sauerteig“ liest, ist damit fast immer der Vorteig gemeint, nicht dein Anstellgut. Das Anstellgut bleibt im Kühlschrank. Immer.

Anstellgut und Vorteig im Vergleich: kleines Starterglas neben einer größeren Schüssel mit blasigem Vorteig

Warum brauche ich überhaupt Anstellgut?

Ohne Anstellgut müsstest du jedes Mal, wenn du Brot backen willst, einen frischen Sauerteig von null ansetzen. Das dauert 5 bis 7 Tage. Jeden Tag füttern, hoffen, dass sich die richtigen Bakterien durchsetzen, und am Ende erst mal schauen, ob der neue Starter überhaupt genug Trieb hat.

Mit einem Anstellgut im Kühlschrank sparst du dir das komplett. Du fütterst einmal die Woche, und wenn du backen willst, nimmst du ein paar Gramm heraus und machst daraus deinen Vorteig. Am nächsten Tag hast du Brot. Das Anstellgut ist wie ein Sparstrumpf, du zahlst regelmäßig ein bisschen Pflege ein, und wenn du es brauchst, ist der Trieb da.

Bei mir läuft das so. Robert bekommt donnerstags sein Futter, danach geht er satt und zufrieden zurück in den Kühlschrank. Wenn ich freitagabends den Vorteig ansetze, ist er fit und voller Triebkraft. Samstagmorgen wird gebacken. Der ganze Aufwand unter der Woche ist diese eine Fütterung am Donnerstag, die fünf Minuten dauert.

So sieht das bei Robert aus

Robert lebt im Kühlschrank und bekommt einmal die Woche sein Futter, im Verhältnis 1:1:1 (50 g Anstellgut, 50 g Mehl, 50 g Wasser). Mehr braucht er nicht. Wenn ich backen will, nehme ich 5 bis 20 g von ihm und setze daraus einen Vorteig an, je nach Zeit mal 1:5:5 über Nacht, mal 1:3:3 für schneller. Bevor der Vorteig ins Brot kommt, schau ich auf drei Zeichen: gewölbte Oberfläche, Blasen durchs Glas, fruchtiger Geruch.

So kommst du an dein eigenes Anstellgut

Am besten ist es, wenn du dein Anstellgut selbst ansetzt. Du mischst dein eigenes Mehl und Wasser aus deinem Wasserhahn, stellst die Schüssel warm und fütterst den Ansatz über 5 bis 7 Tage. In dieser Zeit siedeln sich von ganz allein wilde Hefen und Milchsäurebakterien an, bis du dein eigenes, lebendiges Anstellgut hast. Das braucht ein bisschen Geduld, weil der junge Starter in den ersten Tagen noch launisch ist, aber es ist am schönsten, wenn er von Anfang an deiner ist. Wie das Schritt für Schritt läuft, zeige ich dir unter Sauerteig ansetzen.

Eigenes Anstellgut ansetzen: frisch angerührter Mehl-Wasser-Ansatz im Glas, daneben Roggenmehl und Wasser

Fast genauso gern verschenke ich Anstellgut. Ein Löffel aus einem gepflegten Glas ist schnell abgegeben, und viele Hobbybäcker machen das gern. Frag mal in deinem Bekanntenkreis, in einer lokalen Backgruppe oder beim Bäcker am Eck. Vielleicht kennst du auch jemanden, der schon mit Sauerteig backt. So ein lebendiger Starter von jemandem, der regelmäßig backt, ist ein wunderbarer Einstieg. Luigi, mein Lievito Madre, stammt übrigens selbst von einem geschenkten Starter, den ich 2023 von meinem Papa bekommen habe.

Das Tütchen aus dem Supermarkt treibt nicht

Was in Supermarkt oder Drogerie als Anstellgut oder Sauerteig im Regal steht, ist meistens gar kein lebendiger Starter, sondern nur ein Extrakt. Das gibt deinem Brot Geschmack, aber es treibt nicht, dein Teig geht damit nicht auf. Für ein echtes Sauerteigbrot brauchst du ein lebendiges Anstellgut. Kaufen würde ich selbst keins, dann setze ich lieber welches an oder frage beim Bäcker nach.

Was ist Anstellgut: fertiges Sauerteigbrot aus dem eigenen Anstellgut, aufgeschnitten mit offener Krume
Glas mit blubberndem Sauerteig-Starter auf Marmor

Dein Starter-Check

Was ist mit meinem Starter los?

Blubbert nichts, riecht es streng oder tut sich gar nichts? Beantworte ein paar kurze Fragen, und ich sag dir, was dein Starter gerade braucht.

Häufige Fragen zum Anstellgut

Was kann ich statt Anstellgut nehmen?

Für ein echtes Sauerteigbrot gibt es keinen Ersatz, du brauchst ein lebendiges Anstellgut. Hast du gerade keins, kannst du entweder mit Hefe backen oder dir bei jemandem, der schon bäckt, einen Löffel abgeben lassen. Getrocknetes aus dem Supermarkt bringt meistens nur Geschmack, aber keinen Trieb.

