Weckglas mit aufgegangenem Sauerteig-Starter, daneben eine Schale Roggen-Vollkornmehl und eine Karaffe Wasser

Sauerteig ansetzen für Anfänger: Meine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Sauerteig-Grundlagen

Mehl, Wasser und eine Woche Zeit, mehr brauchst du nicht. Ich nehm dich mit durch die erste Woche mit deinem Starter, mit allem, was dabei normal ist.

Inhalt19 Min. Lesezeit

Ich back seit über sieben Jahren jede Woche mit Robert, meinem Roggen-Starter. Einen neuen Sauerteig anzusetzen find ich trotzdem jedes Mal wieder spannend.

Am Anfang macht so ein Starter nämlich, was er will. Er riecht zwischendurch seltsam, und nach ein paar Fütterungen tut sich plötzlich gar nichts mehr. Du guckst ins Glas und fragst dich, ob da überhaupt noch was lebt. Das ist alles normal.

Zum Ansetzen brauchst du nur Roggen-Vollkornmehl, lauwarmes Wasser und ein sauberes Glas. Hefe brauchst du nicht, die wilden Hefen sitzen schon im Mehl. In ungefähr einer Woche und fünf bis acht Fütterungen ist dein Starter backbereit.

Ich zeig dir jede Fütterung einzeln, so wie sie bei mir gelaufen ist. Wenn du gerade vor deinem ersten Glas stehst und wissen willst, was auf dich zukommt, fang mit dem nächsten Abschnitt an.

Was dich in der ersten Woche erwartet

Die erste Woche mit einem neuen Starter geht auf und ab. Mal passiert viel, mal tagelang scheinbar nichts, und genau in den ruhigen Phasen fangen die meisten an zu zweifeln.

Am Anfang verrührst du nur Mehl und Wasser und wartest. In den ersten ein, zwei Tagen zeigen sich oft erste Bläschen, meist von Bakterien, die noch gar nicht die richtigen sind. Dann kommt fast immer ein Durchhänger, eine ruhige Phase, in der äußerlich wenig passiert, obwohl sich dein Starter innen gerade umbaut. Danach wird es lebendig: ein feines Blasennetz, ein säuerlicher Geruch, manchmal auch ein scharfer Geruch nach Nagellack, der aber von allein wieder verschwindet. Und irgendwann verdoppelt sich dein Starter zuverlässig, riecht fruchtig-mild und ist backbereit.

Ich hab irgendwann aufgehört, nach einem festen Plan zu füttern. Man macht sich damit nur verrückt und verpasst dabei meistens genau den Moment, auf den es ankommt. Der ist dann, wenn die Hefen am kräftigsten arbeiten und der Ansatz am ausgewogensten ist.

Deshalb fütterst du deinen Starter immer dann, wenn er sich verdoppelt hat. Nicht der Kalender sagt dir, wann es so weit ist, sondern dein Glas. Ein Haushaltsgummi auf Teighöhe zeigt es dir zuverlässiger als jede Uhr. Bei mir findest du darum auch keine Anleitung nach Tag 1, Tag 2, Tag 3. Jeder Starter hat sein eigenes Tempo, und deiner darf sich seine Zeit nehmen.

In den ersten Tagen darfst du dabei entspannt sein. Wenn dein Starter sich schon nach zwei Stunden verdoppelt hat und du gerade nicht kannst, sind zwei, drei Stunden mehr kein Problem. Diese frühen Schübe kommen ohnehin von Bakterien, die am Ende gar nicht im Glas bleiben.

Bei manchen Startern werden zehn Tage draus. In einer kühlen Küche dauert es länger, im warmen Sommer geht es schneller. Wenn bei dir an Tag vier noch nicht viel los ist, ist das kein schlechtes Zeichen, sondern meistens einfach dein Tempo.

Mehl, Wasser und eine WG voller Mikroorganismen

Stell dir vor, du richtest eine WG ein, nur dass deine Mitbewohner wilde Hefen und Milchsäurebakterien sind. Die sitzen im Mehl und warten im Grunde nur auf Wasser, um loszulegen.

Sobald Mehl und Wasser zusammenkommen, gehen zuerst die Enzyme im Mehl an die Arbeit. Sie zerlegen die Stärke in kleine Zuckerstücke, und erst das ist das Futter für deine Mitbewohner. Die Hefen futtern los, und dabei entsteht CO₂. Genau das lässt dein Brot später aufgehen. Die Milchsäurebakterien gehen an denselben Zucker und machen daraus Säure. Die gibt dem Brot seinen Geschmack und macht es außerdem länger haltbar. Ein Roggen-Sauerteigbrot hält sich locker fünf bis sieben Tage frisch. Bei einem Weizensauerteig sind es drei bis vier Tage, bei einem reinen Hefebrot zwei bis drei.

Bis sich dieses kleine Ökosystem in deinem Glas eingespielt hat, vergeht die erste Woche. Danach hast du einen Starter, den du jahrelang pflegen und immer wieder zum Backen verwenden kannst. Robert ist mittlerweile über sieben Jahre alt, und er wird von Jahr zu Jahr besser.

Begriffe kurz erklärt

Sauerteig-Starter (Anstellgut) ist deine Stammkultur im Glas. Sie lebt im Kühlschrank und wird regelmäßig gefüttert, aber nie komplett verbacken. Woher der Name kommt und was Anstellgut von allem anderen unterscheidet, steht in Was ist Anstellgut?.

Vorteig (Levain) ist der Ansatz aus Starter + Mehl + Wasser, den du vor dem Backen herstellst und komplett ins Brot gibst.

Sauerteig ist der Oberbegriff für das gesamte System.

Mehl, Wasser und ein Glas – mehr brauchst du nicht

Welches Mehl zum Sauerteig ansetzen?

