Brotwissen · Sauerteig

Sauerteig ansetzen: Schritt für Schritt zum eigenen Starter

Wann ist ein neuer Sauerteig-Starter eigentlich backbereit? Hier findest du meinen Weg dorthin, mit Mehltabelle und den Momenten, in denen du nicht aufgeben solltest.

Von Bine15 Minuten LesezeitAktualisiert am 20.10.2026

Weckglas mit aufgegangenem Sauerteig-Starter, daneben eine Schale Roggen-Vollkornmehl und eine Karaffe Wasser

Ich back seit über sieben Jahren jede Woche mit Robert, meinem Roggen-Starter. Einen neuen Sauerteig anzusetzen find ich trotzdem jedes Mal wieder spannend.

Am Anfang macht so ein Starter nämlich, was er will. Er riecht zwischendurch ziemlich seltsam, und nach ein paar Fütterungen tut sich auf einmal gar nichts mehr. Dann sieht er aus, als wäre er tot, dabei ist er nur mitten im Umbau … die Hefen und Bakterien in deinem Starter müssen sich erst aufeinander einstellen.

Zum Ansetzen brauchst du nur Roggenvollkornmehl, warmes Wasser und ein sauberes Glas. Hefe brauchst du keine, die bringt das Mehl schon mit. Nach etwa einer Woche und rund acht Fütterungen ist dein Starter backbereit. Also hol dir Mehl und Waage, und los geht’s.

Was du zum Sauerteig ansetzen brauchst

Stell dir eine Schüssel, einen ganz normalen Löffel und deine Küchenwaage hin, dazu Wasser und Roggenvollkornmehl. In der Schüssel rührst du Mehl und Wasser glatt, und danach kommt der Ansatz in ein sauberes Glas. Das tauschst du bei jeder Fütterung gegen ein frisches aus oder spülst es vorher gründlich. Ein Weck-Tulpenglas* [Affiliate Link] mit einem Liter ist dafür ganz prima, weil dein Ansatz beim Aufgehen Platz braucht und das Gefäß mindestens das Dreifache davon fassen sollte. Für 150 g Ansatz reichen also schon etwa 500 ml, mit einem Liter hat er aber noch mehr Luft nach oben. Den passenden Glasdeckel legst du nur lose obendrauf.

Außerdem brauchst du einen Haushaltsgummi, mit dem du außen am Glas markierst, wie hoch der Ansatz steht, und ein kleines Thermometer, damit du weißt, wie warm er es gerade hat.

Hefe brauchst du übrigens keine. Die Hefen und Milchsäurebakterien bringt das Mehl schon mit und Bäckerhefe würde sich im Sauerteig ohnehin nicht durchsetzen. Was in so einem Ansatz eigentlich alles lebt, liest du bei Was ist Sauerteig? nach.

Welches Mehl für deinen Sauerteig-Starter?

Für den Start nimmst du am besten Roggenvollkornmehl. Damit geht es noch ein bisschen einfacher, weil im Vollkornmehl schon mehr Bakterien und Hefen mitgeliefert werden und dein Ansatz außerdem mehr Nährstoffe bekommt. Ohne Vollkorn klappt es auch, der Ansatz kommt dann nur langsamer in Gang.

Zwei Schalen nebeneinander, links grobes dunkles Roggen-Vollkornmehl mit Schalenanteilen, rechts feines helles Weizenmehl

Ab der dritten oder vierten Fütterung kannst du auf Roggenmehl Type 1150 umsteigen. Beim Vollkorn zu bleiben geht genauso, gebraucht wird es aber vor allem für den Start. Danach reicht 1150 völlig, und das hab ich sowieso immer im Haus.

MehlWie er startetGut zu wissen
Roggen-Vollkornzuverlässig, bringt viele Hefen und Bakterien mitmeine erste Wahl für Einsteiger
Roggen Type 1150etwas langsamerab der 3. oder 4. Fütterung, und danach immer
Weizen-Vollkorngenauso gut, steigt etwas höhereinfacher: Roggenstarter später umstellen
Dinkel-Vollkorngenauso gut, steigt etwas höhereinfacher: Roggenstarter später umstellen
Type 405 / 550klappt, dauert deutlich längerlieber mit Vollkorn starten

Mit Weizen- oder Dinkelvollkorn kannst du genauso gut ansetzen, so ein Ansatz steigt sogar ein bisschen höher als einer aus Roggen. Einfacher ist es trotzdem, mit Roggen anzufangen und den fertigen Starter später umzustellen, denn das dauert nur zwei bis drei Fütterungen. Wenn du von Anfang an einen reinen Weizenstarter möchtest, dann setz am besten eine Lievito Madre an. Wie das geht, liest du bei Lievito Madre ansetzen.

Eins haben Roggen, Weizen und Dinkel allerdings gemeinsam, denn in allen dreien steckt Klebereiweiß. Wenn du Zöliakie hast, ist so ein Starter deshalb nichts für dich, und du setzt stattdessen am besten einen glutenfreien Sauerteig an.

Wie warm muss der Ansatz stehen?

Am wohlsten fühlt sich dein Ansatz bei 26 bis 30 °C. In einer Küche um die 22 °C klappt es auch, es dauert dann nur länger, bis er in Gang kommt und backbereit ist. Wärmer als 30 °C sollte es aber nicht werden, weil bei zu viel Wärme vor allem die Bakterien und die Säure zulegen und die Hefen dabei zu kurz kommen.

Ein warmes Plätzchen findest du zum Beispiel im Backofen, wenn du nur das Licht einschaltest. Stell dann ein kleines Raumthermometer* [Affiliate Link] neben das Glas, damit du siehst, ob die Temperatur passt. Du kannst deinen Ansatz aber auch auf eine Wärmematte* [Affiliate Link] stellen. Weil die einen Thermostat hat, brauchst du dort kein zusätzliches Thermometer.

Auch beim Wasser darf es warm sein, nimm zum Ansetzen und Füttern Wasser mit 35 bis 40 °C. Ob es passt, prüfst du ganz einfach mit einem Einstichthermometer* [Affiliate Link]. Keine Sorge, dass das zu heiß für deinen Ansatz ist, denn Hefe stirbt erst über etwa 45 °C. Normales Leitungswasser reicht dafür völlig.

Sauerteig-Starter ansetzen: Schritt für Schritt nach Fütterungen

Ein Plan nach Tagen sieht auf den ersten Blick übersichtlich aus. Er verwirrt aber schnell, weil jeder Ansatz sein eigenes Tempo hat. Im Sommer kommen die Hefen oft schon am dritten Tag in Schwung, im Winter manchmal erst am fünften, und dann passt der Plan nach Tagen nicht mehr zu dem, was dein Ansatz gerade macht. Deshalb zählst du beim Sauerteig ansetzen Fütterungen statt Tage. Das erste Verrühren von Mehl und Wasser zählt dabei noch nicht als Fütterung.

