Inhalt
- Was kommt in das Brot mit Karotten?
- Zwei Zeitpläne für deinen Tag
- So backst du das Bottwartaler Frühlingsbrot
- Das Zubehör, das ich für das Frühlingsbrot benutze
- Vier Varianten, die sich lohnen
- Wenn das Frühlingsbrot nicht so wird wie geplant
- Hydration und Co., für alle, die es genau wissen wollen
- Noch Fragen zum Bottwartaler Frühlingsbrot?
Im Bottwartal zwischen Stuttgart und Heilbronn wächst nicht nur exzellenter Wein. Die Leute hier wissen auch, was gutes Brot ausmacht: Urgetreide wie Emmer und Dinkel, frische Kräuter aus dem Garten, Gemüse aus eigenem Anbau. Genau diese Zutaten stecken in meinem Bottwartaler Frühlingsbrot, einem Brot mit Karotten, Emmer und Dinkel, das den Frühling ins Haus bringt.
Das Brot lebt von zwei Sachen, die man nicht sofort zusammendenkt. Emmer bringt einen nussigen, leicht süßlichen Ton mit und eine goldgelbe Farbe, die kein Weizenmehl hinkriegt. Dazu kommen 100 Gramm fein geriebene Karotte und ein bisschen frischer Thymian. Die Karotte macht die Krume saftig und färbt sie ins Orangegelbe, der Thymian legt eine würzige Note darüber, die man erst beim zweiten Bissen richtig einordnet. Wie sich Emmer im Teig verhält und warum er andere Regeln braucht als Weizen, habe ich in Brotbacken mit Urgetreide auseinandergedröselt.

Die Kruste wird dunkel und splittrig, die Krume mittelporig und feucht, ohne zu kleben. Am zweiten Tag schmeckt das Brot fast noch besser, weil sich die Süße der Karotte dann deutlicher durchsetzt. Mit Butter und Salz ist es ein Abendessen für sich, es passt aber genauso zu Frischkäse oder einem kräftigen Bergkäse.
Der Ablauf ist überschaubar. Du rührst den Teig an, lässt ihn gut drei Stunden bei Raumtemperatur arbeiten, formst ihn und stellst ihn über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen kommt er direkt aus der Kälte in den heißen Topf. Von der ersten bis zur letzten Handbewegung sind das rund 30 Minuten echte Arbeit, den Rest macht die Zeit.
„Ich soll bitte was? Ein Dinkel-Emmer-Brot mit Karotte backen? So ein Frühlingsfummel. Und dann auch noch zusammen mit Hefe.“
„Gut, ich geb’s zu, das Zeug schmeckt. Und dass einer mal Unterstützung braucht, kenn ich selber. Wenn ich zu lang im Kühlschrank stand, bin ich auch nicht der Schnellste.“
Backzeiten-Rechner
Wann muss ich anfangen?
Dein Backplan richtet sich nach deinem Tag, nicht umgekehrt. Sag dem Backzeiten-Rechner, wann du fertig sein möchtest, und er rechnet dir jeden Schritt bis zum Start zurück.
Was kommt in das Brot mit Karotten?
Für 1 Laib, ca. 950 g
| Emmermehl hell (Type 630 oder 700) | 400 g |
| Dinkelvollkornmehl | 100 g |
| Wasser (ca. 30 °C) | 320 g |
| Roggen-Anstellgut, aktiv | 20 g |
| Frischhefe | 1 g |
| Karotte, fein gerieben | 100 g |
| Frischer Thymian | 1 bis 2 Zweige |
| Salz | 11 g |
Die Karotte wiegst du gerieben ab, bevor du sie ausdrückst. So kommst du auf dieselbe Menge wie ich, egal wie kräftig du presst.
Warum Emmer und Dinkel zusammen?
Emmer ist eines der ältesten Getreide der Welt. Schon vor über 10.000 Jahren haben Menschen in Mesopotamien Emmer angebaut. Anders als moderner Weizen ist er nicht hochgezüchtet, sondern noch nah an seiner ursprünglichen Form. Das macht ihn robust und geschmacksintensiv.