Kurz und einfach: Roggen-Vollkornmehl. Für deinen ersten Starter ist das die sicherste Wahl.

Im vollen Korn stecken Schale und Keim noch mit drin, und dort sitzen die Nährstoffe, von denen deine Kultur lebt. Ein Teil der wilden Hefen sitzt auch schon dort. Je heller das Mehl, desto weniger ist von beidem übrig. Deshalb funktioniert Vollkornmehl am zuverlässigsten.

Zwei Schalen nebeneinander, links grobes dunkles Roggen-Vollkornmehl mit Schalenanteilen, rechts feines helles Weizenmehl

Ich nehm für einen neuen Starter immer Roggen-Vollkornmehl. Roggen bringt von Natur aus mehr Enzyme und Mikroorganismen mit als Weizen oder Dinkel, und der Starter kommt dadurch deutlich schneller in Gang. Bei mir sind es fünf bis acht Fütterungen, bis er aktiv ist. Wenn du kein Vollkorn im Haus hast, funktioniert Roggenmehl Type 1150 fast genauso gut. Wie sich Weizen und Dinkel als Starter schlagen, steht im Abschnitt zu den drei Mehlsorten.

MehlDauer bis backbereitAktivitätEmpfehlung
Roggen-Vollkorn5–8 FütterungenHoch, viele natürliche HefenMeine erste Wahl für Einsteiger
Roggen Type 11506–8 FütterungenGut, etwas weniger SchalenanteileFunktioniert fast genauso
Weizen-Vollkorn8–10 FütterungenMittel, weniger Hefen als RoggenFür mildere Brote
Dinkel-Vollkorn8–10 FütterungenMittel, ähnlich wie WeizenLeicht nussiges Aroma
Type 405 / 550Deutlich längerGering, kaum NährstoffeNur mit Vollkorn-Anteil

Mit Type 405 oder 550 allein kommt ein Ansatz nur mühsam in Gang. Wenn du nichts anderes da hast, misch etwa ein Zehntel Vollkornmehl darunter, dann hat die Kultur wieder etwas zu futtern. Rechne trotzdem mit mehr Fütterungen.

Viele halten Roggen für glutenarm, weil er kein festes Klebernetz bildet. Klebereiweiß hat er trotzdem, und bei Zöliakie ist er genauso tabu wie Weizen. Dann brauchst du ein anderes Mehl, Reisvollkorn zum Beispiel, Buchweizen oder Hirse. Wie so ein Ansatz läuft, hab ich in Glutenfreien Sauerteig ansetzen aufgeschrieben.

Welches Wasser dein Starter braucht

Normales Leitungswasser reicht. Ich test mit dem Finger, ob es sich handwarm anfühlt, ungefähr 30 °C. Wenn es angenehm warm ist, ohne zu brennen, stimmt die Temperatur. Wer es genauer haben will, nimmt ein Einstichthermometer* (Affiliate-Link).

Beim ersten Ansetzen verzeiht dir das Wasser noch etwas, weil das Mehl die Temperatur sofort abfängt. Beim Füttern ist das anders. Da kippst du das Wasser direkt auf deinen Starter, und die Kultur kriegt es ungebremst ab. Ab etwa 45 °C sterben die Hefen. Deshalb halt ich jedes Mal kurz den Finger rein, nicht nur am ersten Tag. Zu kaltes Wasser bringt sie nicht um, bremst sie aber so weit aus, dass tagelang nichts passiert.

Das richtige Glas für deinen Starter

Dein Starter wird sein Volumen verdoppeln, manchmal mehr. Er braucht also Platz. Ich nehm Weckgläser mit 850 ml oder 1 Liter* (Affiliate-Link), alte Marmeladengläser mit 500 ml gehen aber auch. Den Deckel legst du nur locker auf, nie zuschrauben, weil das CO₂ raus muss.

Ein Haushaltsgummi auf Teighöhe

Ich zieh ein Haushaltsgummi ums Glas, genau auf die Höhe, wo der Teig gerade steht. So seh ich sofort, ob er gewachsen ist. Kein Raten, kein Vergleichen aus der Erinnerung.

Sauerteig-Starter ansetzen – Schritt für Schritt durch die erste Woche

Ab jetzt fütter ich immer dann, wenn sich der Starter verdoppelt hat. Am Anfang dauert das ungefähr 24 Stunden, mit jeder Fütterung wird er schneller. Das Gummiband am Glas zeigt dir zuverlässig, wann es so weit ist.

Schritt 1: Mehl und Wasser mischen

Ich geb 50 g Roggen-Vollkornmehl und 50 g lauwarmes Wasser (ca. 30 °C) in ein sauberes Glas und verrühr alles gut, bis keine trockenen Stellen mehr da sind. Die Konsistenz ist ungefähr wie dicker Pfannkuchenteig. Wenn es zu fest wirkt, kommt noch ein kleiner Schluck Wasser dazu.

Den Deckel leg ich locker auf. Dann zieh ich das Gummiband auf Teighöhe und stell das Glas an einen Platz mit 22 bis 26 °C. In dem Bereich arbeiten Hefen und Milchsäurebakterien im Gleichgewicht. Wird es wärmer, kommen die Bakterien schneller voran als die Hefen. Dein Starter wird dann sauer, geht aber nicht auf.

Bei mir steht der Ansatz meistens einfach auf der Arbeitsplatte. Braucht er Wärme, stell ich ihn auf den Kühlschrank oder auf die Kaffeemaschine, und wenn es in der Küche mal zu kühl ist, auf eine Wärmematte* (Affiliate-Link). Im Sommer ist es oben auf dem Kühlschrank allerdings zu warm, dann bleibt er unten stehen.

