Angeschnittener Limpurger Schrotlaib mit zwei Scheiben, saftige Krume mit feiner Porung sichtbar
Sauerteig & Hefe

Limpurger Schrotlaib – Rustikales Weizenmisch-Brot mit Röst-Brühstück

TriebmittelSauerteig & Hefe
Reifezeitein halber Tag
Garewarm

Rustikales Weizenmischbrot aus der Limpurger Gegend – mit geröstetem Roggenschrot im Röst-Brühstück. Weizen und Dinkel geben dem Teig Struktur und Stand. Nussig, saftig, mit körniger Kruste und tagelanger Frischhaltung dank Sauerteig.

Gesamtzeitca. 9 Std 25 Min
SchwierigkeitFortgeschritten
Menge1 Brot
Inhalt17 Min. Lesezeit

Die Grafschaft Limpurg südlich von Schwäbisch Hall war über Jahrhunderte bäuerlich geprägt. Auf den Hügeln zwischen Kocher und Bühler wuchsen Roggen, Dinkel und Weizen. Holz aus den Limpurger Wäldern wurde auf dem Kocher nach Hall geflößt, wo es die Saline befeuerte, denn Schwäbisch Hall war eine Salzstadt. Die Bauern der Grafschaft lebten bescheiden, aßen, was der Boden hergab, und backten Brote aus grobem Schrot, weil sich feines Mehl kaum einer leisten konnte. Kräftige, dunkle Laibe mit dicker Kruste, Brote, die satt machten und tagelang hielten.

Mein Limpurger Schrotlaib knüpft an diese Tradition an. Kein feines Weißbrot, sondern ein kräftiger, rustikaler Laib, der seinen Geschmack einem besonderen Schritt verdankt, dem Röst-Brühstück. Roggenschrot wird in einer trockenen Pfanne geröstet, bis er goldbraun ist und nussig-erdig duftet, dann mit kochendem Wasser überbrüht. Das Rösten bringt die nussigen Aromen raus, das Brühen bindet die Feuchtigkeit im Schrot, zusammen macht das die Krume saftig und das Brot haltbar.

Die Mischung aus Weizenmehl und Dinkelmehl gibt dem Teig Struktur und Leichtigkeit, während der Roggenschrot für den kräftigen Geschmack sorgt. Vor dem Backen wird der Teigling in trockenem Roggenschrot gewälzt, das gibt eine körnige Kruste, die beim Anschneiden richtig schön knuspert.

Plane für dieses Brot etwa 8–9 Stunden ein, davon stehst du nur 35 Minuten aktiv in der Küche. Den Rest erledigen das Brühstück und der Teig von alleine.

Rustikaler Schrotlaib mit bemehlter Kruste auf Holzbrett – Weizenmischbrot backen mit Röst-Brühstück

Backzeiten-Rechner

Wann muss ich anfangen?

Du willst den Schrotlaib zu einer bestimmten Uhrzeit aus dem Ofen holen? Sag dem Backzeiten-Rechner, wann du fertig sein möchtest, und er rechnet dir jeden Schritt bis zum Rösten des Schrots zurück.

Zum Rechner springen ↓

Die Zutaten – das ist drin im Weizenmischbrot

Röst-Brühstück
Roggen-Vollkorn-Schrot (grob)100 g
Wasser (kochend)150 g
Hauptteig
Das komplette Röst-Brühstück (kalt)(250 g)
Weizenmehl Type 550300 g
Dinkelmehl Type 630100 g
Anstellgut (frisch gefüttert)50 g
Frischhefe3 g
Honig10 g
Röstmalzmehl (inaktiv)5 g
Salz11 g
Olivenöl20 g
Wasser (kalt)200 g
Wasser (Bassinage, bei Bedarf)20–30 g
Zum Wälzen
Trockener Roggen-Vollkorn-Schrot3–4 EL

Warum Sauerteig und Hefe zusammen in den Teig kommen

In diesem Teig arbeiten zwei Triebmittel nebeneinander, 50 g Anstellgut und 3 g Frischhefe. Das irritiert viele. Es klingt, als würde man dem Sauerteig nicht zutrauen, was er eigentlich kann.

Die beiden machen aber nicht dasselbe.