Er hat allerdings weniger Klebereiweiß als Weizen oder Dinkel, sein Teig wird also nicht so elastisch und stabil. Deshalb kombiniere ich ihn mit Dinkelvollkorn. Der Dinkel gibt dem Teig Struktur und Standfestigkeit. Ohne ihn bliebe das Brot flacher. Bei 80 Prozent Emmer und 20 Prozent Dinkel kriegst du den nussigen Geschmack und trotzdem einen Laib, der schön aufgeht.
Ich nehme helles Emmermehl, Type 630 oder 700. Das hat die goldgelbe Farbe und schmeckt milder als Vollkorn. Welche Mehltype was macht, steht ausführlich im Mehl-Artikel.
Wo kriegst du Emmermehl?
Ich kaufe alle meine Mehle in einer kleinen regionalen Mühle, der Oberen Mühle in Aidlingen. Die haben leider keine Webseite und keinen Onlineshop, aber wenn du in der Nähe bist, lohnt sich ein Abstecher. Wer keine Mühle vor der Haustür hat, findet helles Emmermehl auch online* (Affiliate-Link). In Biomärkten und Reformhäusern steht es inzwischen auch oft im Regal. Wenn du gar keins findest, kannst du Einkorn nehmen. Das schmeckt ähnlich nussig, hat aber noch weniger Klebereiweiß als Emmer.
Karotte, Thymian und das Anstellgut
Die geriebenen Karotten machen das Brot saftig und geben ihm die orangegelbe Krume. Sie enthalten natürlichen Zucker, der beim Backen karamellisiert und für eine dezente Süße sorgt. Wichtig ist, dass du sie gut ausdrückst, sonst wird der Teig zu nass. Ich nehme immer ein sauberes Küchentuch und presse die geriebene Karotte darin aus.
Frischer Thymian passt zu Emmer und Karotte, weil er eine würzige Note dagegensetzt, ohne die Süße zu überdecken. Ich verwende nur die Blättchen, die Stängel sind zu holzig. Getrockneter Thymian geht auch, davon reicht dann ein Teelöffel.
Das Roggen-Anstellgut bringt die leicht säuerliche Note und hält das Brot länger frisch. Die 20 Gramm reichen nicht, um den Laib alleine zu treiben, deshalb kommt noch ein Gramm Frischhefe dazu. Über die lange kalte Gare entwickeln die beiden zusammen ein volles, rundes Aroma.
Zwei Zeitpläne für deinen Tag
Der Teig ist bei beiden Plänen derselbe. Der Unterschied ist nur, wie lange der geformte Laib im Kühlschrank steht. Je länger er dort liegt, desto kräftiger wird das Aroma.
Klassisch
Ablauf
Abends Teig ansetzen, gut drei Stunden Stockgare, formen und über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen direkt aus der Kälte backen.
Gesamtzeit
ca. 16 Stunden
Charakter
Mild und ausgewogen. Die Karotte schmeckt deutlich durch, die Säure bleibt im Hintergrund.
Lang
Ablauf
Wie oben, nur bleibt der geformte Laib volle 24 Stunden im Kühlschrank. Du setzt den Teig also am Vormittag an und backst am nächsten Morgen.
Gesamtzeit
ca. 28 Stunden
Charakter
Kräftiger und aromatischer, mit einer feinen Säurespur. So backe ich das Brot am liebsten.
Länger als 24 Stunden solltest du bei Emmer nicht gehen. Das Klebergerüst ist schwächer als bei Weizen und baut irgendwann ab, der Laib läuft dann im Ofen breit.
So backst du das Bottwartaler Frühlingsbrot
Karotte reiben und ausdrücken
Reibe 100 Gramm Karotte fein und wieg sie ab, bevor du sie ausdrückst. Dann kommt sie in ein sauberes Küchentuch und du presst sie kräftig aus. Es soll wirklich Saft rauskommen. Was übrig bleibt, ist immer noch feucht genug, um dem Teig Farbe und Saftigkeit zu geben, aber es verwässert ihn nicht mehr.