In den ersten Stunden passiert noch nichts Sichtbares. Das Mehl-Wasser-Gemisch sieht genauso aus wie vorher, aber unter der Oberfläche fangen die Mikroorganismen bereits an, sich einzurichten.

Schritt 2: Das erste Füttern

Nach ungefähr 24 Stunden riecht es vielleicht leicht säuerlich oder alkoholisch. Das ist gut. Die Mikroorganismen fangen gerade an zu arbeiten.

Jetzt kommt das erste Füttern, und ab hier läuft jedes Füttern gleich ab. Ich wieg 50 g von meinem Starter ab und werf den Rest weg oder auf den Kompost. Den entnommenen Starter verrühr ich zuerst mit 50 g lauwarmem Wasser, dann geb ich 50 g frisches Roggen-Vollkornmehl dazu und verrühr alles gut. Das Ganze kommt in ein frisches, sauberes Glas. Gummiband auf die neue Teighöhe, Deckel locker drauf, fertig.

Das frische Glas ist übrigens kein Perfektionismus. Teigreste, die an der Innenwand eintrocknen, sind eine häufige Schimmelquelle. Ein sauberer Rand ist die beste Versicherung dagegen.

Der Rest kommt weg, sonst hast du bald einen Eimer voll

Wenn du den gesamten Starter jedes Mal weiterfüttern würdest, hättest du nach einer Woche kiloweise Mehl verbraucht. Was ich mache, nennt sich 1:1:1-Führung. Ein Teil Starter, ein Teil Mehl, ein Teil Wasser. So bleibt die Menge konstant, und die Mikroorganismen bekommen immer frisches Futter. Mehr dazu im Artikel Sauerteig füttern & pflegen.

Schritt 3: Weiterfüttern – erste Bläschen zeigen sich

Ich fütter wieder genauso wie beim letzten Mal. 50 g Starter abwiegen, mit 50 g Wasser verrühren, 50 g Mehl dazu, frisches Glas. Bei mir haben sich beim dritten Füttern die ersten winzigen Bläschen gezeigt. Wenn bei dir noch nichts zu sehen ist, lass dich nicht verunsichern. Manche Starter brauchen einfach länger, bis sie loslegen.

Schritt 4: Hab Geduld mit deinem Starter

Ich fütter wieder wie gehabt. Beim vierten Füttern stand mein Starter auf einmal still. Keine neuen Blasen, kaum Volumen, fast wie am ersten Tag. Das sieht aus, als wäre er hin, und genau hier geben die meisten auf. Mich hat es damals auch verunsichert.

Flacher Sauerteig-Starter ohne Blasen, an der Glaswand getrocknete Teigspuren oberhalb des Gummibands

Die Blasen davor kamen von Bakterien, die zwar CO₂ produzieren, aber nichts mit echtem Sauerteig zu tun haben. Die entstehende Säure verdrängt sie jetzt, und die richtigen Milchsäurebakterien und wilden Hefen können sich ansiedeln. Dein Starter baut sich gerade von innen um, auch wenn äußerlich wenig passiert. Füttere einfach weiter.

Schritt 5: Blasen, Geruch, Volumen – jetzt geht es los

Gefüttert wird weiter im gleichen Takt, 50 g Starter, 50 g Wasser, 50 g Mehl in ein frisches Glas. Ab jetzt lohnt sich der Blick durchs Glas. Wenn die richtigen Hefen anspringen, zeigt sich ein feines Blasennetz im ganzen Teig, die Oberfläche wölbt sich nach oben, und die Säure riecht deutlich kräftiger als vorher.

Bei mir war das ab dem fünften Füttern der Fall. Auf einmal war richtig was los, und durchs Glas sah es aus wie ein Schwamm. Bei dir kann das eine Fütterung früher kommen oder später.

Schritt 6: Wenn dein Starter nach Nagellack riecht

Mein Starter hat beim sechsten Füttern plötzlich seltsam scharf gerochen, fast wie Nagellackentferner. Ich hab kurz gedacht, da stimmt was nicht. Aber der Geruch gehört in dieser Phase einfach dazu. Manche Bakterien produzieren Essigsäure oder Aceton, bevor die Milchsäurebakterien endgültig die Oberhand gewinnen. Nach ein, zwei weiteren Fütterungen geht der Geruch von alleine wieder weg.

Ab jetzt geht es meistens spürbar schneller. Ich fütter alle 12 bis 24 Stunden, immer dann, wenn das Gummiband zeigt, dass sich der Starter verdoppelt hat. Die Menge bleibt dieselbe, also 50 g Starter, 50 g Wasser und 50 g Mehl, wieder in ein frisches Glas.

Schritt 7: Wölbung, Blasennetz, fruchtiger Geruch – dein Starter ist backbereit

Backbereit ist dein Starter, wenn drei Sachen zusammenkommen. Er verdoppelt sich innerhalb von sechs bis acht Stunden nach dem Füttern, riecht fruchtig-mild, und die Oberfläche wölbt sich. Und das nicht nur einmal, sondern zwei, drei Mal hintereinander.

Sauerteig-Starter fast doppelt so hoch wie das Gummiband, mit feinem Blasennetz und gewölbter Oberfläche

Bei mir war es nach dem achten Füttern so weit. Ich hatte das Gummiband gesetzt, war kurz weg, und als ich zurückkam, stand der Teig fast doppelt so hoch. Durchs Glas sah ich ein gleichmäßiges Blasennetz, und der Geruch war fruchtig-mild statt stechend. Nach dem ganzen Reingucken und Zweifeln war das ein richtig guter Moment.

Die sechs bis acht Stunden gelten für einen jungen Starter. Später wird er schneller. Ein eingespielter Roggen-Starter ist bei 1:1:1 und 22 bis 24 °C schon nach drei bis vier Stunden oben.