Der Sauerteig ist für den Geschmack zuständig. In den vier Stunden Stockgare legen die Milchsäurebakterien die leicht säuerliche Tiefe an, die zum gerösteten Roggenschrot passt. Ohne ihn schmeckt der Laib flach, ganz egal wie schön er aufgeht.

Die Hefe ist für den Trieb zuständig. Ein Teig mit 100 g Roggenschrot ist schwerer, als er aussieht. Die Schalenteilchen im Schrot stören das Klebernetz aus Weizen und Dinkel, und je nachdem, wie fit dein Anstellgut gerade ist, reicht seine Kraft für dieses Gewicht in vier Stunden nicht sicher aus. Die 3 g Hefe sind gut ein halbes Prozent vom Mehl, also so wenig, dass du sie im Geschmack nicht wiederfindest, und genug, damit der Laib verlässlich hochkommt.

Ich habe die Hefe von Anfang an mit reingenommen, weil es für Brotback-Neulinge sicherer ist. Wenn du noch nicht einschätzen kannst, ob dein Starter gerade fit genug ist, nimmt dir die Hefe genau diese Frage ab.

Wenn dein Anstellgut sehr aktiv ist und du Zeit mitbringst, kannst du die Hefe auch weglassen. Wie das geht, steht weiter unten bei den Varianten.

Robert sagt

„Drei Gramm Hefe. Und wegen drei Gramm rege ich mich jetzt auf, ja.

Dann hab ich mir das Ganze in Ruhe angeschaut. Sie treibt. Mehr macht sie nicht. Sie geht rein, sie bläst den Teig auf, und dann ist sie wieder weg. Kein Aroma, keine Säure, nichts, woran sich am nächsten Tag noch jemand erinnert.

Der Geschmack in dieser Krume ist von mir. Da kommt sie nicht ran, und das weiß sie auch.“

Zwei Zeitpläne für deinen Tag

Der Teig ist beide Male der gleiche. Ob du alles an einem Tag machst oder die Gare über Nacht in den Kühlschrank verlegst, bestimmst du nach deinem Tag. Die kühle Variante bringt dir dazu noch etwas mehr Aroma.

Empfehlung

Klassisch

Ablauf

Morgens das Brühstück rösten und ansetzen, nach dem Quellen den Hauptteig kneten. Dann Stockgare, formen, kurze Stückgare und ab in den heißen Topf. Alles an einem Tag.

Gesamtzeit

ca. 8–9 Stunden an einem Tag (aktiv ~35 Minuten)

Charakter

Mild und nussig, unkompliziert. Wer morgens anfängt, hat am Nachmittag frisches Brot.

Lang

Ablauf

Brühstück und Hauptteig am ersten Tag, dann wandert der geformte Teigling über Nacht in den Kühlschrank (5–7 °C). Am nächsten Morgen backst du ihn direkt aus der Kälte.

Gesamtzeit

ca. 18–20 Stunden über 2 Tage (aktiv ~35 Minuten)

Charakter

Kräftiger und einen Tick säuerlicher durch die lange kühle Gare. Und du entscheidest am Backtag frei, wann der Ofen angeht.

Limpurger Schrotlaib halbiert mit Brotscheiben im Hintergrund, rustikales Brot selber backen

So backst du den Limpurger Schrotlaib

Schritt 1: Röst-Brühstück ansetzen

  1. Roggenschrot in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 3–4 Minuten rösten, bis er goldbraun ist und nussig duftet. Regelmäßig umrühren. Durch die Hitze bricht die Stärke im Schrot auf, das setzt Röstaromen frei, die du mit rohem Schrot nie bekommst.
  2. Den gerösteten Schrot mit dem kochenden Wasser übergießen und gut umrühren. Das kochende Wasser hat zwei Aufgaben. Es quillt den Schrot auf und bindet die Feuchtigkeit, die später in der Krume bleibt. Abdecken und mindestens 3 Stunden quellen lassen, oder über Nacht im Kühlschrank.
Wie dunkel darf der Schrot werden?

Röste den Schrot goldbraun, nicht dunkelbraun. Zu stark gerösteter Schrot schmeckt bitter. Wenn es anfängt zu rauchen, runter mit der Hitze.