Sobald du den glatt gerührten Ansatz umgefüllt hast, legst du den Haushaltsgummi außen genau auf die Höhe, an der er steht. Dann siehst du später auf einen Blick, wann er sich verdoppelt hat. Bei jeder Fütterung behältst du 50 g vom Ansatz und gibst 50 g Mehl und 50 g Wasser dazu, also 1:1:1. Den Rest nimmst du weg, weil es sonst schnell viel zu viel wird. Den gefütterten Ansatz füllst du jedes Mal in ein frisches Glas oder spülst das alte vorher gründlich aus, weil angetrocknete Reste am Rand gern anfangen zu schimmeln.

Bis sich dein Ansatz zum ersten Mal richtig verdoppelt, fütterst du ihn alle 24 Stunden, und zwar nicht öfter, auch wenn sich gerade nichts tut. Jede Fütterung verdünnt nämlich die Säure, die er gerade aufbaut und für die nächste Phase braucht. Erst wenn er sich das erste Mal verdoppelt hat, fütterst du ihn jedes Mal, sobald er wieder doppelt so hoch steht.

FütterungMehlWann fütternWas du siehst
Ansatz50 g Roggenvollkornmehl + 50 g Wasser–glatt gerührt, Gummiband auf Füllhöhe
1. und 2. FütterungRoggenvollkornmehlalle 24 Stundenerste kleine Bläschen, riecht nach vergorenem Obst oder Bier, steigt langsam oder auch schon kräftig
3. und 4. Fütterungab der 3. oder 4. Fütterung Roggenmehl 1150alle 24 Stunden, auch wenn sich nichts tutoft der Durchhänger, kaum Blasen, sieht aus wie direkt nach dem Füttern
ab der ersten richtigen VerdopplungRoggenmehl 1150sobald er sich verdoppelt hatwieder mehr Blasen, er steigt bis zum Doppelten
backbereitRoggenmehl 1150sobald er sich verdoppelt hatverdoppelt sich zwei- bis dreimal hintereinander in 3 bis 5 Stunden, hat eine Kuppel und riecht mild säuerlich

Schritt 1: Ansatz verrühren

Verrühr 50 g Roggenvollkornmehl und 50 g Wasser mit 35 bis 40 °C in der Schüssel, bis keine trockenen Stellen mehr da sind, und füll den Ansatz dann ins Glas. Den Haushaltsgummi legst du außen auf die Füllhöhe, den Deckel nur locker obendrauf, und dann darf er 24 Stunden an seinem warmen Platz stehen.

Schritt 2: Die erste und zweite Fütterung

Nach 24 Stunden behältst du 50 g vom Ansatz, gibst 50 g Roggenvollkornmehl und 50 g warmes Wasser dazu und füllst alles in ein frisches Glas. Jetzt zeigen sich meistens die ersten kleinen Bläschen, und der Ansatz riecht nach vergorenem Obst, nach Bier oder nach Alkohol. Manchmal steigt er sogar schon richtig kräftig, das sind aber noch nicht die Hefen, um die es später geht.

Schritt 3: Der Durchhänger

Ab der dritten oder vierten Fütterung nimmst du Roggenmehl 1150. Genau um diese Zeit kommt oft der Durchhänger, und dein Ansatz sieht nach 24 Stunden noch genauso aus wie direkt nach dem Füttern. Füttere ihn trotzdem ganz normal alle 24 Stunden weiter, aber nicht öfter, weil sich die Hefen und Bakterien gerade erst aufeinander einstellen.

Flacher Sauerteig-Starter ohne Blasen, an der Glaswand getrocknete Teigspuren oberhalb des Gummibands

Schritt 4: Ab der ersten Verdopplung

Wenn dein Ansatz wieder Blasen zeigt und deutlich über das Gummiband steigt, hat er es geschafft. Sobald er sich zum ersten Mal richtig verdoppelt hat, fütterst du ihn nicht mehr nach der Uhr, sondern jedes Mal, wenn er wieder doppelt so hoch steht. In deinem Tagebuch siehst du dann, dass er von Mal zu Mal schneller wird.

Schritt 5: Backbereit

Wenn er sich zwei- bis dreimal hintereinander innerhalb von drei bis fünf Stunden verdoppelt, Blasen und eine Kuppel hat und mild säuerlich riecht, ist dein Starter backbereit. Dann darf er in den Kühlschrank, und du kannst mit ihm backen.

Weckglas mit aufgegangenem Sauerteig-Starter, daneben eine Schale Roggen-Vollkornmehl und eine Karaffe Wasser

Sauerteig-Starter ansetzen

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Vorbereitung 10 Minuten
Ansetzzeit 7 Tage
Gesamtzeit 7 Tage 10 Minuten
Aus Roggenvollkornmehl und warmem Wasser setzt du deinen eigenen Sauerteig-Starter an. Nach etwa einer Woche und rund acht Fütterungen ist er backbereit.
1 Starter

Zutaten

Zum Ansetzen
  • 50 g Roggenvollkornmehl
  • 50 g Wasser 35 bis 40 °C warm
Für jede Fütterung
  • 50 g Ansatz vom Vortag
  • 50 g Roggenmehl erst Vollkorn, ab der 3. oder 4. Fütterung Type 1150
  • 50 g Wasser 35 bis 40 °C warm

Zubereitung

  • 50 g Roggenvollkornmehl und 50 g Wasser mit 35 bis 40 °C in einer Schüssel glatt rühren und in ein sauberes Glas füllen. Den Haushaltsgummi außen auf die Füllhöhe legen, den Deckel nur locker auflegen und den Ansatz 24 Stunden warm stellen, am besten bei 26 bis 30 °C.
  • Nach 24 Stunden 50 g vom Ansatz behalten, 50 g Roggenvollkornmehl und 50 g warmes Wasser dazugeben, glatt rühren und in ein frisches oder gründlich gespültes Glas füllen. Den Rest auf den Kompost geben.
  • So alle 24 Stunden weiterfüttern, bis sich der Ansatz zum ersten Mal richtig verdoppelt, auch wenn sich zwischendurch nichts tut. Ab der 3. oder 4. Fütterung Roggenmehl Type 1150 nehmen.
  • Nach der ersten Verdopplung jedes Mal füttern, sobald er sich wieder verdoppelt hat.
  • Verdoppelt er sich zwei- bis dreimal hintereinander in drei bis fünf Stunden, hat Blasen und eine Kuppel und riecht mild säuerlich, ist dein Starter backbereit und darf in den Kühlschrank.