Falls es bei dir länger dauert, ist das auch ok. Manche Starter brauchen zehn oder mehr Fütterungen, besonders bei kühler Raumtemperatur. Füttere einfach weiter.

Rezept

Sauerteig-Starter ansetzen

Zutaten
  • 50 g Roggen-Vollkornmehl (plus Nachschub zum Füttern)
  • 50 g lauwarmes Wasser, ungefähr 30 °C
  • 1 sauberes Glas mit 850 ml bis 1 l, Deckel und ein Haushaltsgummi
Zubereitung
  1. Mehl und Wasser im Glas glatt verrühren. Gummiband auf Teighöhe ziehen, Deckel locker auflegen, an einen Platz mit 22 bis 26 °C stellen.
  2. Nach etwa 24 Stunden das erste Mal füttern: 50 g vom Ansatz abnehmen, mit 50 g Wasser verrühren, 50 g frisches Mehl dazu, alles in ein frisches Glas. Das ist die 1:1:1-Führung.
  3. Immer im gleichen Takt weiterfüttern, sobald sich der Starter verdoppelt hat, jedes Mal in ein sauberes Glas.
  4. Zwischendurch kommen oft ein Durchhänger und ein Nagellack-Geruch. Beides gehört dazu, einfach weiterfüttern.
  5. Nach fünf bis acht Fütterungen wird er lebendig: Blasennetz im Glas, säuerlicher Geruch, Wölbung an der Oberfläche.
  6. Backbereit ist er, wenn er sich in sechs bis acht Stunden verdoppelt, fruchtig-mild riecht und sich die Oberfläche wölbt, und das zwei, drei Mal hintereinander.
  7. Dann kommt er in den Kühlschrank. Ab jetzt reicht einmal pro Woche füttern.

Dauer: rund eine Woche und 5 bis 8 Fütterungen. Ergebnis: ein backfertiger Roggen-Starter, den du jahrelang behalten kannst.

Was normal ist, und wann du wirklich wegwerfen musst

Beim Ansetzen riecht und sieht dein Starter ständig anders aus, und fast alles davon ist harmlos. Wenn du gerade unsicher vor dem Glas stehst, fang mit der Tabelle an.

Was du siehst oder riechstWas es bedeutetWas tun
Kaum Blasen, Durchhänger nach ein paar Tagennormale Umbauphaseweiterfüttern
Geruch nach Nagellack, Aceton oder EssigHunger, beim Ansetzen völlig normalweiterfüttern
Graue Flüssigkeit oben (Hooch)war kurz zu lange ohne Futterunterrühren, dann füttern
Flacher, glatter weißer Filmmeist harmlose Kahmhefevorsichtig abheben, weiterfüttern
Pelzige, erhabene Flecken in Grün, Schwarz, Rosa oder OrangeSchimmelkomplett wegwerfen, Glas und Löffel heiß spülen
Rosa oder oranger, schmieriger BelagFehlbakterienwegwerfen

Flach und glatt ist fast immer harmlos. Pelzig und erhaben ist Schimmel.

Bügelglas mit abgesunkenem Sauerteig-Starter und einer Flüssigkeitsschicht obenauf

Beim Schimmel gibt es keine Rettung. Die Flecken abzukratzen reicht nicht, weil sich das Geflecht längst durch den ganzen Ansatz zieht und die Gifte auch beim Backen nicht kaputtgehen. Also alles weg, Glas und Löffel heiß spülen, neu anfangen. Der Geruch ist das andere Zeichen. Sauer und scharf ist normal, selbst wenn es nach Nagellack riecht. Muffig oder modrig riecht ein gesunder Ansatz nie.

Wenn dein Starter partout nicht in Gang kommt, nimmt dich Sauerteig-Starter geht nicht auf an die Hand. Welcher Geruch was bedeutet, hab ich in Sauerteig riecht nach Aceton aufgeschrieben. Und wenn dich etwas anderes vor dem Glas ratlos macht, stehen die häufigsten Fälle in Sauerteig-Probleme lösen.

Welches Mehl für deinen Sauerteig-Starter: Roggen, Weizen oder Dinkel?

Du kannst deinen Starter mit Roggen, Weizen oder Dinkel aufbauen. Die Unterschiede liegen im Geschmack, in der Aktivität und darin, wie pflegeleicht er im Alltag ist.

Vor ein paar Jahren hab ich mal einen Weizen-Starter parallel aufgebaut. Er war wunderbar, milder, weniger säuerlich, das Brot fast schon elegant. Aber auch launischer. Wenn ich ihn ein paar Tage zu lang im Kühlschrank vergessen hatte, brauchte er deutlich länger, um wieder anzuspringen. Wer es ausprobieren möchte, nimmt Weizenmehl Type 1050 oder Weizen-Vollkorn.

Einen Dinkel-Starter hab ich selbst nie aufgebaut. Fürs Ansetzen nimmst du Dinkel-Vollkorn, und das Brot bekommt davon eine leicht nussige Note. Empfindlich ist so ein Starter wie der Weizen, wenn nicht noch etwas mehr.

RoggenWeizenDinkel
Bestes MehlVollkorn oder Type 1150Type 1050 oder VollkornVollkorn
GeschmackKräftig, säuerlichMild, wenig SäureMild, leicht nussig
AktivitätHoch, springt schnell anMittel, braucht längerMittel, ähnlich wie Weizen
PflegeGutmütig, verzeiht vielLaunischer, braucht RegelmäßigkeitEmpfindlich, ähnlich wie Weizen
Für Einsteiger?Ja, meine EmpfehlungMöglich, aber anspruchsvollerMöglich, aber anspruchsvoller

Einen eigenen Starter für jede Mehlsorte brauchst du nicht. Robert ist ein reiner Roggen-Starter, und ich back damit genauso gut Weizen- und Dinkelbrote.