Schritt 2: Hauptteig kneten

  1. Wasser, Anstellgut, Frischhefe und Honig in die Knetschüssel geben. Wenn du dein Anstellgut vorher auffrischst, sollte es innerhalb von 4–6 Stunden Blasen werfen und sich sichtbar vergrößern.
  2. Weizenmehl und Dinkelmehl dazu, 3 Minuten auf langsamster Stufe ankneten. Brühstück und Olivenöl kommen noch nicht rein, die Mehle brauchen erst Zeit, das Wasser aufzunehmen und ein Glutennetz aufzubauen.
  3. Jetzt das abgekühlte Brühstück, Olivenöl, Röstmalzmehl und Salz dazu. Auf zweiter Stufe 5–8 Minuten kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst. Die Oberfläche bleibt durch die Schrotstücke etwas rau, das ist normal und gewollt.
  4. Bei Bedarf 20–30 g Wasser als Bassinage tröpfchenweise zugeben. Nicht alles auf einmal, gib dem Teig 1–2 Minuten, bis er das Wasser aufgenommen hat, bevor du mehr hinzufügst.
Überkneten vermeiden

Durch den Dinkelanteil ist der Teig empfindlicher als reiner Weizenteig. Sobald er sich vom Schüsselrand löst und glatt aussieht, hör auf. Überkneten macht ihn klebrig und schlapp, dann hilft auch kein Mehl mehr.

Schritt 3: Stockgare

  1. Teig in eine leicht geölte Schüssel geben, abdecken. 4 Stunden bei Raumtemperatur (22–24 °C) gehen lassen. In dieser Zeit fermentiert der Sauerteig den Teig und baut Aroma auf. Ich nutze die Wartezeit meistens, um die Küche aufzuräumen und das Brühstück-Geschirr zu spülen, danach ist bis zum Dehnen und Falten nichts zu tun.
  2. Nach 45 und 90 Minuten dehnen und falten. Dazu den Teig mit nassen Händen von allen vier Seiten hochziehen und zur Mitte falten. Das Dehnen und Falten ersetzt an dieser Stelle weiteres Kneten, es baut Spannung im Teig auf und verteilt die Gärgase gleichmäßig, ohne die Schrotstücke aus dem Brühstück zu beschädigen. Du wirst merken, wie der Teig nach jedem Durchgang fester und geschmeidiger wird. Nach der zweiten Runde fühlt er sich deutlich anders an als direkt nach dem Kneten, straffer, glatter, mit mehr Widerstand.

Schritt 4: Formen und in Schrot wälzen

  1. Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche kippen und zu einer straffen Kugel formen. Straff formen heißt, die Teigoberfläche nach unten zu ziehen und dabei zu drehen, bis eine glatte Spannung an der Oberfläche entsteht. Je straffer du formst, desto besser hält das Brot seine Form im Ofen.
  2. Den Verschluss (die Naht) mit Wasser befeuchten und in trockenem Roggenschrot wälzen. Der Verschluss muss richtig nass sein, nicht nur leicht angefeuchtet, sonst fällt der Schrot nach dem Backen ab.
  3. Teigling mit der Schrotseite nach unten in ein bemehltes Gärkörbchen legen. Beim Stürzen zeigt die Schrotseite dann nach oben.

Schritt 5: Stückgare

  1. Gärkörbchen abdecken, 45–60 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen. Der Teigling sollte sichtbar aufgegangen sein, aber noch Spannung haben. Drücke leicht mit dem Finger rein, wenn die Delle sich langsam zurückbildet, ist er bereit. Bei Übernacht-Gare kommt er jetzt abgedeckt in den Kühlschrank (5–7 °C).
  2. Backofen mit Gusseisentopf auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen, mindestens 45 Minuten. Der Topf muss durchgeheizt sein, sonst fehlt dem Brot der Ofentrieb.
Backpapier als Tragehilfe

Schneide das Backpapier in einen breiten Streifen und leg es unter den Teigling, bevor du ihn stürzt. Mit den Enden hebst du ihn sicher in den heißen Topf und wieder heraus, ohne dir die Finger zu verbrennen.