Notizen

Komische Gerüche nach Aceton, Bier oder Schnaps und ein Durchhänger um den dritten, vierten Tag sind normal. Wegwerfen musst du den Ansatz nur bei flaumigem Schimmel oder orangen, rosa, schwarzen oder grünlichen Verfärbungen.

Hast du das Rezept schon ausprobiert?

Ich freu mich über einen Kommentar von dir.

Dein Sauerteig-Starter-Tagebuch

Ich schreib mir bei jedem Ansatz auf, wie viel Mehl und Wasser ich genommen habe, wie warm er steht und wie weit er aufgegangen ist. Dafür hab ich dir ein Sauerteig-Starter-Tagebuch zum Ausdrucken gemacht, in dem du nur ankreuzen und ein paar Werte eintragen musst.

Nach jeder Fütterung trägst du Datum, Mehl und Temperatur ein und schiebst das Gummiband auf die Füllhöhe. Bevor du das nächste Mal fütterst, schaust du, wie weit dein Ansatz gestiegen ist, und machst in der kleinen Zeichnung einen Strich auf dieser Höhe. Erreicht der Strich die ×2, hat er sich verdoppelt. Daneben notierst du, nach wie vielen Stunden er am höchsten stand, und kreuzt Blasen und Geruch an.

Nach ein paar Fütterungen siehst du dann schwarz auf weiß, ob dein Ansatz schneller wird. Schafft er die ×2 zwei- bis dreimal hintereinander in drei bis fünf Stunden, kreuzt du unten „Backbereit?“ an.

Was in der ersten Woche mit deinem Ansatz passiert

Dass dein Ansatz in den ersten Tagen so munter blubbert und dann plötzlich stillsteht, hat mit seinen ersten Mitbewohnern zu tun. Am Anfang sind nämlich Gasbildner am Werk, Bakterien wie Leuconostoc, die sich nur wohlfühlen, solange dein Ansatz noch nicht sauer ist. Mit jeder Fütterung steigt aber die Säure, und genau die verdrängt diese ersten Gäste dann wieder.

Deshalb kommt um den dritten, vierten Tag oft der Durchhänger. Es gibt keine Blasen, der Starter geht nicht auf, und das wirkt quasi so, als wäre er tot. Er ist es aber nicht, denn jetzt müssen sich die Bakterien und Hefen erst ein bisschen aufeinander einstellen und sich einspielen, bis das Gleichgewicht zwischen Säure und Hefen hergestellt ist. Sobald die Hefen richtig in Schwung kommen, zeigt dein Ansatz auch wieder Blasen und fängt an zu steigen.

Normal oder wegwerfen?

Beim Sauerteig ansetzen sind die Gerüche teilweise schon wirklich komisch. Mal geht es in Richtung Aceton oder Nagellackentferner, dann wieder Richtung Bier, vergorenes Obst oder Schnaps, und manchmal stinkt es so richtig, dass du nur denkst, oh, was ist das denn? Ich hab wegen solcher Gerüche tatsächlich noch nie einen Ansatz weggeworfen, und das musst du auch nicht, denn das gehört dazu. Bis die Hefen und Bakterien ihr Gleichgewicht gefunden haben, geht es im Glas halt zu wie auf dem Jahrmarkt. Gerade der Geruch nach Nagellackentferner ist in der Ansetzphase häufig und harmlos, und er verschwindet, sobald dein Starter reifer wird. Was es damit auf sich hat, steht ausführlich bei Sauerteig riecht nach Aceton.

Wenn sich oben auf deinem Ansatz eine Flüssigkeit sammelt, ist das Hooch, ein Gemisch aus Alkohol und Wasser. Damit zeigt dir dein Ansatz, dass er Hunger hat. Du kannst die Flüssigkeit unterrühren oder abgießen, beides ist in Ordnung.

Bügelglas mit abgesunkenem Sauerteig-Starter und einer Flüssigkeitsschicht obenauf

Wirklich weg muss dein Ansatz nur, wenn er schimmelt. Schimmel erkennst du an einem flaumigen Belag obendrauf. Auch orange, rosa, schwarze oder grünliche Verfärbungen auf der Oberfläche oder im Glas sind ein klares Zeichen, dass Schluss ist. Dann wirfst du den ganzen Ansatz weg und nimmst nicht nur die Stelle oben ab, weil sich das Pilzgeflecht unsichtbar durch den ganzen Ansatz zieht und seine Gifte auch das Backen überstehen.

Und wenn dein Ansatz zwar ganz normal riecht, aber einfach nicht aufgehen will, schau bei Sauerteig-Starter geht nicht auf vorbei.

Robert sagt

„Ja, am Anfang stinkt’s. Was glaubst du, was los ist, wenn ein ganzer Haufen Fremder in ein Glas zieht? Jahrmarkt. Das sortiert sich. Deckel locker drauf, Nase zu, weiterfüttern. Bei mir hat’s auch geklappt, und schau mich heute an.“

Wohin mit dem Rest beim Füttern?

Bei jeder Fütterung bleibt ein Rest übrig, und den wirfst du während der Ansatzphase weg, am besten auf den Kompost und nicht in den Ausguss. Das mag wie Verschwendung klingen, ist aber tatsächlich notwendig, weil in diesem Rest noch zu viele unerwünschte Bakterien stecken, die deinen Starter nachher durcheinanderbringen würden.

Später, wenn dein Sauerteig-Starter backbereit ist, sieht das ganz anders aus. Dann hebst du den Rest, den Discard, in der Regel auf und backst daraus Discard-Rezepte. In einem gut verschlossenen Glas im Kühlschrank hält er sich etwa zwei bis drei Wochen. Wie das Füttern und Sammeln im Alltag zusammenpasst, liest du bei Sauerteig füttern.

Wann ist dein Sauerteig-Starter backbereit?

Dein Starter ist backbereit, wenn er sich nach dem Füttern zuverlässig in drei bis fünf Stunden verdoppelt, dabei Blasen und eine Kuppel hat und mild säuerlich riecht. Ein einziges Mal reicht dafür allerdings nicht, das muss er schon zwei- bis dreimal direkt nacheinander so schaffen. Bei mir war es nach der achten Fütterung so weit, da hat sich mein neuer Starter innerhalb von vier Stunden verdoppelt.

Sauerteig-Starter fast doppelt so hoch wie das Gummiband, mit feinem Blasennetz und gewölbter Oberfläche

Meistens dauert es etwa fünf bis sieben Tage, bis du so weit bist. Steht dein Ansatz an einem kühleren Platz, kann es auch bis zu zwei Wochen dauern, ohne dass du etwas falsch gemacht hast. Deshalb lohnt sich das Tagebuch gerade jetzt, weil du an deinen Notizen siehst, ob die Zeit bis zur Verdopplung von Fütterung zu Fütterung kürzer wird.