Robert sagt

„Ich bin jetzt seit über sieben Jahren in dieser Küche. Ich hab Umzüge überlebt, Urlaubsvertretungen und den einen Winter, als die Heizung drei Tage ausgefallen ist. Wenn ich das kann, schafft dein Starter die erste Woche auch.“

Ab in den Kühlschrank, und dann?

Sobald sich dein Starter zuverlässig verdoppelt und fruchtig riecht, kommt er in den Kühlschrank. Dort fährt er seine Aktivität runter und braucht nur noch einmal pro Woche Futter. Ich fütter donnerstags mit 1:1:1, also 50 g Starter, 50 g Roggenmehl Type 1150 und 50 g Wasser. Freitagabend setz ich dann einen Vorteig an, und samstags wird gebacken.

Das Vollkornmehl brauchst du ab jetzt nicht mehr. Es hat den Ansatz überhaupt erst in Gang gebracht, weil die Nährstoffe darin stecken. Eine laufende Kultur kommt mit Type 1150 gut zurecht, und der Starter wird damit etwas milder.

Wie du deinen Starter langfristig pflegst, steht in Sauerteig füttern: Verhältnis, Rhythmus und Pflege. Wenn du mal länger nicht backst, übersteht er die Pause locker. Die fünf Methoden zum Sauerteig aufbewahren und wieder aktivieren hab ich einzeln aufgeschrieben. Und vielleicht gibst du ihm ja auch einen Namen, Ideen für Sauerteig-Namen gibt es genug.

Mit dem Sauerteig-Starter Brot backen

Ab jetzt kannst du mit ihm backen. Das erste eigene Sauerteigbrot ist ein besonderer Moment, und einfacher, als du gerade vielleicht denkst. Zum einfachen Sauerteigbrot für Anfänger →

Glas mit blubberndem Sauerteig-Starter auf Marmor

Dein Starter-Check

Was ist mit meinem Starter los?

Blubbert nichts, riecht es streng oder tut sich gar nichts? Beantworte ein paar kurze Fragen, und ich sag dir, was dein Starter gerade braucht.

Häufige Fragen zum Sauerteig ansetzen

Wie lange dauert es, einen Sauerteig anzusetzen?

Ungefähr eine Woche und fünf bis acht Fütterungen. Bei kühler Küche kann es zehn Tage werden, im warmen Sommer geht es schneller. Verlass dich dabei nicht aufs Datum. Fertig ist dein Starter, wenn er nach dem Füttern hochkommt und fruchtig-mild riecht, und das mehrmals hintereinander.

Wo stelle ich meinen Sauerteig-Starter hin?

An einen Platz mit 22 bis 26 °C. Bei mir steht er meistens auf der Arbeitsplatte. Wenn es in der Küche kühler ist, stell ich ihn auf den Kühlschrank oder auf die Kaffeemaschine, notfalls auf eine Wärmematte. Im Sommer wird es oben auf dem Kühlschrank zu warm, dann steht er wieder unten.

Welches Mehl eignet sich für einen Sauerteig-Starter?

Roggen-Vollkornmehl. Im vollen Korn stecken Schale und Keim, und dort sitzen die Nährstoffe, von denen die Kultur lebt. Roggenmehl Type 1150 funktioniert fast genauso gut. Weizen-Vollkorn und Dinkel-Vollkorn gehen auch, brauchen aber acht bis zehn Fütterungen statt fünf bis acht. Mit Type 405 oder 550 allein dauert es deutlich länger, dort ist von beidem kaum noch etwas übrig.

Mein Starter ist aufgegangen und dann zusammengefallen. Ist das schlimm?

Nein, das ist sogar ein gutes Zeichen. Er hat seinen Höhepunkt erreicht, den sogenannten Peak, und ist danach wieder abgesunken. Die Hefen haben so viel CO₂ produziert, dass der Teig sein Volumen nicht halten konnte. Fürs spätere Backen nimmst du den Starter am besten genau am Peak, wenn er am höchsten steht.

Oben auf meinem Starter schwimmt eine graue Flüssigkeit. Muss ich ihn wegwerfen?

Nein. Das ist sogenannter Hooch, eine dünne Schicht aus Alkohol und Wasser. Sie bildet sich, wenn der Starter zu lange nicht gefüttert wurde. Grau oder leicht bräunlich ist er noch völlig in Ordnung. Einfach einrühren und zwei bis drei Mal hintereinander füttern, dann erholt er sich. Das hat sich bei mir schon ein paarmal bewiesen.

Was mache ich mit dem Rest, den ich beim Füttern wegwerfe?

Während du deinen Starter aufbaust, kommt der Rest in den Müll oder auf den Kompost. Die Kultur ist in dieser Phase noch nicht stabil, und der Überschuss taugt weder geschmacklich noch von der Zusammensetzung her zum Verbacken. Größere Mengen bitte nicht in einem Schwung in den Ausguss kippen, die quellen im Rohr auf und setzen es zu. Der dünne Film, der am Glas und am Löffel hängenbleibt, ist dagegen harmlos. Ich schab das Gröbste mit dem Teigschaber in den Müll und stell den Rest bedenkenlos in die Spülmaschine. Sobald dein Starter fertig ist und regelmäßig gefüttert wird, sieht das anders aus. Dann sammle ich den Überschuss, auch Discard genannt, in einem Glas im Kühlschrank und verback ihn in Pfannkuchen, Waffeln oder Crackern. Frischer Discard, also maximal zwei bis drei Tage alt, eignet sich am besten.

Wie viel Sauerteig-Starter brauche ich später für ein Brot?

Kommt drauf an. Ich back fast immer über einen Vorteig, für den ich nur 10 bis 20 g Starter brauche. Ohne Vorteig sind es 50 bis 80 g. Die meisten meiner Rezepte verwenden 100 bis 200 g Vorteig auf 500 g Mehl im Hauptteig. Wie das mit dem Vorteig funktioniert, erklär ich in Sauerteig-Vorteig ansetzen: Ja oder nein?