Schritt 6: Backen

  1. Teigling auf Backpapier stürzen (Schrot zeigt nach oben) und mit einer Bäckerklinge einschneiden, etwa 1 cm tief, im 45-Grad-Winkel. Der Einschnitt gibt dem Brot eine kontrollierte Stelle, an der es beim Backen aufreißen kann.
  2. Backpapier in den heißen Topf heben, Deckel drauf. 40 Minuten bei 230 °C backen. Der geschlossene Deckel fängt den Dampf ein, den der Teig abgibt, das sorgt für eine dünne, knusprige Kruste.
  3. Deckel abnehmen, auf 210 °C reduzieren, 10–15 Minuten offen fertig backen, bis die Kruste dunkelbraun ist. Wenn du ein Einstichthermometer hast, ist der Laib bei 96 bis 98 °C Kerntemperatur fertig.
  4. Auf einem Rost mindestens 2 Stunden auskühlen lassen. Nicht zu früh anschneiden, das Brot backt auf dem Rost noch nach, und die Krume stabilisiert sich erst beim Abkühlen.
Vorsicht

Der Gusseisentopf hat 45 Minuten bei 250 °C im Ofen gestanden. Nimm dicke Ofenhandschuhe beim Öffnen des Deckels und beim Heben des Topfes. Verbrennungsgefahr!

Mein Zubehör, das ich verwende

Runde Backmatte für den gusseisernen Topf
Runde Backmatte*
Die kommt bei mir unter den Teig, zum Formen und zum Backen. Da klebt nichts an und das Saubermachen ist schnell erledigt.
Einstichthermometer zum Messen der Kerntemperatur
Einstichthermometer*
Ab 98 °C Kerntemperatur ist das Brot durch. Damit rät man nicht mehr, ob es fertig ist.
Teigkarte aus Edelstahl zum Portionieren
Teigkarte aus Edelstahl*
Die feste Karte nehm ich zum Abstechen und Portionieren. Damit teil ich den Teig sauber, ohne ihn zu quetschen.

Hier kannst du meine komplette Backausrüstung anschauen.

* Affiliate-Link: Kaufst du darüber, bekomme ich eine kleine Provision, für dich bleibt der Preis gleich.

Dein Schrotlaib, deine Regeln – 6 Varianten zum Ausprobieren

Mehr Roggen, mehr Charakter

Ersetze 100 g des Weizenmehls Type 550 durch 100 g Roggenmehl Type 1150. Das verschiebt den Geschmack deutlich in Richtung kräftig-herzhaft, und die Krume wird dichter und feuchter. Roggenmehl bindet mehr Wasser als Weizen, deshalb brauchst du wahrscheinlich keine Bassinage, die 200 g Wasser im Hauptteig reichen aus. Der Teig wird klebriger als in der Grundversion. Bemehle deine Hände und die Arbeitsfläche beim Formen großzügig mit Roggenmehl. Die Stockgare bleibt gleich, die Stückgare verkürzt sich um etwa 10 Minuten, weil Roggen schneller fermentiert.

Ohne Sauerteig – nur mit Hefe

Lass das Anstellgut weg und erhöhe die Frischhefe auf 8 g. Das Brot schmeckt dann milder und weniger komplex, weil die Milchsäure aus dem Sauerteig fehlt. Die Stockgare verkürzt sich auf etwa 2 Stunden, die Stückgare auf 30–40 Minuten. Der Teig geht schneller auf, ist aber auch empfindlicher gegenüber Übergare, behalte ihn im Blick. Wenn du den leicht säuerlichen Geschmack trotzdem haben willst, gib 1 EL Apfelessig zum Hauptteig. Diese Variante eignet sich, wenn dein Sauerteig gerade nicht fit ist oder du spontan backen willst.

In der Kastenform – einfacher zu formen

Backe das Brot in einer gefetteten Kastenform (25 cm). Die Kastenform gibt dem Teig Halt, deshalb musst du beim Formen weniger Spannung aufbauen, den Teig einfach reinlegen und leicht andrücken. Die Stückgare dauert 60–75 Minuten, bis der Teig etwa 1 cm über den Formrand steht. Backe bei 220 °C Ober-/Unterhitze für 50–55 Minuten ohne Deckel. Du brauchst keinen Gusseisentopf und kein Backpapier als Schlinge. Die Kruste wird dünner als im Topf, dafür bekommst du gleichmäßige Scheiben. Ich nutze die Kastenform, wenn das Brot hauptsächlich als Sandwichbrot dienen soll.