Teig anrühren
Gib 320 Gramm Wasser in die Knetschüssel. Es soll handwarm sein, ungefähr 30 Grad. Heißer nicht, sonst kommt der Teig auf über 28 Grad und wird schmierig. Rühr das Anstellgut mit einem Schneebesen ein, bis das Wasser milchig-trüb ist, und löse die eine Gramm Frischhefe mit auf. Dann kommt die ausgedrückte Karotte dazu und obendrauf die beiden Mehle. Salz und Thymian noch nicht.
Kneten, Salz und Thymian zum Schluss
Lass die Maschine sieben Minuten auf der langsamsten Stufe laufen. Der Teig verbindet sich, sieht aber noch zottelig aus, das ist normal. Jetzt kommen Salz und Thymian dazu. Das Salz erst hier, weil es die Kleberstruktur beeinflusst und den Teig fester macht. Ich zupfe die Thymian-Blättchen immer frisch vom Stängel, getrocknet schmeckt es nicht so intensiv.
Dann eine Stufe höher und nur noch zwei bis drei Minuten. Sobald sich der Teig vom Schüsselboden löst und glatt aussieht, ist Schluss. Wenn du länger knetest, wird der Dinkel überarbeitet und der Teig kippt zurück in klebrig und nass.
Wenn dein Teig nach dem Kneten deutlich über 26 Grad hat, war das Wasser zu warm oder die Maschine zu lange dran. Dann verkürzt sich die Stockgare, schau ab der zweiten Stunde regelmäßig rein.
Stockgare mit Dehnen und Falten
Der Teig kommt in eine leicht geölte Wanne. Ich nehme dafür ein bisschen Rapsöl, damit nichts anklebt. Abdecken und bei Raumtemperatur stehen lassen, also so 22 bis 23 Grad. Nach drei bis dreieinhalb Stunden sollte er sich verdoppelt haben. Weil aktives Anstellgut drin ist, schau schon nach zweieinhalb Stunden das erste Mal rein.
Nach 30, 60 und 90 Minuten dehnst und faltest du. Ich ziehe den Teig mit nassen Händen von einer Seite hoch und falte ihn zur Mitte, einmal rundherum, fertig. Das gibt ihm Standfestigkeit, damit er später nicht breitläuft. Was in dieser Zeit im Teig passiert, steht im Artikel über Stockgare und Stückgare.
Emmer und Dinkel binden viel Wasser. Der Teig fühlt sich weicher an als ein Weizenteig und das ist gewollt. Lass dich nicht verunsichern und füge kein zusätzliches Mehl hinzu, der Teig zieht während der Stockgare noch an.
Formen und ab in den Kühlschrank
Kipp den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche. Er ist jetzt weich und luftig. Form ihn vorsichtig rund oder länglich, wie du magst. Drück nicht zu fest zu, sonst geht die Luft raus, die du dir gerade erarbeitet hast.
Der Teigling kommt mit dem Schluss nach oben ins Gärkörbchen, und zwar großzügig bemehlt. Lieber zu viel als zu wenig, sonst klebt er später fest. Ich nehme dafür Roggenmehl, das klebt weniger als Weizenmehl. Dann das Körbchen luftdicht verpacken, ein Müllbeutel tut es, und ab in den Kühlschrank bei etwa 5 Grad. Dort bleibt er 12 oder 24 Stunden, je nachdem, welchen Zeitplan du gewählt hast.
Einschneiden und backen
Heiz den Ofen mit dem gusseisernen Topf darin auf 250 Grad Ober- und Unterhitze vor, mindestens 45 Minuten. Der Topf muss richtig durchgeglüht sein, sonst wird die Kruste nichts.
Hol den Teigling aus dem Kühlschrank und stürz ihn auf ein Stück Backpapier. Jetzt der Schnitt. Bei meinen ersten Broten habe ich gesägt statt beherzt einen Schnitt zu setzen, und dann sieht das hinterher aus wie ausgefranst. Seitdem ziehe ich die Klinge in einem einzigen Zug durch, im 45-Grad-Winkel, ungefähr einen Zentimeter tief, und rühre danach nicht mehr dran. Kalter Teig lässt sich dafür übrigens am besten schneiden, das ist der Vorteil, wenn er direkt aus dem Kühlschrank kommt.