Wie viel Anstellgut brauche ich für ein Brot?

Für ein normales Brot reichen meist 5 bis 20 g Anstellgut, aus denen du den Vorteig ansetzt. Die genaue Menge steht in deinem Rezept. Direkt ins Brot kommen später oft 50 bis 150 g fertiger Vorteig, nicht das Anstellgut selbst.

Welches Mehl nehme ich für mein Anstellgut?

Roggenmehl ist für den Anfang am gutmütigsten, es springt schnell an und verzeiht viel. Robert ist ein Roggen-Starter. Weizen geht auch, ist aber etwas empfindlicher. Wichtig ist nur, dass du möglichst beim selben Mehl bleibst, dann läuft dein Anstellgut am zuverlässigsten.

Muss ich mein Anstellgut jeden Tag füttern?

Nein, im Kühlschrank reicht einmal die Woche. Die Kälte verlangsamt Hefen und Bakterien so stark, dass sie mit einer Fütterung pro Woche gut auskommen. Täglich füttern musst du nur, wenn dein Anstellgut bei Raumtemperatur steht, und das lohnt sich nur, wenn du auch täglich bäckst.

Wie lange hält sich Anstellgut im Kühlschrank?

7 bis 10 Tage sind überhaupt kein Problem, auch zwei bis drei Wochen übersteht es gut. Ich habe Robert mal vier Wochen vergessen, oben stand dunkle Flüssigkeit und er roch streng. Drei Fütterungen später blubberte er wieder wie immer. Sauerteig ist erstaunlich zäh. Für längere Backpausen findest du im Artikel Sauerteig aufbewahren noch andere Methoden.

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Zwei Scheiben Sauerteigbrot mit Butter auf einem Teller, daneben eine Tasse Kaffee, eine Leinenserviette und Weizenähren am Fenster

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Bine, Hobbybäckerin und Brotback-Mentorin

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Hallo, ich bin Bine

Bei mir lernst du Brotbacken so, dass du es wirklich verstehst – mit Blick fürs Warum hinter dem Wie. Seit Jahren backe ich in meiner eigenen Küche, teste Rezepte und halte fest, was sich bewährt.

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6 Kommentare

  1. Avatar von Gerhard
    Gerhard

    Hallo Bine, im Rezept stehen 200g Sauerteig. Setzt sich das aus 65g ASG , 70g Mehl und 65g Wasser zusammen? Desweiteren sind 200g Roggenvollkornmehl, 250g Weizenmehl und 400g Kartoffeln darin. Muss ich da 2 Vorteige machen?
    Liebe Grüße
    Gerhard

    1. Avatar von Bine

      Hallo Gerhard,
      um welches Rezept handelt es sich denn?
      Das kann man pauschal so nicht sagen.
      In der Regel gebe ich bei meinen Rezepten an, wenn es sich um Anstellgut handelt und man daraus einen (Vorteig)-Sauerteig herstellen sollte. Deshalb bin ich grad verwirrt welches Rezept du explizit meinst.
      Das gleiche gilt für die Frage zu Roggenvollkorn, Weizen und Kartoffeln.
      Sag mir doch welches Rezept von mir du meinst, dann kann ich da näher drauf eingehen.

      Liebe Grüße von der Bine

      1. Avatar von Gerhard
        Gerhard

        Das ist ein Kartoffelbrot, hab bei Dir kein Kartoffelbrot gefunden.
        CHEFKOCH
        Rezept online aufrufen
        08/15 Kartoffelbrot
        Vollkornroggenmischbrot mit Kartoffeln und Sauerteig, auch gut zur Resteverwertung gekochter Kartoffeln
        Die Kartoffeln durch eine Presse drücken, ob Pell- oder Salzkartoffeln ist egal. Ich habe bisher immer festkochende genommen, entweder Linda oder rotschalige Kartoffeln. Bei mehligen Kartoffeln kann es sein, dass man etwas mehr Wasser an den Teig geben muss.
        Alle Zutaten in der Küchenmaschine 5 Minuten durchkneten lassen, bis ein homogener Teig entsteht. Das dauert mit den Kartoffeln etwas länger, als wenn man nur Wasser für die Feuchtigkeit zugibt. Den Teig rund 30 Minuten ruhen lassen, dann durchkneten und einen Laib formen. Diesen in einen Gärkorb oder eine Form geben.
        Je nach Triebkraft des Sauerteiges oder ob Hefe verwendet wurde, das Brot 1-4 Stunden an einem warmen Ort (am besten mit einem feuchten Tuch abgedeckt oder in einer großen Tute) gehen lassen.
        Den Ofen rechtzeitig auf 250 Grad Celsius vorheizen. Das Brot unter Schwaden (mit Wasser in einer feuerfesten Form im Ofen oder Nebel aus der Sprühflasche) 15 Minuten bei 250 Grad backen. Dann die Wasserschale rausnehmen und das Brot bei 200 Grad 20 Minuten weiter backen. Danach nochmals 20 Minuten backen, wobei der Ofen weiter runterregelt wird auf 180 Grad. Das Brot rausnehmen, auskühlen lassen und genießen.
        Tipps: Die Kartoffeln schmecken je nach Sorte in den ersten 2 Tagen stark bis gar nicht aus dem Brot heraus, geben ihm aber eine längere Frische und Saftigkeit. Die Sorte Linda schmeckt. beispielsweise nicht raus, die rotschaligen Kartoffeln in den ersten beiden Tage sehr stark.
        Wer lieber Brot hat, das würziger schmeckt, sollte Brotgewürz hineingeben. Für Experimentierfreudige empfehle ich, ein bis 2 Zweige Rosmarin mit heißem Wasser aufzugielen. Wenn es ausgekühtt ist, die Zweige rausnehmen und statt des Wassers 100 g
        des Rosmarinaufgusses nehmen. Wenn man aromatische Kartoffeln hat, die rausschmecken gibt das zusammen eine schöne Note.
        Zum Sauerteig gibt es hier in der Datenbank einige Rezepte, die einem verraten wie man ihn ansetzt, das dauert allerdings einige Tage, bis er backbereit ist.
        Für das Brot nehme ich meistens Roggenvollkornmehl und
        ww.chefkoch.de/rezepte/drucken/2913491443626972/08-15-Kartoffelbrot.html
        Zutaten für 1 Portionen:
        200g Sauerteig (Roggensauerteig)
        400g Kartoffel(n), gekocht
        200g Roggenvollkornmehl
        250g Weizenmehl
        15g Salz
        100 g
        Wasser
        л. В.
        Hefe, falls der Sauerteig noch nicht genug Triegkraft hat
        n. B. Brotgewürzmischung
        Rezept von: zero815
        06.08.25