Mit Körnern und Saaten für mehr Biss

Mische 50–70 g Saaten nach dem Kneten auf niedrigster Stufe in den Teig. Sonnenblumenkerne, Leinsamen oder Sesam funktionieren alle, auch gemischt. Röste die Saaten vorher 2–3 Minuten in einer trockenen Pfanne an, das bringt nussige Aromen raus, die sich mit dem gerösteten Schrot ergänzen. Die Saaten brauchen Wasser, deshalb gib die volle Bassinage (30 g) dazu, damit die Krume nicht austrocknet. Die Stockgare bleibt gleich. Das Brot wird kerniger und sättigender, hält sich aber genauso lange frisch wie die Grundversion.

Ohne Röstmalz – milder und süßer

Lass das Röstmalzmehl weg und erhöhe den Honig auf 15 g. Das Brot wird milder im Geschmack, die Kruste etwas heller und weniger kräftig gebräunt. Die Röstaromen aus dem Brühstück tragen das Brot trotzdem, es schmeckt nur weniger malzig und einen Tick süßer. Die Backzeit bleibt gleich, aber prüfe die Kruste gegen Ende genauer, weil sie ohne Malz weniger stark nachdunkelt. Diese Variante eignet sich, wenn du Röstmalzmehl nicht zur Hand hast oder ein Brot bevorzugst, das auch zu mildem Belag passt.

Nur mit Sauerteig, ohne Hefe

Wenn dein Anstellgut zuverlässig arbeitet und du weißt, wie lange es bei dir bis zum Höhepunkt braucht, lass die 3 g Hefe einfach weg. Ich habe den Laib selbst noch nicht ohne gebacken, deshalb bekommst du von mir keine Stundenzahl, die nur geraten wäre. Plane deutlich mehr Zeit für die Stockgare ein. Der Teig sagt dir, wann er so weit ist. Er hat dann sichtbar an Volumen zugelegt und fühlt sich beim Anheben der Schüssel weich und luftig an. Etwas mehr Anstellgut, also 75 g statt 50 g, hilft zusätzlich.

Meine Lieblingsvariante

Das klassische Rezept, genau so wie es hier steht. Die Kombination aus geröstetem Schrot, Röstmalz, Honig und Olivenöl gibt dem Limpurger Schrotlaib genau die richtige Balance, kräftig und nussig, aber trotzdem saftig und nicht zu schwer.

Aufgeschnittener Limpurger Schrotlaib auf Schneidebrett, Krume und Kruste von oben fotografiert

Wenn dein Schrotlaib nicht so wird wie geplant

Ein paar Sachen gehen beim Schrotlaib häufiger schief. Meistens steckt eine einfache Ursache dahinter, und die kriegst du beim nächsten Mal in den Griff.

❌ Das Brühstück ist zu nass und matschig

Das Brühstück sieht aus wie Brei und hat keine Struktur mehr. Das passiert fast immer, wenn du feinen Schrot statt grob geschroteten Vollkornschrot verwendest. Feiner Schrot saugt das Wasser sofort komplett auf und wird matschig, grober Schrot behält seine Körnung und Textur. Wenn das Brühstück trotz grobem Schrot zu nass ist, gieß die überschüssige Flüssigkeit vorsichtig ab, bevor du es in den Teig gibst. Beim nächsten Mal reduzierst du das Wasser im Brühstück um 10–20 g. Das fertige Brühstück sollte feucht sein, aber nicht tropfen.

❌ Der Teig ist zu klebrig und lässt sich nicht formen

Der Teig bleibt an Händen und Arbeitsfläche haften und du bekommst keine Kugel geformt. Das liegt meistens an zu viel Bassinage oder daran, dass der Teig zu warm geworden ist, über 26 °C wird es schwierig. Bemehle Hände und Arbeitsfläche großzügig mit Weizenmehl und arbeite zügig. Je länger du den Teig bearbeitest, desto klebriger wird er. Wenn gar nichts mehr geht, stell den Teig 10–15 Minuten in den Kühlschrank. Die Kälte macht ihn fester und deutlich einfacher zu formen. Beim nächsten Mal gibst du weniger oder keine Bassinage dazu.