Auch später, wenn dein Starter längst eingespielt ist, bleibt es bei diesen drei bis fünf Stunden. Wie du vor jedem Backen prüfst, ob er reif ist, liest du bei Wann ist mein Sauerteig fertig zum Backen?.

Dein Starter ist fertig – und jetzt?

Wenn dein Starter fertig ist, dann backen wir Brot, ganz einfach. Für die Rezepte hier auf Bine backt setzt du dafür eigentlich immer zuerst einen Vorteig mit dem Starter an. Wie viel Starter in den Vorteig kommt, hängt davon ab, wie viel Mehl du versäuern möchtest, meistens ist es ein Verhältnis von 1:5:5. Wie so ein Vorteig funktioniert, steht ausführlich bei Sauerteig-Vorteig.

Zwischen den Backtagen parkst du deinen Starter im Kühlschrank, und dort geht er in eine Pflegeroutine über, bei der du ihn einmal pro Woche fütterst. Bei mir gibt es jeden Donnerstag eine Fütterung 1:1:1 mit 20 g Starter, 20 g Roggenmehl 1150 und 20 g Wasser, und freitags kommt der Starter direkt aus dem Kühlschrank in den Vorteig. Alles Weitere zur Pflege findest du bei Sauerteig füttern.

Spätestens jetzt hat dein Starter übrigens einen Namen verdient, schließlich lebt er ab sofort bei dir und ist bei jedem Brot dabei. Meiner heißt Robert, und falls dir für deinen noch nichts einfällt, findest du bei den Sauerteig-Namen jede Menge Ideen. Und dann wird es Zeit für das erste Brot. Am besten fängst du mit dem Sauerteigbrot für Anfänger an, das ganz ohne Kneten auskommt und einfach im Topf gebacken wird.

Sauerteigbrot für Anfänger in Scheiben, dahinter der Laib im Gärkörbchen Zum Weiterbacken Sauerteigbrot für Anfänger Einfaches Rezept im Topf, ganz ohne Hefe. Gelingt auch beim ersten Mal. Einsteigerim Topf Zum Rezept

Häufige Fragen zum Sauerteig ansetzen

Wie viele Tage dauert es, einen Sauerteig anzusetzen?

Meistens dauert es etwa fünf bis sieben Tage, bis dein neuer Sauerteig backbereit ist. In einer kühlen Küche kann es auch bis zu zwei Wochen dauern, ohne dass du etwas falsch gemacht hast. Zähl deshalb lieber die Fütterungen als die Tage, und warte, bis er sich zwei- bis dreimal hintereinander in drei bis fünf Stunden verdoppelt.

Kann ich Sauerteig mit Weizenmehl 405 oder 550 ansetzen?

Ja, das klappt, es dauert nur länger. Helles Weizenmehl bringt weniger Hefen und Bakterien mit als Vollkornmehl, deshalb kommt dein Ansatz damit langsamer in Gang. Einfacher ist es, mit Roggenvollkornmehl zu starten und den fertigen Starter später auf Weizen umzustellen. Dafür brauchst du dann nur zwei bis drei Fütterungen.

Brauche ich Hefe, um den Starter in Gang zu bringen?

Nein, zum Sauerteig ansetzen brauchst du keine Hefe. Die Hefen und Milchsäurebakterien für deinen Starter stecken schon im Mehl und kommen nicht aus der Luft. Zusätzliche Bäckerhefe würde sich im Sauerteig ohnehin nicht durchsetzen. Was dein Ansatz stattdessen braucht, ist ein warmer Platz, am besten bei 26 bis 30 °C, und ein bisschen Geduld.

Was ist der Unterschied zwischen Anstellgut und Sauerteig-Starter?

Eigentlich gibt es keinen, beide Wörter meinen dasselbe. Gemeint ist der lebendige Sauerteig, den du im Kühlschrank aufbewahrst, regelmäßig fütterst und von dem du für jedes Brot ein bisschen abnimmst. Anstellgut ist der klassische deutsche Begriff dafür, Starter kommt aus dem Englischen. Was es rund um den Sauerteig sonst noch an Begriffen gibt, erklärt Was ist Sauerteig?.

Wie viel Sauerteig brauche ich für 500 g Mehl?

Das hängt vom Rezept ab und davon, wie viel Mehl du versäuern möchtest. In den Rezepten auf Bine backt setzt du den Starter meistens zuerst in einem Vorteig an, im Verhältnis 1:5:5, also ein Teil Starter auf fünf Teile Mehl und fünf Teile Wasser. Mehr dazu findest du bei Sauerteig-Vorteig.

Mein Starter ist aufgegangen und wieder zusammengefallen. Ist das schlimm?

Nein, das ist nicht schlimm, sondern ganz normal. Dein Starter hat seinen höchsten Punkt, den Peak, dann schon hinter sich und sackt danach wieder zusammen. Wichtig ist nur, ob er sich vorher verdoppelt hat. Wenn ja, fütterst du ihn einfach wieder, statt bis zur nächsten 24-Stunden-Marke zu warten.

Kleiner Hinweis: Die Links zu den Produkten sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, bekomme ich eine kleine Provision, und du zahlst keinen Cent mehr. Damit unterstützt du Bine backt, danke dir! Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

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Zwei Scheiben Sauerteigbrot mit Butter auf einem Teller, daneben eine Tasse Kaffee, eine Leinenserviette und Weizenähren am Fenster

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Bine in ihrer Küche, mit Schürze neben der Küchenmaschine

Über die Autorin

Hallo, ich bin Bine.

Mein erstes Brot habe ich 2016 gebacken, ganz ohne Bäckerlehre. Als drei Jahre später mein Roggenstarter Robert eingezogen ist, hat mich das Brotbackfieber vollends gepackt.

Heute lernst du bei mir Brotbacken ohne Schnickschnack: mit Rezepten, die funktionieren, und Fachartikeln, die aus Sauerteig keine Wissenschaft machen.

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24 Kommentare

  1. Janine

    Hi Bine,

    ich habe zum ersten Mal einen Sauerteig angesetzt. Nach deiner Anleitung natürlich😅. Einen LM hatte ich schon mal aber da ist mir das Glas runtergefallen und zersprungen. War mir dann zu heikel mit Splittern 🥴.