Backpapier samt Teigling in den heißen Topf heben, Deckel sofort drauf. Dicke Ofenhandschuhe, der Topf ist wirklich heiß. Zehn Minuten bei 250 Grad backen, dann auf 200 Grad runter. Nach insgesamt 30 Minuten nimmst du den Deckel ab und bäckst noch 15 bis 20 Minuten offen fertig, bis die Kruste dunkelbraun ist.
Bei einem Brot mit Karotte klingt der Boden auch dann hohl, wenn die Krume innen noch feucht ist. Verlass dich lieber auf ein Einstichthermometer. Zwischen 96 und 98 Grad im Kern ist das Brot durch.
Auskühlen lassen
Nimm das Brot aus dem Topf und stell es auf ein Rost. Mindestens zwei Stunden, besser über Nacht. Die Krume ist direkt nach dem Backen noch nicht fertig, sie stabilisiert sich erst beim Auskühlen. Wer zu früh schneidet, hat eine feuchte, schmierige Schnittfläche und wundert sich.

Das Zubehör, das ich für das Frühlingsbrot benutze
Hält die Hitze und macht im geschlossenen Zustand den Schwaden für die splittrige Kruste.
Gibt dem Laib während der Stückgare Form und Halt.
Meine Klinge zum Einschneiden. Kurz vorm Backen ritz ich den Teig ein, damit er kontrolliert aufreißt und nicht wild aufplatzt.
Hier kannst du bald meine komplette Backausrüstung anschauen.
Vier Varianten, die sich lohnen
100 Prozent Emmer
Ersetz das Dinkelvollkorn durch weitere 100 Gramm Emmermehl. Das Brot wird intensiver im Geschmack, bleibt aber flacher und dichter, weil das stabilisierende Klebereiweiß aus dem Dinkel fehlt. Nimm 20 Gramm weniger Wasser, also 300 Gramm, weil helles Emmermehl weniger bindet als Dinkelvollkorn. Die Backzeit bleibt gleich.
Mit Weizen statt Emmer
Wenn du kein Emmermehl hast, geht auch Weizenmehl Type 1050. Das Brot schmeckt milder und weniger nussig, der Teig wird elastischer und lässt sich leichter formen. Weizen nimmt etwas mehr Wasser auf, gib also 20 Gramm dazu, insgesamt 340 Gramm. Und knete zwei bis drei Minuten länger, damit sich das Klebergerüst aufbaut.
Vollkorn-Variante
Für ein kräftigeres Brot nimmst du Emmervollkornmehl statt des hellen. Der Laib wird dunkler, dichter und nussiger. Vollkorn braucht mehr Flüssigkeit, erhöhe das Wasser um 40 Gramm auf 360 Gramm. Die Backzeit verlängert sich um etwa 10 Minuten.
Mit Körnern und Saaten
Für mehr Biss kommen 50 bis 70 Gramm Körner in den Teig. Ich mag Sonnenblumenkerne, Leinsamen oder Sesam. Röste sie vorher kurz in einer trockenen Pfanne an, das macht sie aromatischer. Nach dem Kneten unterheben und 20 bis 30 Gramm mehr Wasser einplanen, weil die Körner Flüssigkeit ziehen. Wenn dir diese Richtung gefällt, schau dir mein Schwäbisches Saatenbrot mit Emmer und Kamut an.
Das klassische Rezept mit Emmer und Dinkel, Karotten und Thymian. Die Kombination aus nussigem Emmer, süßen Karotten und würzigem Thymian ist unschlagbar. Ich backe dieses Frühlingsbrot mindestens zweimal im Monat, besonders im Frühling und Frühsommer, wenn die ersten frischen Kräuter aus dem Garten kommen.

Wenn das Frühlingsbrot nicht so wird wie geplant
Ein paar Sachen gehen bei diesem Brot häufiger schief. Meistens steckt eine einfache Ursache dahinter, und die kriegst du in den Griff.