❌ Das Brot geht nicht richtig auf

Das Brot bleibt nach dem Backen flach und kompakt, die Krume ist dicht und schwer. Die häufigste Ursache ist ein schwaches oder inaktives Anstellgut. Prüfe vor dem Backen, ob dein Anstellgut innerhalb von 4–6 Stunden nach dem Füttern Blasen wirft und sich sichtbar vergrößert. Wenn deine Küche kühler als 22 °C ist, braucht der Teig mehr Zeit, verlängere die Stockgare um 30–60 Minuten. Achte darauf, dass die Stückgare nicht über 60 Minuten hinausgeht, sonst verliert der Teig seine Spannung und sackt im Ofen zusammen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, erhöhe die Frischhefe auf 8 g.

❌ Die Krume ist zu dicht und kompakt

Die Krume hat kaum sichtbare Poren und sieht massiv aus. Das liegt fast immer an zu wenig Teigentwicklung, also zu kurz geknetet oder das Dehnen und Falten ausgelassen. Knete den Teig die vollen 5–8 Minuten auf Stufe 2, bis er sich sauber vom Schüsselrand löst. Die Oberfläche bleibt durch den Schrot etwas rau, aber der Teig sollte trotzdem elastisch sein und sich ziehen lassen. Dehnen und Falten nach 45 und 90 Minuten ist kein optionaler Schritt, es baut genau die Struktur auf, die das Brot für eine lockere Krume braucht. Wenn du von Hand knetest statt mit der Maschine, plane 12–15 Minuten ein.

❌ Der Schrot fällt nach dem Backen von der Kruste

Nach dem Backen liegt der Roggenschrot auf dem Backpapier statt auf dem Brot. Das passiert, wenn die Oberfläche des Teiglings beim Wälzen nicht feucht genug war. Befeuchte den Verschluss (die Naht) großzügig mit Wasser, er muss richtig nass sein, nicht nur leicht angefeuchtet. Drücke den Teigling dann mit sanftem, gleichmäßigem Druck in den trockenen Roggenschrot und achte darauf, dass der Schrot die gesamte Oberfläche bedeckt. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, besprüh den ganzen Teigling mit einer Sprühflasche, bevor du ihn in den Schrot legst.

Detailaufnahme der aufgerissenen Kruste vom Limpurger Schrotlaib mit Röstaromen aus dem Brühstück

Hydration und Co. – für alle, die es genau wissen wollen

Kurz zur Einordnung, dieser Teil ist für alle, die gern mit Zahlen arbeiten. Fürs Backen selbst brauchst du die Tabelle nicht, aber sie hilft, wenn du das Rezept anpassen oder mit anderen Rezepten vergleichen willst.

Gesamtmehl500 g
Gesamtwasser350 g
Hydration70 %
Teigausbeute (TA)170
Salz2,2 %

Wie fühlt sich der Teig an?

Mit 70 % Hydration und dem Brühstück im Teig ist er weicher als ein Standard-Brotteig, aber gut zu verarbeiten. Die Schrotstücke machen die Oberfläche etwas rau, das ist gewollt. Nach der Stockgare mit Dehnen und Falten wird er fester und lässt sich gut formen. Mit voller Bassinage (bis 30 g) steigt die effektive Hydration auf etwa 76 %.

Querschnitt durch den Limpurger Schrotlaib mit saftiger Krume und körniger Kruste

Noch Fragen zum Limpurger Schrotlaib? – FAQ

Warum ist im Rezept Hefe UND Sauerteig?

Der Sauerteig bringt Geschmack und Säure, die Hefe sorgt für zuverlässigen Trieb. Mit 50 g Anstellgut auf 500 g Mehl und Schrot reicht die Kraft des Sauerteigs allein nicht sicher aus, um den Teig in vier Stunden Stockgare aufgehen zu lassen. Die 3 g Frischhefe geben ihm diese Sicherheit, ohne beim Geschmack mitzureden. Wenn dein Anstellgut sehr aktiv ist, kannst du die Hefe weglassen und dem Teig deutlich mehr Zeit geben. Ausführlich steht das weiter oben im Abschnitt darüber, warum beide Triebmittel im Teig sind.

Welchen Schrot nehme ich – grob oder fein?

Grob geschrotet. Feiner Schrot saugt das Wasser im Brühstück zu schnell auf und wird matschig. Grober Schrot behält seine Struktur, gibt dem Brot Biss und sorgt für die körnige Textur in der Krume. Im Bioladen oder in der Mühle findest du ihn meistens als „Roggen-Vollkorn-Schrot grob“. Wenn du nur feinen Schrot bekommst, reduziere das Wasser im Brühstück um 20–30 g.