    Ich habe sogar 2 angesetzt. Einmal mit Champagnerroggen und dann mit der Vollkornversion davon. Nun hab ich beide heute das erste Mal nach 24 h (und Verdoppelung) richtig gefüttert. Jetzt haben aber beide sich schon wieder verdoppelt und das nach 2 h 🫪. Warte ich jetzt trotzdem 24 h oder soll ich sie morgen früh füttern? Außer ich sollte lieber jetzt noch, dann würde ich wieder aufstehen aber ich will auch nicht zu vorschnell sein😅.

    Hab vielen lieben Dank für all deine Mühen!

    Liebe Grüße

    Janine

    1. Liebe Janine,

      vielen Dank für deine Late-Night-News 😅😅😅

      Ich wollte grad ins Bett gehen und hab wie immer noch mal auf dem Blog vorbeigeschaut. Und du stehst jetzt natürlich nicht auf 😅

      Das, was da grad passiert, ist am zweiten Tag ganz normal. Diese schnelle Verdopplung nach zwei Stunden sieht wild aus, kommt aber noch gar nicht von den Kulturen, die du am Ende im Glas haben willst. Ganz am Anfang tummeln sich da erst mal andere Bakterien. Die machen mächtig Wirbel und schießen hoch, verschwinden dann aber von selbst wieder, sobald es im Glas saurer wird. Erst danach übernehmen die echten Sauerteig-Kulturen. Bei vielen Startern kommt dazwischen sogar ein, zwei Tage, an denen sich fast nichts tut. Das gehört einfach dazu.

      Für dich heißt das: Bleib liegen und schlaf 😴. Füttere morgen früh ganz normal weiter. Du musst dafür nachts nicht ran, auch wenn er noch so hochkommt. Und wenn du ihn in dieser ersten Zeit mal ein paar Stunden länger stehen lässt, ist das kein Problem.

      Wenn dein Starter dann erst mal richtig läuft, wird das alles viel ruhiger und gleichmäßiger. Und sobald er fertig ist und im Kühlschrank wohnt, reicht einmal die Woche füttern völlig. Von dem täglichen Gefüttere, das man überall liest, bist du dann weit weg.

      Schön übrigens, dass du dich gleich mit zwei Gläsern reinstürzt 🙌

      Die einzelnen Schritte zum Ansetzen findest du hier: [Sauerteig ansetzen für Anfänger]. Und für später, wenn es ums Füttern und Pflegen geht: [Sauerteig füttern].

      Ganz liebe Grüße und gute Nacht 🌙
      Bine

      1. Janine

        Guten Morgen liebe Bine,

        vielen Dank für deine prompte Antwort. Hat mir ein paar Minuten mehr Schlaf beschert 😅.

        Theoretisch wären die 24 h erst heute Nachmittag um und wenn du sagst, der schafft das, werde ich ihn wohl erneut ein paar Stunden ignorieren.

        Ich tendiere zu den Namen Schwieger und Mutter, die ist nämlich auch öfter mal sauer 😂😂. Mal schauen, was mein Mann dazu sagt 🤭😂.

        Hab einen wundervollen Tag.

        Liebe Grüße aus Berlin

        Janine

        1. Liebe Janine,

          jetzt komme ich erst dazu, dir zu antworten, entschuldige bitte. Die letzten Tage waren bei mir ziemlich stressig.

          Aber schön, dass ich dir beim letzten Mal ein paar Minuten Schlaf retten konnte 😅

          Am Nachmittag die 24 Stunden voll zu machen, passt genau. Und wenn doch ein paar Stunden mehr draus werden, weil der Tag dazwischenkommt, macht das in dieser ersten Zeit überhaupt nichts. So ein junger Starter nimmt dir das nicht übel.

          Schwieger und Mutter, herrlich 😂😂 Ein Sauerteig wird ja wirklich ab und zu sauer, und „Mutter“ passt sogar doppelt, so ein Starter ist die Mutter von jedem Brot, das du damit backst. Ich bin gespannt, was dein Mann dazu sagt 🤭

          Hab auch du einen wundervollen Tag.

          Ganz liebe Grüße zurück nach Berlin
          Bine

          1. Janine

            Guten Abend liebe Bine,

            ein kleines Update zu SchwiegerMutter (Name ist genehmigt 😂).

            Beide stehen jetzt im Kühlschrank und gehen da noch ab wie Schmidts Katze. Wirklich faszinierend, wie schnell die sich zum Schluss verdoppelt haben. Und auch wieder faszinierend, wie unterschiedliche Mehltype Wasser aufnehmen etc.

            Nun suche ich mir mal ein Rezept aus und dann gibt es am Wochenende das erste selbst gebackene Sauerteigbrot. Sehr, sehr aufregend 😍.

            Hast du denn einen Favoriten für was krustiges und kastiges?

            Hab einen wundervollen Abend.

            Liebe Grüße

            Janine

          2. Liebe Janine 🙂

            vielen Dank für einen netten Kommentar.
            Das hört sich doch alles super an mit Schwieger und Mutter (Gott, ich lach immer noch)

            Ich bin auf dein erstes Sauerteigbrot sehr gespannt.
            Was Krustiges? Kastiges?
            Schau mal ob dir D’r faule Schob zusagt … ansonsten im Topf auch Roberts Grombira-Laib … aber d’r faule Schwob ist mein „to-go“-Brot … ess ich sehr sehr gern <3

            Hab ein tolles und entspanntes Wochenende,
            und gutes Gelingen,
            Bine

  2. Stefan

    Hallo Bine, hallo Robert,
    ich hoffe ihr fühlt euch wohl 🙂
    Meinem Sauron geht’s gut (er hat ja immer seinen (Gummi)Ring um das Glas) und das mit dem Fingertest habe ich inzwischen auch raus. Zwei kleine Fragen habe ich aber noch. Du hast mir hier am 10.6. den Tipp gegeben, den Vorteig bis zu 2 Tage vor dem Backen 1:5:5 anzufüttern, anspringen zu lassen und dann im Kühlschrank zu lagern, damit er am Backtag fit für mein Brot ist. Wie genau meintest du das?
    Ich habe die Woche für den Vorteig 15 g Starter mit je 75 g Wasser und Mehl gefüttert und der ist auch gut aufgegangen. Nur als ich es dann in den Hauptteig gemischt habe, ist der auch nach 4-5 Stunden wenig aufgegangen. Er war ja auch nicht mehr über Nacht im Kühlschrank. Davor habe ich das schon mehrmals mit 50 g Sauron und je 250 g Mehl und Wasser gemacht, diesen Vorteig am Backtag mit Mehl aufgefüllt, damit das Verhältnis stimmt und den Hauptteig dann 2-4 Stunden gehen lassen. Das hat besser geklappt.
    Meine zweite Frage ist nur, ob ich Backutensilien, an denen noch Reste vom Starter oder Sauerteig kleben, in die Spülmaschine geben kann. Du schreibst irgendwo, dass man den Starter auf keinen Fall im Abfluss entsorgen darf, aber solche Reste in der Spülmaschine sollten kein Problem sein, oder?