❌ Der Teig ist zu klebrig und lässt sich nicht formen
Der Teig klebt an den Händen und läuft auf der Arbeitsfläche auseinander. Ein Emmer-Dinkel-Teig ist von Natur aus weicher als ein Weizenteig, bis zu einem gewissen Grad gehört das dazu. Wenn er sich wirklich gar nicht formen lässt, war meistens die Karotte nicht gut genug ausgedrückt oder das Schüttwasser zu warm. Bemehl Hände und Arbeitsfläche großzügig und arbeite zügig, je länger du am Teig herumdrückst, desto klebriger wird er. Beim nächsten Mal presst du die Karotte kräftiger aus und startest mit 300 Gramm Wasser, den Rest gibst du beim Kneten schluckweise dazu.
❌ Das Brot ist innen noch feucht und klebrig
Du schneidest an und die Krume schmiert am Messer. Entweder war die Backzeit zu kurz oder das Brot wurde zu früh angeschnitten. Bei einem Brot mit Karotte ist die Klopfprobe unzuverlässig, es klingt auch hohl, wenn innen noch Feuchtigkeit sitzt. Miss die Kerntemperatur, unter 96 Grad muss es zurück in den Ofen. Und lass es danach wirklich zwei Stunden auskühlen, besser über Nacht.
❌ Das Brot ist flach geblieben
Der Laib hat kaum Volumen und ist im Ofen breitgelaufen. Meistens war das Anstellgut nicht aktiv genug oder die Stockgare zu kurz. Prüf, ob sich dein Anstellgut nach dem Füttern innerhalb von acht bis zwölf Stunden verdoppelt und Blasen wirft. Wenn nicht, füttere es ein paar Tage lang häufiger, bevor du backst. Wie das geht, steht bei Sauerteig füttern. Verlängere die Stockgare notfalls um 30 bis 60 Minuten und achte darauf, dass der Teig wirklich bei Raumtemperatur steht.
❌ Die Kruste ist steinhart
Knusprig ist gewollt, aber schneiden solltest du das Brot noch können. Zu hart wird sie, wenn das Brot zu lange offen gebacken hat oder der Ofen nach dem Anbacken zu heiß blieb. Nimm beim nächsten Mal fünf Minuten von der offenen Backzeit weg und geh nach dem Anbacken auf 190 statt 200 Grad runter. Wenn es schon passiert ist, deck das Brot beim Auskühlen mit einem feuchten Tuch ab, dann zieht die Kruste etwas nach.
❌ Der Schnitt reißt unkontrolliert auf
Statt einer sauberen Naht franst die Oberfläche aus. Das liegt an einer stumpfen Klinge oder daran, dass du sägst statt zu ziehen. Nimm eine frische Bäckerklinge oder ein Skalpell und führe es in einem einzigen, entschlossenen Zug durch den Teigling, im 45-Grad-Winkel. Nicht hin und her, nicht nachbessern. Kalter Teig direkt aus dem Kühlschrank hilft dir dabei, der ist fest genug, dass die Klinge sauber durchgeht.
Hydration und Co., für alle, die es genau wissen wollen
Diesen Teil brauchst du fürs Backen nicht. Er hilft nur, wenn du das Rezept anpassen oder mit anderen vergleichen willst.
| Gesamtmehl (inkl. Mehl aus dem Anstellgut) | 510 g |
| Gesamtwasser (inkl. Wasser aus dem Anstellgut) | 330 g |
| Hydration | ca. 65 % |
| Teigausbeute (TA) | ca. 165 |
Wie fühlt sich der Teig an?
Die 65 Prozent beziehen sich nur auf das Schüttwasser. Die 100 Gramm Karotte bringen weitere Feuchtigkeit mit, die sich während der langen kalten Gare löst. Deshalb fühlt sich der Teig weicher an, als die Zahl vermuten lässt, ungefähr wie ein Weizenteig mit 70 Prozent. Wenn du die Karotte weglassen oder halbieren willst, gib die fehlende Feuchtigkeit als Wasser dazu, sonst wird der Teig zu fest.