Kann ich statt Roggenschrot auch Weizen- oder Dinkelschrot verwenden?

Ja, aber das Ergebnis verändert sich. Weizenschrot schmeckt milder und weniger kräftig, die Röstaromen kommen nicht so intensiv durch. Dinkelschrot bringt eine leicht nussige Note mit, ist aber empfindlicher beim Rösten und verbrennt schneller. Roggenschrot ist hier die beste Wahl, weil er die Röstaromen am intensivsten entwickelt und dem Brot seinen kräftigen Charakter gibt.

Was ist Röstmalzmehl und wo bekomme ich es?

Röstmalzmehl ist geröstetes, enzymatisch inaktives Gerstenmalz. Es gibt dem Brot eine dunklere Krume, eine kräftigere Kruste und einen malzigen Geschmack. Du findest es in Biomärkten, Mühlenläden oder online, achte darauf, dass „inaktiv“ auf der Packung steht. Aktives Malz hat eine andere Wirkung und macht den Teig klebrig.

Kann ich den Schrotlaib auch ohne Gusseisentopf backen?

Ja. Backe das Brot auf einem Backstein oder Backstahl bei 250 °C und bedampfe kräftig. Dazu gießt du 100–150 ml Wasser in eine heiße Schale am Ofenboden. Nach 15 Minuten den Dampf ablassen und bei 210 °C fertig backen, insgesamt 45–50 Minuten. Die Kruste wird anders, weniger gleichmäßig knusprig als im Topf, aber trotzdem gut.

Kann ich das Rezept auf 2 Brote verdoppeln?

Ja, verdopple alle Zutaten. Die Knetzeit verlängert sich um etwa 2 Minuten, weil die Maschine mehr Masse bewegen muss. Stockgare und Stückgare bleiben gleich. Beim Backen musst du die Brote nacheinander in den Topf geben oder zwei Töpfe gleichzeitig verwenden. Wenn du nur einen Topf hast, lass den zweiten Teigling im Kühlschrank warten, bis der erste fertig ist.

Wie lange ist der Limpurger Schrotlaib haltbar?

Durch das Brühstück, den Sauerteig und das Olivenöl hält sich das Brot 5–7 Tage bei Raumtemperatur in einem Brotbeutel oder einer Brotdose. Im Kühlschrank wird es schneller trocken. Eingefroren hält es sich mehrere Monate, ich schneide es vorher in Scheiben, dann kann ich einzelne Scheiben direkt im Toaster aufbacken.

Muss ich das Brot einschneiden?

Nicht zwingend, aber es hilft. Der Einschnitt gibt dem Brot eine kontrollierte Stelle, an der es beim Backen aufreißen kann. Ohne Schnitt reißt die Kruste unkontrolliert auf, das sieht wild aus, schmeckt aber genauso gut. Beim Limpurger Schrotlaib mit der Schrotdekoration reißt das Brot ohnehin etwas rustikaler auf.

Dein Backzeiten-Rechner

Die Rezeptkarte fürs Weizenmischbrot zum Ausdrucken

Angeschnittener Limpurger Schrotlaib mit zwei Scheiben, saftige Krume mit feiner Porung sichtbar

Limpurger Schrotlaib – Rustikales Weizenmisch-Brot mit Röst-Brühstück

Vorbereitung 30 Minuten
Backzeit 55 Minuten
Ruhezeiten 8 Stunden
Gesamtzeit 9 Stunden 25 Minuten
Rustikales Weizenmischbrot aus der Limpurger Gegend. Gerösteter Roggenschrot wird zum Brühstück, Weizen und Dinkel geben Struktur. Nussig, saftig, mit körniger Kruste aus Roggenschrot.
1 Brot
Bauernbrot, Mischbrot

Zutaten

Röst-Brühstück
  • 100 g Roggen-Vollkorn-Schrot grob
  • 150 g Wasser kochend
Hauptteig
  • Das kalte Röst-Brühstück komplett
  • 300 g Weizenmehl Type 550
  • 100 g Dinkelmehl Type 630
  • 50 g aktiver Sauerteig Anstellgut, frisch gefüttert
  • 3 g Frischhefe
  • 10 g Honig
  • 5 g Röst-Malz inaktiv
  • 11 g Salz
  • 20 g Olivenöl
  • 200 g Wasser kalt
  • 20-30 g Wasser extra Bassinage, bei Bedarf
Zum Wälzen
  • 3-4 EL trockener Roggen-Vollkorn-Schrot

Kochutensilien

Hinter diesen Artikeln steckt ein Affiliate-Link. Kaufst du darüber ein, bekomme ich eine kleine Provision, für dich bleibt der Preis gleich. So kannst du bine backt! ganz nebenbei unterstützen.