    Ganz liebe Grüße und noch viel Spaß beim Backen und diesem Blog von uns aus Mordor 😀

    1. Hallo Stefan, hallo Sauron (der Gummiring als der eine Ring – herrlich 😄),

      freut mich, dass Sauron so brav mitspielt und leckere Brote für dich backt!

      Ich glaub, ich hab dich mit meinem Tipp vom 10.6. selbst ein bisschen auf die falsche Fährte geschickt – sorry! Da haben sich zwei Sachen vermischt, die ähnlich aussehen, aber verschiedene Jobs haben.

      Streng genommen ist Füttern und einen Vorteig ansetzen sogar dasselbe … ASG, Mehl, Wasser, verrühren, stehen lassen. In der Bäckerwelt hält man die beiden trotzdem auseinander, weil die Mengen und Verhältnisse so unterschiedlich sind, dass man sonst schnell durcheinanderkommt. Und genau das ist glaub ich hier passiert:

      Das eine ist Sauron selbst. Mein „einen Tag vorher 1:5:5 füttern, anspringen lassen, ab in den Kühlschrank“ war auf ihn gemünzt … den Starter fit machen fürs Wochenende, damit er vor dem Backen nicht zu lange ungefüttert rumsteht. Kleine Menge, das Kühlen betrifft nur Sauron.

      Das andere ist der Vorteig … der große Ansatz, der wirklich ins Brot geht. Den machst du nicht im Kühlschrank, sondern lässt ihn bei Zimmertemperatur hochkommen, bis er schön gewölbt und blubbrig ist, und gibst ihn dann in den Hauptteig. Genau auf diesem Hochpunkt hat er die meiste Kraft.

      Diesmal hast du die beiden zusammengelegt: aus 15 g + je 75 g einen kleinen Ansatz gemacht und den direkt ins Brot gegeben. Zwei Sachen haben ihm da gefehlt:
      Die Menge … 165 g sind für ein ganzes Brot recht wenig. Bei deinem guten Lauf hattest du 50 g Sauron mit je 250 g angesetzt, also 550 g. Das ist ein ganz anderes Kraftpaket.

      Das nächste Mal machst den Vorteig wieder wie in deinem guten Teig … die größere Menge, am Backtag nochmal mit etwas Mehl aufgefrischt und gib ihn rein, wenn er oben schön gewölbt ist, kurz bevor er wieder einsackt. Und Sauron gönnst du davor seine Auffrischung, damit er fit an die Sache geht.

      Wie ich Anstellgut, Sauerteig und Vorteig auseinandersortiere, hab ich hier mal aufgeschrieben: „Was ist Anstellgut?“. Und wie du den Vorteig ansetzt, steht hier: „Sauerteig-Vorteig ansetzen: Ja oder nein?“

      Zur Spülmaschine: Ja, das kannst du bedenkenlos so machen. Ich mach’s genau wie du und spül vorher ab … nur aus Vorsicht fürs Rohr. Der Handgriff, der zählt: das Gröbste (Teigklumpen, ein Rest im Glas) mit dem Schaber oder Küchenpapier in den Müll, bevor du unters Wasser gehst. Der dünne Film, der dann noch dranhängt, ist harmlos. Die Abfluss-Warnung meinte ich die andere Nummer … größere Mengen Anstellgut in einem Schwung runterkippen, das ist der Kleister, der die Rohre zusetzt.

      Liebe Grüße nach Mordor an dich und Sauron, auch von Robert,
      von der Bine

  3. Stefan

    Liebe Grüße zurück von Sauron 😄
    danke für den Tipp! Ich habe jetzt diesen Vorteig und dein Rezept auf der Seite hier probiert. Klappt beides. Ich muss nur noch ein bisschen schauen, wie lange ich den Hauptteig vor dem Backen gehen lasse, wenn er bzw. der Vorteig im Kühlschrank waren und wie das ideale Vorteig/Hauptteig Verhältnis ist (und dran denken , Salz in den Teig zu tun 😖)
    Im Moment will ich nämlich 2 mal die Woche backen und die verbliebenen 50 g wieder auf 150 g hoch füttern.
    Viele liebe Grüße von Sauron und mir 😀

    1. Lieber Stefan, lieber Sauron 😄,

      oh ich freu mich, dass es jetzt klappt 🥰

      Wie lange der Hauptteig gehen muss ist, gerade bei diesem heißen Wetter einen knifflige Sache. Ich kämpfe selber mit fast 30 Grad in meiner Küche und so gehen die meisten meiner Teige im Sommer im Kühlschrank. Und meistens sind die Zeitangaben in den Rezepten für mich nur noch Richtwerte. Ich backe gerade ein Baguette-Rezept für das Blog hier und aus 1h Stockgare bei Raumtemperatur sind gestern 30 min geworden, weil es einfach zu warm ist. Jetzt stehen die Baguette in der Stückgare im Kühlschrank und wandern gleich in den Ofen. Mein Tipp also: Schau dir den Teig genau an, nimm die Rezeptzeiten als Richtwerte und mach den Fingertest … mit der Zeit bekommst du ein prima Gefühl dafür wie lange der Hauptteig gehen muss.

      Viel Spaß und gutes Gelingen weiterhin,
      und viele liebe Grüße von Robert und mir 😀

  4. Stefan

    Hallo Bine,
    danke für die guten Tipps. Am 8. Tag, also Samstag, ist der Starter wieder deutlich gewachsen. Sonntag hat er sich innerhalb einer Stunde fast verdoppelt, aber ich kam erst heute, 2 Tage später, zum backen. Ich habe mich für ein relativ einfaches Sauerteigbrotrezept entschieden und es ist wunderbar aufgegangen, ganz ohne Hefe.
    Woher weißt du das mit den Milchsäurebakterien, wilden Hefen und richtigen Temperaturen eigentlich alles? Bist du Biologin? Die meisten scheinen ja einfach zu früh aufzugeben und das hätte ich ohne deine Hilfe wohl auch getan. Den Rest meines Starters – ich habe ihn Sauerteig Roggen Natur genannt, oder kurz Sauron – habe ich wieder gefüttert und er wartet jetzt im Kühlschrank auf seinen nächsten Einsatz.