Nach dem Kneten ist der Teig weich und leicht klebrig. Nach dem Dehnen und Falten wird er merklich fester und formbarer. Wenn er sich zu diesem Zeitpunkt immer noch wie Schlamm anfühlt, war die Karotte zu nass.
Noch Fragen zum Bottwartaler Frühlingsbrot?
Was ist Emmermehl und wo kriege ich es?
Emmer ist ein Urgetreide und gehört zu den ältesten Getreidesorten der Welt. Es schmeckt nussig, leicht süßlich und hat eine goldgelbe Farbe. Ich kaufe alle meine Mehle in einer kleinen regionalen Mühle, der Oberen Mühle in Aidlingen. Die haben leider keine Webseite. Sonst findest du Emmermehl in Biomärkten, Reformhäusern oder online.
Kann ich das Brot auch ohne Anstellgut backen?
Ja. Lass Anstellgut und Frischhefe weg und nimm stattdessen 3 Gramm Frischhefe. Das Brot wird milder und die Krume etwas lockerer. Die Stockgare verkürzt sich auf ungefähr zwei Stunden. Bleib in dem Fall bei 12 Stunden im Kühlschrank und geh nicht auf 24, sonst gärt der Teig über.
Warum kommen Karotten ins Brot?
Sie machen die Krume saftig, färben sie orangegelb und bringen eine dezente Süße mit. Ihr natürlicher Zucker karamellisiert beim Backen und färbt auch die Kruste. Wichtig ist, dass du sie gut ausdrückst, sonst wird der Teig zu nass.
Kann ich das Brot ohne Gusseisentopf backen?
Ja, aber du brauchst Ersatz für den Dampf. Jeder backofenfeste Topf mit Deckel tut es, auch aus Keramik, Hauptsache er kann 45 Minuten mitheizen. Ohne Topf backst du auf einem Blech und schiebst eine feuerfeste Schale mit heißem Wasser mit rein. Die Kruste wird dann etwas weniger splittrig.
Wie lange hält sich das Brot?
In einem Brotbeutel oder einer Brotdose bei Raumtemperatur bleibt es fünf bis sieben Tage saftig, deutlich länger als ein Weißbrot. Im Kühlschrank trocknet es schneller aus, dort lagere ich es nicht. Einfrieren geht gut, ich schneide es vorher in Scheiben und hole mir einzelne raus.
Kann ich statt frischem Thymian getrockneten nehmen?
Ja, aber weniger. Getrockneter Thymian ist intensiver. Nimm einen Teelöffel statt der ein bis zwei frischen Zweige. Mir schmeckt der frische besser, der wirkt nicht so staubig.
Warum muss der Teig so lange in den Kühlschrank?
Die Kälte bremst die Gärung, so dass der Teig Zeit hat, Aroma zu entwickeln, ohne dabei überzugehen. Gleichzeitig arbeiten die Enzyme im Mehl weiter und machen das Brot bekömmlicher. Nach 24 Stunden schmeckt es am kräftigsten. Länger solltest du bei Emmer nicht warten, dann wird der Teig instabil.
Kann ich das Rezept verdoppeln?
Ja, ohne Anpassung. Du brauchst dann allerdings zwei Töpfe oder zwei Durchgänge im Ofen. Die doppelte Teigmenge passt auch in eine große Kastenform mit 30 Zentimetern, dann wird das Brot rechteckig statt rund.
Dein Backzeiten-Rechner

Bottwartaler Frühlingsbrot – Emmer-Dinkel-Brot mit Karotten und Thymian
Zutaten
- 400 g Emmermehl hell Type 630 oder Type 700
- 100 g Dinkelvollkornmehl
- 320 g Wasser ca. 30 °C warm
- 20 g Roggen-Anstellgut aktiv und frisch gefüttert
- 1 g Frischhefe erbsengroß
- 100 g Karotte fein gerieben, vor dem Ausdrücken gewogen
- 1-2 Zweige frischer Thymian nur die Blättchen
- 11 g Salz
Kochutensilien
Zubereitung
- 100 g Karotte fein reiben, abwiegen und in einem sauberen Küchentuch kräftig ausdrücken.