Spielt es eine Rolle, ob ich im Sommer oder Winter anfange?

Ja, die Temperatur macht einen spürbaren Unterschied. Im Sommer geht alles schneller, dein Starter verdoppelt sich manchmal schon nach 12 Stunden. Im Winter bei 18 °C kann es doppelt so lang dauern. Ich stell das Glas dann auf den Kühlschrank oder auf die Kaffeemaschine, und wenn die Küche gar nicht warm wird, auf eine Wärmematte. So bleiben die 22 bis 26 °C auch im Januar machbar.

Mein Starter blubbert kaum noch. Lebt er noch?

Ja, fast sicher. Er hat wahrscheinlich Hunger. Füttere ihn zwei bis drei Mal hintereinander an einem Platz mit 22 bis 26 °C, dann kommt er fast immer wieder. Wenn er trotzdem nicht anspringt, wechsel das Mehl. Ein frisches Vollkornmehl kann manchmal den Unterschied machen.

Brauche ich zusätzlich Hefe, um meinen Starter in Gang zu bringen?

Nein. Die wilden Hefen sitzen bereits auf dem Mehl und brauchen nur Wasser und Zeit, um aktiv zu werden. Bäckerhefe würde den Starter zwar schneller aufgehen lassen, aber die falschen Organismen fördern. Der ganze Sinn eines Sauerteig-Starters ist, dass sich die natürlichen Hefen und Milchsäurebakterien von alleine ansiedeln. Das braucht Geduld, aber keine Starthilfe.

Mehr rund um Sauerteig-Grundlagen

Die Links mit * sind Affiliate-Links. Das heißt: Wenn du über diese Links einkaufst, bekomme ich eine kleine Provision – du zahlst aber keinen Cent mehr. Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

1f1d24e08a0c47dfaffb8bd58e989fde
Diesen Beitrag teilen WhatsApp E-Mail
Zwei Scheiben Sauerteigbrot mit Butter auf einem Teller, daneben eine Tasse Kaffee, eine Leinenserviette und Weizenähren am Fenster

Aus meiner Backstube

Brot & Buttermein Newsletter

Hier teile ich persönlich mit dir, was ich sonst nirgends erzähle: Roberts Launen, meine Küchen-Pannen und Backtipps, die ich gerade teste.

Kein Rezept-Spam. 1-2x im Monat.

Du bekommst eine kurze Bestätigungsmail (Double-Opt-in). Kein Spam, jederzeit abbestellbar.

Mein WhatsApp-Kanal

In meiner Backstube passiert ständig irgendwas.

Robert bekommt Futter, ein Brot kommt aus dem Ofen. Der Teig macht Quatsch oder ein neuer Artikel ist fertig. Dann schreib ich dir kurz und schick ein Bild dazu.

Kanal ansehen →

Deine Telefonnummer bleibt dabei unsichtbar … auch für mich.

Bine in ihrer Küche mit KitchenAid – Hobbybäckerin und Brotback-Mentorin

Über die Autorin

Hallo, ich bin Bine

Ich backe mein Brot selbst, autodidaktisch und neben einem Vollzeit-Job. 2019 ist Robert eingezogen, mein Roggensauer, und mit ihm eine ganze Reihe flacher Brote.

Folge mir

Hast du noch Fragen?

24 Kommentare

  1. Janine

    Hi Bine,

    ich habe zum ersten Mal einen Sauerteig angesetzt. Nach deiner Anleitung natürlich😅. Einen LM hatte ich schon mal aber da ist mir das Glas runtergefallen und zersprungen. War mir dann zu heikel mit Splittern 🥴.

    Ich habe sogar 2 angesetzt. Einmal mit Champagnerroggen und dann mit der Vollkornversion davon. Nun hab ich beide heute das erste Mal nach 24 h (und Verdoppelung) richtig gefüttert. Jetzt haben aber beide sich schon wieder verdoppelt und das nach 2 h 🫪. Warte ich jetzt trotzdem 24 h oder soll ich sie morgen früh füttern? Außer ich sollte lieber jetzt noch, dann würde ich wieder aufstehen aber ich will auch nicht zu vorschnell sein😅.

    Hab vielen lieben Dank für all deine Mühen!

    Liebe Grüße

    Janine

    1. Liebe Janine,

      vielen Dank für deine Late-Night-News 😅😅😅

      Ich wollte grad ins Bett gehen und hab wie immer noch mal auf dem Blog vorbeigeschaut. Und du stehst jetzt natürlich nicht auf 😅

      Das, was da grad passiert, ist am zweiten Tag ganz normal. Diese schnelle Verdopplung nach zwei Stunden sieht wild aus, kommt aber noch gar nicht von den Kulturen, die du am Ende im Glas haben willst. Ganz am Anfang tummeln sich da erst mal andere Bakterien. Die machen mächtig Wirbel und schießen hoch, verschwinden dann aber von selbst wieder, sobald es im Glas saurer wird. Erst danach übernehmen die echten Sauerteig-Kulturen. Bei vielen Startern kommt dazwischen sogar ein, zwei Tage, an denen sich fast nichts tut. Das gehört einfach dazu.

      Für dich heißt das: Bleib liegen und schlaf 😴. Füttere morgen früh ganz normal weiter. Du musst dafür nachts nicht ran, auch wenn er noch so hochkommt. Und wenn du ihn in dieser ersten Zeit mal ein paar Stunden länger stehen lässt, ist das kein Problem.

      Wenn dein Starter dann erst mal richtig läuft, wird das alles viel ruhiger und gleichmäßiger. Und sobald er fertig ist und im Kühlschrank wohnt, reicht einmal die Woche füttern völlig. Von dem täglichen Gefüttere, das man überall liest, bist du dann weit weg.