    Liebe Grüße
    Stefan

    1. Hallo Stefan,

      lieben Dank für dein Update 🙂
      Oh das freut mich aber … das Sauron (hahahahah .. genial :D) jetzt so schön mitspielt und leckere Brote für dich backt. 🙂
      Und du hast auch vollkommen recht damit, dass die meisten Sauerteig-Einsteiger zu früh aufgeben, weil Sauerteig in vielen Blogs einfach kompliziert klingt. Oder anderes, einfach klingt aber am Anfang schwer umzusetzen ist, weil man Sorge hat etwas falsch zu machen.
      Ich sage ja immer: „Mein Sauerteig hat mich Geduld und Demut gelehrt“ … und für mich ist Backen so was wie Yoga und diese Ruhe und Besonnenheit der Ausgleich zu meinem recht stressigen Alltag im Büro. Und nein, ich bin keine Biologin, ich bin bin von der Technikseite und arbeite in der Betriebsleitung eines Metallbaubetriebs 😉 Woher ich das alles weiß? Wenn ich jetzt sage: jahrelange Erfahrung, dann ist das zwar richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Ich habe einfach irgendwann 2016 aus Interesse mit Brot backen angefangen. Durch Corona wurde das auch immer tiefer und so ist über die Jahre durch viel Lesen, Backkurse und Selberbacken ein „Erfahrungspool“ entstanden … und dieses Blog. 😉

      Ich hab noch einen Tipp für dich: Wenn du deinen nächsten Backtag planst, dann füttere Sauron einen Tag vorher 1:5:5 lass ihn anspringen und ab in den Kühlschrank, dann ist er zum Backen fit für dein Brot, mit zwei Tagen wie bei dir jetzt geht das auch noch, aber länger sollte dein Starter vor dem Backen nicht ungefüttert sein.

      Liebe Grüße, auch von Robert an deinen Sauron,
      von der Bine

  5. Stefan

    Hallo Sabine,
    vielen Dank für deine tolle Schritt-für-Schritt-Anleitung. Anfangs lief alles nach Plan, aber seit 2 Tagen tut sich praktisch nichts mehr 🤔.
    Ich habe Samstag zum ersten Mal seit Jahren wieder Sauerteig angesetzt und Sonntag Morgen zum ersten Mal gefüttert. Abends hatte er sich dann verdoppelt, aber da ich dachte, ich müsste mindestens 12 Stunden warten habe ich ihn über Nacht stehen lassen und er hatte sich am nächsten Morgen nochmal verdoppelt. Ich habe ihn dann gefüttert, aber seit dem ist praktisch Stillstand. Ich dachte erst Schritt 3 wurde praktisch übersprungen, weil er sich ja 2 Mal verdoppelt hat, aber den ganzen Montag und den ganzen Dienstag tat sich praktisch nichts. Gestern habe ich ihn noch gefüttert, aber heute Morgen, am Mittwoch, habe ich es mal ausgelassen, weil ich die Milchsäurebakterien nicht zu sehr verdünnen will.
    Sonntag war es noch deutlich wärmer als die folgenden Tage, aber wenn mein Kühlschrankmotor gerade läuft, sind es da auch knapp 30°C.
    Ist das normal Sabine? Soll ich ihn heute Abend wieder füttern, oder weiter warten?
    Danke für deine Hilfe.
    LG
    Stefan

    1. Hallo Stefan,
      vielen Dank für deine Nachricht.
      Keine Sorge … ich denke mit deinem Starter ist alles in Ordnung. Du steckst gerade nur in dem berüchtigten Durchhänger, den fast jeder neue Sauerteig durchmacht. Bei den meisten passiert das an Tag 3, 4 oder 5. Es sieht aus als wäre er hin, aber das ist nur die Phase in der die weniger gewünschten Bakterien gehen und sich die „guten“ Bakterien durchsetzen.
      Du hast also nichts übersprungen und nichts falsch gemacht … die eigentlichen Hefen müssen sich jetzt erst durchkämpfen. Das zieht sich meistens bis ungefähr Tag 7.
      Und die Hitze der vergangenen Tage hat da auch noch kräftig mitgemischt. Knapp 30 °C am Kühlschrank sind zu warm. Bei der Hitze schießt die Säure nach vorne, aber die Hefen fürs Aufgehen mögen’s ein kleines bisschen kühler und kommen deshalb nicht hinterher. Dein Starter wird sauer, geht aber nicht auf.

      Was ich machen würde:
      Such dir einen Platz für deinen Starter wo es konstant 22–26 °C hat. Füttere ruhig weiter, einmal am Tag reicht da schon … heute Abend auch wieder. Es ist auch nicht so, dass du die Milchsäurebakterien verdünnst damit. Das Gegenteil ist der Fall. Frisches Futter ist genau das, was die guten Kulturen jetzt brauchen. Der beste Zeitpunkt ist tatsächlich der Peak, aber ein bisschen vorher oder nachher ist dabei nicht so tragisch.
      Ich würde deinem Starter bis etwa Tag 7 Zeit geben. Wenn sich nach Tag 10 immer noch gar nichts rührt, meld dich nochmal.

      Liebe Grüße Bine

  6. Jochen

    Hey Bine!
    Super tolle Seite, danke für die vielen tollen Anleitungen, Tipps, Rezepte etc 🙂
    Ich habe meinen Sauerteig angesetzt wie von Dir erklärt. Bin nun bei Tag vier und er gedeiht so langsam.
    Jetzt fahre ich morgen Abend weg, komme erst Sonntag Abend wieder zurück. Was mache ich denn dann so lange mit dem Sauerteig?
    Kann ich ihn so lange in den Kühlschrank stellen? Oder geht das alles nicht während der Phase, wo ich ihn quasi „herstelle“?

    Danke für die Hilfe! 🙂

    1. Hallo Jochen,

      ganz lieben Dank für deinen netten Kommentar – das freut mich riesig, dass dir die Seite weiterhilft! 🙂

      Zu deiner Frage: Kein Stress, das kriegen wir hin. Dein Sauerteig stirbt nicht, nur weil du übers Wochenende weg bist – auch nicht in der Ansetz-Phase. Er macht einfach Pause.

      Du kannst folgendes probieren:
      Morgen vor der Abreise fütterst du ihn nochmal ganz normal (1:1:1, also gleiche Teile Anstellgut, Mehl und Wasser). Lass ihn dann 1–2 Stunden bei Raumtemperatur stehen, damit er anspringt – und dann ab in den Kühlschrank.
      Sonntag Abend, wenn du zurück bist, holst du ihn raus und lässt ihn über Nacht bei Raumtemperatur ankommen.
      Montag früh fütterst du wieder normal und machst mit dem Ansetzen weiter, wo du aufgehört hast.