        1. Avatar von Bine

          Hallo Gerhard,
          danke für das Rezept.
          In dem Fall ist ein Sauerteig-Vorteig gemeint. Für 200g Sauerteig kommt es auf die Versäuerung an, die sich der Autor gedacht hat, das kann ich dir leider nicht sagen.
          Um ca. 200 g Sauerteig zu erhalten, empfehle ich dir: 20 g Anstellgut (dein Starter aus dem Kühlschrank), 90 g Mehl (die Sorte, die im Rezept für den Sauerteig steht), 90 g Wasser (lauwarm, ca. 30–35 °C)
          Das ergibt zusammen 200 g. Ein paar Gramm verlierst du immer am Löffel oder am Glasrand, deshalb rechne ich lieber ganz knapp drüber.

          Sei mir bitte nicht böse, aber ich hatte es dir schon per Email geschrieben, dass es mich riesig freut wenn meine Rezepte und Artikel meine Leser zum Backen inspirieren! Ich helfe auch jederzeit gerne weiter, wenn spezifische Fragen zu meinen eigenen Rezepten oder den Inhalten auf diesem Blog auftauchen.

          Bitte hab jedoch Verständnis dafür, dass ich kein individuelles, kostenloses Back-Coaching für fremde Rezepte leisten kann. Dieser Blog ist mein Hobby, das ich mit viel Herzblut betreibe und alle Inhalte stehen euch hier bereits kostenlos zur Verfügung. Ein persönliches Coaching übersteigt jedoch meine zeitlichen Kapazitäten bei weitem.

          Danke für dein Verständnis.

          Liebe Grüße Sabine

  2. Avatar von Gerhard
    Gerhard

    Hallo nochmal, hab da noch eine Mehlfrage. Wenn in einem Rezept Weizenmehl 1050 steht, wie verändert es sich, wenn ich 550 er Mehl verwende.
    Gruß
    Gerhard

    1. Avatar von Bine

      Hallo Gerhard,
      Type 1050 1:1 gegen 550er zu tauschen funktioniert leider nicht. Wenn du nur 550er daheim hast, kannst du es nehmen, aber du musst mit dem Wasser extrem vorsichtig sein und darfst nicht den herzhaften Geschmack eines Mischbrotes erwarten.

      Ehrlich gesagt: Wenn im Rezept 1050er steht, hat sich der Autor meistens was dabei gedacht, um genau diese Balance aus Saftigkeit und Aroma zu treffen.
      Ich müsste jetzt ganz weit ausholen über den Versäuerungsgrad deines Mehles über Bäckerprozente bis hin zur Hydration, aber das sprengt den Rahmen hier etwas, aber ganz generell, wenn man Zutaten und Mehle in getesteten Rezepten austauscht, hilft es, wenn man ein bisschen Erfahrung in der Rezeptentwicklung hat. Das ist ein bisschen anderes als beim Kuchenbacken.
      Beim Brot ist das Rezept eher ein fein abgestimmtes Uhrwerk: Wenn du ein Rädchen wie die Mehltype tauschst, verändert sich direkt der ganze Takt. Mein Rat: Back das Rezept erst ein paar Mal genau nach Vorschrift. Wenn du dann ein Gefühl dafür hast, wie der Teig reagieren muss, kannst du anfangen zu experimentieren. Das spart dir am Anfang eine Menge Frust und flache Fladen!

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