      Schön übrigens, dass du dich gleich mit zwei Gläsern reinstürzt 🙌

      Die einzelnen Schritte zum Ansetzen findest du hier: [Sauerteig ansetzen für Anfänger]. Und für später, wenn es ums Füttern und Pflegen geht: [Sauerteig füttern].

      Ganz liebe Grüße und gute Nacht 🌙
      Bine

      1. Janine

        Guten Morgen liebe Bine,

        vielen Dank für deine prompte Antwort. Hat mir ein paar Minuten mehr Schlaf beschert 😅.

        Theoretisch wären die 24 h erst heute Nachmittag um und wenn du sagst, der schafft das, werde ich ihn wohl erneut ein paar Stunden ignorieren.

        Ich tendiere zu den Namen Schwieger und Mutter, die ist nämlich auch öfter mal sauer 😂😂. Mal schauen, was mein Mann dazu sagt 🤭😂.

        Hab einen wundervollen Tag.

        Liebe Grüße aus Berlin

        Janine

        1. Liebe Janine,

          jetzt komme ich erst dazu, dir zu antworten, entschuldige bitte. Die letzten Tage waren bei mir ziemlich stressig.

          Aber schön, dass ich dir beim letzten Mal ein paar Minuten Schlaf retten konnte 😅

          Am Nachmittag die 24 Stunden voll zu machen, passt genau. Und wenn doch ein paar Stunden mehr draus werden, weil der Tag dazwischenkommt, macht das in dieser ersten Zeit überhaupt nichts. So ein junger Starter nimmt dir das nicht übel.

          Schwieger und Mutter, herrlich 😂😂 Ein Sauerteig wird ja wirklich ab und zu sauer, und „Mutter“ passt sogar doppelt, so ein Starter ist die Mutter von jedem Brot, das du damit backst. Ich bin gespannt, was dein Mann dazu sagt 🤭

          Hab auch du einen wundervollen Tag.

          Ganz liebe Grüße zurück nach Berlin
          Bine

          1. Janine

            Guten Abend liebe Bine,

            ein kleines Update zu SchwiegerMutter (Name ist genehmigt 😂).

            Beide stehen jetzt im Kühlschrank und gehen da noch ab wie Schmidts Katze. Wirklich faszinierend, wie schnell die sich zum Schluss verdoppelt haben. Und auch wieder faszinierend, wie unterschiedliche Mehltype Wasser aufnehmen etc.

            Nun suche ich mir mal ein Rezept aus und dann gibt es am Wochenende das erste selbst gebackene Sauerteigbrot. Sehr, sehr aufregend 😍.

            Hast du denn einen Favoriten für was krustiges und kastiges?

            Hab einen wundervollen Abend.

            Liebe Grüße

            Janine

          2. Liebe Janine 🙂

            vielen Dank für einen netten Kommentar.
            Das hört sich doch alles super an mit Schwieger und Mutter (Gott, ich lach immer noch)

            Ich bin auf dein erstes Sauerteigbrot sehr gespannt.
            Was Krustiges? Kastiges?
            Schau mal ob dir D’r faule Schob zusagt … ansonsten im Topf auch Roberts Grombira-Laib … aber d’r faule Schwob ist mein „to-go“-Brot … ess ich sehr sehr gern <3

            Hab ein tolles und entspanntes Wochenende,
            und gutes Gelingen,
            Bine

  2. Stefan

    Hallo Bine, hallo Robert,
    ich hoffe ihr fühlt euch wohl 🙂
    Meinem Sauron geht’s gut (er hat ja immer seinen (Gummi)Ring um das Glas) und das mit dem Fingertest habe ich inzwischen auch raus. Zwei kleine Fragen habe ich aber noch. Du hast mir hier am 10.6. den Tipp gegeben, den Vorteig bis zu 2 Tage vor dem Backen 1:5:5 anzufüttern, anspringen zu lassen und dann im Kühlschrank zu lagern, damit er am Backtag fit für mein Brot ist. Wie genau meintest du das?
    Ich habe die Woche für den Vorteig 15 g Starter mit je 75 g Wasser und Mehl gefüttert und der ist auch gut aufgegangen. Nur als ich es dann in den Hauptteig gemischt habe, ist der auch nach 4-5 Stunden wenig aufgegangen. Er war ja auch nicht mehr über Nacht im Kühlschrank. Davor habe ich das schon mehrmals mit 50 g Sauron und je 250 g Mehl und Wasser gemacht, diesen Vorteig am Backtag mit Mehl aufgefüllt, damit das Verhältnis stimmt und den Hauptteig dann 2-4 Stunden gehen lassen. Das hat besser geklappt.
    Meine zweite Frage ist nur, ob ich Backutensilien, an denen noch Reste vom Starter oder Sauerteig kleben, in die Spülmaschine geben kann. Du schreibst irgendwo, dass man den Starter auf keinen Fall im Abfluss entsorgen darf, aber solche Reste in der Spülmaschine sollten kein Problem sein, oder?

    Ganz liebe Grüße und noch viel Spaß beim Backen und diesem Blog von uns aus Mordor 😀

    1. Hallo Stefan, hallo Sauron (der Gummiring als der eine Ring – herrlich 😄),

      freut mich, dass Sauron so brav mitspielt und leckere Brote für dich backt!

      Ich glaub, ich hab dich mit meinem Tipp vom 10.6. selbst ein bisschen auf die falsche Fährte geschickt – sorry! Da haben sich zwei Sachen vermischt, die ähnlich aussehen, aber verschiedene Jobs haben.