      Im Kühlschrank schaltet dein Starter quasi auf Standby. Die Hefen und Bakterien arbeiten viel langsamer, „lernen“ also weniger in dieser Zeit. D.h. die Ansetz-Phase verlängert sich um ein paar Tage. Wenn er Montag/Dienstag noch etwas träge wirkt – nicht ungeduldig werden, einfach weiterfüttern. Tag 7 fühlt sich dann eher an wie Tag 5 sich angefühlt hätte, wenn du durchgemacht hättest.
      Das ist völlig normal und kein Rückschritt. Im Gegenteil – das ist genau der Moment, in dem Sauerteig zeigt, dass er in dein Leben passt und nicht umgekehrt. 🙂

      Viel Spaß beim Wegfahren und melde dich gerne wieder, wenn du Fragen hast!

      Liebe Grüße
      Bine

      1. Jochen

        Hola Bine!
        Riesen Dank! Dann werde ich das mla genau so versuchen! 🙂
        Er darf gar nicht aufgeben. Freu mich doch schon auf das erste gemeinsame Backerlebnis 🤗

        1. Hola Jochen 🙂
          sehr gern geschehen.

          Und denk immer dran .. das Schlimmste was passieren könnte ist, dass du einfach nochmal anfangen musst. Aber das glaub ich tatsächlich weniger.

          Liebe Grüße von der Bine

  7. Hey, ich muss mal kurz ne blöde Frage stellen. Bleibt der Starter dann immer im Kühlschrank wenn man ihn genug gezüchtet hat? man füttert ihn, dann nur noch einmal die Woche, aber die fütterung läuft genauso ab wie beim ersten füttern, nur das man ihn dann immer in der Kühlschrank stellt ? ganz liebe Grüße und vielen Dank für die tolle Anleitung 😍

    1. Hallo Ani,
      das ist überhaupt keine blöde Frage – klingt ja auch komisch .. überall liest man, dass es ein Sauerteig warm haben möchte und ich packe ihn in den Kühlschrank. Das ist aber tatsächlich eine sehr gängige Methode für Hobbybäcker die nicht jeden Tag backen können oder wollen.

      Dein Starter wohnt dauerhaft im Kühlschrank. Einmal pro Woche holst du ihn raus und fütterst ihn genauso wie beim ersten Mal – ein Teil Starter, ein Teil Mehl, ein Teil Wasser.
      Der einzige Unterschied zum Anfang ist, dass du ihn nach dem Füttern für 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur „anspringen“ lässt, bevor er zurück in den Kühlschrank darf. In dieser Zeit kommen die Hefen in Schwung und fangen an zu arbeiten. Danach bremst die Kälte sie wieder aus und er kann bis zur nächsten Fütterung in Ruhe vor sich hin leben.
      So halte ich meine Starter seit Jahren, und Robert geht’s damit prächtig.
      Liebe Grüße von der Bine

  8. Hallo Bine! Ich wollte nur mal Danke für den schönen Beitrag sagen. In diesen überstimulierenden Zeiten von Instagram und schnellen, lauten Reels und Short Content ist es eine Wohltat sondergleichen, mal wieder einen Blog zu lesen. Danke Danke Danke!!! <3

    1. Hallo Laura,

      vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar <3
      Ich bin ganz bei dir, ich fühle mich zu alt für Insta & Co. 😀
      Ich freu mich wirklich riesig, dass dir mein Blog gefällt und es tatsächlich noch Menschen gibt die Blogs LESEN und über den Rand der Social Media Bubble gucken.

      Den Beitrag überarbeite über das Ansetzen von Sauerteig überarbeite ich im Moment ein wenig. Es waren einige Formulierungen drin, die ein bisschen unklar waren. Und das ist das tolle an einem Blog, es ist Content der „lebt“.

      Ich freu mich, wenn du wieder mal vorbei schaust <3
      Hab ein tolles Wochenende,
      es grüßt ganz lieb die Bine

  9. Hallo Bine, wenn dein Starter fertig ist und Du noch nicht backst, Du stellst dein Starter in den Kühlschrank, zwei Tage später backst du, brauchst 20g Sauerteig, wie geht’s weiter.
    Lässt Du den kalten Sauerteig erst warm werden, oder kann man den Sauerteig sofort verwenden? Wenn Du 20g entnommen hast, füllst Du mit 20g Mehl und Wasser auf, oder 50g

    1. Guten Morgen Gerhard,

      lieben Dank für deinen Kommentar und die wirklich gute Frage die du da hast. Das werde ich tatsächlich recht oft gefragt.
      Um ehrlich zu sein, ich mache es mal so, mal so 😉

      Wenn ich ein Brot backe, dass auch einen Hefe-Anteil hat, dann verwende ich den Starter direkt aus dem Kühlschrank. Die Gare des Teiges braucht dann etwas länger, aber es funktioniert in der Regel problemlos.
      Ehrlicherweise muss ich aber erwähnen, dass mein Starter Robert ein echter Kraftprotz ist und keinerlei Probleme macht.

      Ich empfehle dir, deine Back-Sessions so zu planen, dass du höchstens einen Tag vor dem Backen deinen Starter fütterst. Besser wäre es, wenn du deinen ihn fütterst, nach dem Füttern 3-4h bei Raumtemperatur wartest bis er sich verdoppelt, dann die benötigte Menge abnimmst und den Rest in den Kühlschrank stellst. Damit habe ich auch gute Erfahrungen gemacht.

      Ich erstelle in vielen Fällen zuerst einen Vorteig. D.h. ich entnehme z.B. 20g Anstellgut dem Starterglas, der Rest geht in den Kühlschrank. Mit dem entnommenen Anstellgut mache ich mit einem Teil der Gesamtmehlmenge und der Gesamtwassermenge des Rezepts einen Vorteig, den ich 10-12h gehen lasse. (z.B. 10% Mehl und 10% Wasser des Rezeptes plus den 20g Anstellgut).

      Hier führen wirklich viele Wege nach Rom.

      Zu deiner zweiten Frage: Nein bitte nicht einfach nur auffüllen. Du kannst den Starter so wie er ist zurück in den Kühlschrank stellen und bei der nächsten Routine-Fütterung wieder 1:1:1 füttern.

      Ich hoffe ich hab das jetzt einigermaßen verständlich erklären können. Zu diesem Thema gibt es viele unterschiedliche Meinungen und Ansätze … und bei jedem funktioniert es ein bisschen anderes.
      Vielleicht hast du schon meinen Artikel zum Füttern deines Starters entdeckt: https://bine-backt.de/sauerteig-fuettern/. Da habe ich u.a. auch aufgeschrieben wie ich das mit meinem Starter mache, wenn ich backe.

      Und falls du noch mehr Fragen hast, einfach fragen 🙂

      LIebe Grüße von der Bine