Zubereitung

Schritt 1: Röst-Brühstück
  • Du röstest 100 g Roggenschrot in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 3–4 Minuten, bis er goldbraun ist. Dann übergießt du ihn mit 150 g kochendem Wasser, deckst die Schüssel ab und lässt das Brühstück mindestens 3 Stunden quellen.
Schritt 2: Mehl und Wasser ankneten
  • Gib 200 g kaltes Wasser, 50 g Anstellgut, 3 g Frischhefe und 10 g Honig in die Knetschüssel. Füge 300 g Weizenmehl Type 550 und 100 g Dinkelmehl Type 630 hinzu und knete alles 3 Minuten auf Stufe 1 an.
Schritt 3: Hauptteig kneten
  • Jetzt gibst du das abgekühlte Brühstück, 20 g Olivenöl, 5 g Röstmalzmehl und 11 g Salz dazu. Du knetest den Teig 5–8 Minuten auf Stufe 2, bis er sich vom Schüsselrand löst. Bei Bedarf arbeitest du 20–30 g Wasser als Bassinage tröpfchenweise ein.
Schritt 4: Stockgare mit Dehnen und Falten
  • Den Teig gibst du in eine leicht geölte Schüssel und deckst sie ab. Er geht 4 Stunden bei 22–24 °C. Nach 45 und 90 Minuten dehnst und faltest du ihn jeweils einmal.
Schritt 5: Formen und in Schrot wälzen
  • Du formst den Teig zu einer straffen Kugel und befeuchtest den Verschluss mit Wasser. Dann wälzt du ihn in trockenem Roggenschrot und legst ihn mit der Schrotseite nach unten in ein bemehltes Gärkörbchen.
Schritt 6: Stückgare und Ofen vorheizen
  • Das Gärkörbchen deckst du ab und lässt den Teigling 45–60 Minuten gehen. In der Zwischenzeit heizt du den Backofen mit dem Gusseisentopf auf 250 °C Ober-/Unterhitze vor – mindestens 45 Minuten.
Schritt 7: Einschneiden und Backen
  • Du stürzt den Teigling auf ein Backpapier und schneidest ihn etwa 1 cm tief ein. Dann hebst du ihn in den heißen Topf, setzt den Deckel auf und backst 40 Minuten bei 230 °C.
Schritt 8: Fertig backen und Auskühlen
  • Nach 40 Minuten nimmst du den Deckel ab, reduzierst auf 210 °C und backst das Brot 10–15 Minuten offen fertig, bis es eine Kerntemperatur von 96 bis 98 °C hat. Danach lässt du es auf einem Rost mindestens 2 Stunden auskühlen.

Hast du das Rezept schon ausprobiert?

Ich freu mich über einen Kommentar von dir.
Diesen Beitrag teilen WhatsApp E-Mail
Zwei Scheiben Sauerteigbrot mit Butter auf einem Teller, daneben eine Tasse Kaffee, eine Leinenserviette und Weizenähren am Fenster

Aus meiner Backstube

Brot & Buttermein Newsletter

Hier teile ich persönlich mit dir, was ich sonst nirgends erzähle: Roberts Launen, meine Küchen-Pannen und Backtipps, die ich gerade teste.

Kein Rezept-Spam. 1-2x im Monat.

Du bekommst eine kurze Bestätigungsmail (Double-Opt-in). Kein Spam, jederzeit abbestellbar.

Bine, Hobbybäckerin und Brotback-Mentorin

Über die Autorin

Hallo, ich bin Bine

Bei mir lernst du Brotbacken so, dass du es wirklich verstehst – mit Blick fürs Warum hinter dem Wie. Seit Jahren backe ich in meiner eigenen Küche, teste Rezepte und halte fest, was sich bewährt.

Hast du’s nachgebacken?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Rezept Bewertung