- 320 g Wasser mit ca. 30 °C in die Knetschüssel geben. 20 g Anstellgut mit dem Schneebesen einrühren, 1 g Frischhefe darin auflösen.
- Ausgedrückte Karotte zugeben. 400 g Emmermehl und 100 g Dinkelvollkornmehl darauf geben. Salz und Thymian noch nicht.
- 7 Minuten auf der langsamsten Stufe kneten.
- 11 g Salz und die Thymian-Blättchen zugeben. 2 bis 3 Minuten auf der zweiten Stufe kneten, bis sich der Teig vom Schüsselboden löst. Teigtemperatur ca. 26 °C.
- Teig in eine leicht geölte Wanne geben und abdecken. Stockgare 3 bis 3,5 Stunden bei 22 bis 23 °C, bis der Teig sich verdoppelt hat.
- Nach 30, 60 und 90 Minuten den Teig mit nassen Händen von allen Seiten dehnen und zur Mitte falten.
- Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche kippen und vorsichtig rund oder länglich formen.
- Mit dem Schluss nach oben in ein großzügig mit Roggenmehl bemehltes Gärkörbchen legen.
- Körbchen luftdicht verpacken und 12 Stunden bei ca. 5 °C in den Kühlschrank stellen.
- Backofen mit gusseisernem Topf mindestens 45 Minuten auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Teigling auf ein Stück Backpapier stürzen und in einem einzigen Zug ca. 1 cm tief im 45-Grad-Winkel einschneiden.
- Mit dem Backpapier in den heißen Topf setzen, Deckel sofort schließen. 10 Minuten bei 250 °C backen.
- Auf 200 °C senken. Nach insgesamt 30 Minuten den Deckel abnehmen und 15 bis 20 Minuten offen fertig backen. Kerntemperatur 96 bis 98 °C.
- Auf einem Rost mindestens 2 Stunden auskühlen lassen, besser über Nacht.
- 100 g Karotte fein reiben, abwiegen und in einem sauberen Küchentuch kräftig ausdrücken.
- 320 g Wasser mit ca. 30 °C in die Knetschüssel geben. 20 g Anstellgut mit dem Schneebesen einrühren, 1 g Frischhefe darin auflösen.
- Ausgedrückte Karotte zugeben. 400 g Emmermehl und 100 g Dinkelvollkornmehl darauf geben. Salz und Thymian noch nicht.
- 7 Minuten auf der langsamsten Stufe kneten.
- 11 g Salz und die Thymian-Blättchen zugeben. 2 bis 3 Minuten auf der zweiten Stufe kneten, bis sich der Teig vom Schüsselboden löst. Teigtemperatur ca. 26 °C.
- Teig in eine leicht geölte Wanne geben und abdecken. Stockgare 3 bis 3,5 Stunden bei 22 bis 23 °C, bis der Teig sich verdoppelt hat.
- Nach 30, 60 und 90 Minuten den Teig mit nassen Händen von allen Seiten dehnen und zur Mitte falten.
- Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche kippen und vorsichtig rund oder länglich formen.
- Mit dem Schluss nach oben in ein großzügig mit Roggenmehl bemehltes Gärkörbchen legen.
- Körbchen luftdicht verpacken und 24 Stunden bei ca. 5 °C in den Kühlschrank stellen. Länger nicht, sonst wird der Teig instabil.
- Backofen mit gusseisernem Topf mindestens 45 Minuten auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Teigling auf ein Stück Backpapier stürzen und in einem einzigen Zug ca. 1 cm tief im 45-Grad-Winkel einschneiden.
- Mit dem Backpapier in den heißen Topf setzen, Deckel sofort schließen. 10 Minuten bei 250 °C backen.
- Auf 200 °C senken. Nach insgesamt 30 Minuten den Deckel abnehmen und 15 bis 20 Minuten offen fertig backen. Kerntemperatur 96 bis 98 °C.
- Auf einem Rost mindestens 2 Stunden auskühlen lassen, besser über Nacht.






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