      Streng genommen ist Füttern und einen Vorteig ansetzen sogar dasselbe … ASG, Mehl, Wasser, verrühren, stehen lassen. In der Bäckerwelt hält man die beiden trotzdem auseinander, weil die Mengen und Verhältnisse so unterschiedlich sind, dass man sonst schnell durcheinanderkommt. Und genau das ist glaub ich hier passiert:

      Das eine ist Sauron selbst. Mein „einen Tag vorher 1:5:5 füttern, anspringen lassen, ab in den Kühlschrank“ war auf ihn gemünzt … den Starter fit machen fürs Wochenende, damit er vor dem Backen nicht zu lange ungefüttert rumsteht. Kleine Menge, das Kühlen betrifft nur Sauron.

      Das andere ist der Vorteig … der große Ansatz, der wirklich ins Brot geht. Den machst du nicht im Kühlschrank, sondern lässt ihn bei Zimmertemperatur hochkommen, bis er schön gewölbt und blubbrig ist, und gibst ihn dann in den Hauptteig. Genau auf diesem Hochpunkt hat er die meiste Kraft.

      Diesmal hast du die beiden zusammengelegt: aus 15 g + je 75 g einen kleinen Ansatz gemacht und den direkt ins Brot gegeben. Zwei Sachen haben ihm da gefehlt:
      Die Menge … 165 g sind für ein ganzes Brot recht wenig. Bei deinem guten Lauf hattest du 50 g Sauron mit je 250 g angesetzt, also 550 g. Das ist ein ganz anderes Kraftpaket.

      Das nächste Mal machst den Vorteig wieder wie in deinem guten Teig … die größere Menge, am Backtag nochmal mit etwas Mehl aufgefrischt und gib ihn rein, wenn er oben schön gewölbt ist, kurz bevor er wieder einsackt. Und Sauron gönnst du davor seine Auffrischung, damit er fit an die Sache geht.

      Wie ich Anstellgut, Sauerteig und Vorteig auseinandersortiere, hab ich hier mal aufgeschrieben: „Was ist Anstellgut?“. Und wie du den Vorteig ansetzt, steht hier: „Sauerteig-Vorteig ansetzen: Ja oder nein?“

      Zur Spülmaschine: Ja, das kannst du bedenkenlos so machen. Ich mach’s genau wie du und spül vorher ab … nur aus Vorsicht fürs Rohr. Der Handgriff, der zählt: das Gröbste (Teigklumpen, ein Rest im Glas) mit dem Schaber oder Küchenpapier in den Müll, bevor du unters Wasser gehst. Der dünne Film, der dann noch dranhängt, ist harmlos. Die Abfluss-Warnung meinte ich die andere Nummer … größere Mengen Anstellgut in einem Schwung runterkippen, das ist der Kleister, der die Rohre zusetzt.

      Liebe Grüße nach Mordor an dich und Sauron, auch von Robert,
      von der Bine

  3. Stefan

    Liebe Grüße zurück von Sauron 😄
    danke für den Tipp! Ich habe jetzt diesen Vorteig und dein Rezept auf der Seite hier probiert. Klappt beides. Ich muss nur noch ein bisschen schauen, wie lange ich den Hauptteig vor dem Backen gehen lasse, wenn er bzw. der Vorteig im Kühlschrank waren und wie das ideale Vorteig/Hauptteig Verhältnis ist (und dran denken , Salz in den Teig zu tun 😖)
    Im Moment will ich nämlich 2 mal die Woche backen und die verbliebenen 50 g wieder auf 150 g hoch füttern.
    Viele liebe Grüße von Sauron und mir 😀

    1. Lieber Stefan, lieber Sauron 😄,

      oh ich freu mich, dass es jetzt klappt 🥰

      Wie lange der Hauptteig gehen muss ist, gerade bei diesem heißen Wetter einen knifflige Sache. Ich kämpfe selber mit fast 30 Grad in meiner Küche und so gehen die meisten meiner Teige im Sommer im Kühlschrank. Und meistens sind die Zeitangaben in den Rezepten für mich nur noch Richtwerte. Ich backe gerade ein Baguette-Rezept für das Blog hier und aus 1h Stockgare bei Raumtemperatur sind gestern 30 min geworden, weil es einfach zu warm ist. Jetzt stehen die Baguette in der Stückgare im Kühlschrank und wandern gleich in den Ofen. Mein Tipp also: Schau dir den Teig genau an, nimm die Rezeptzeiten als Richtwerte und mach den Fingertest … mit der Zeit bekommst du ein prima Gefühl dafür wie lange der Hauptteig gehen muss.

      Viel Spaß und gutes Gelingen weiterhin,
      und viele liebe Grüße von Robert und mir 😀

  4. Stefan

    Hallo Bine,
    danke für die guten Tipps. Am 8. Tag, also Samstag, ist der Starter wieder deutlich gewachsen. Sonntag hat er sich innerhalb einer Stunde fast verdoppelt, aber ich kam erst heute, 2 Tage später, zum backen. Ich habe mich für ein relativ einfaches Sauerteigbrotrezept entschieden und es ist wunderbar aufgegangen, ganz ohne Hefe.
    Woher weißt du das mit den Milchsäurebakterien, wilden Hefen und richtigen Temperaturen eigentlich alles? Bist du Biologin? Die meisten scheinen ja einfach zu früh aufzugeben und das hätte ich ohne deine Hilfe wohl auch getan. Den Rest meines Starters – ich habe ihn Sauerteig Roggen Natur genannt, oder kurz Sauron – habe ich wieder gefüttert und er wartet jetzt im Kühlschrank auf seinen nächsten Einsatz.

    Liebe Grüße
    Stefan

    1. Hallo Stefan,

      lieben Dank für dein Update 🙂
      Oh das freut mich aber … das Sauron (hahahahah .. genial :D) jetzt so schön mitspielt und leckere Brote für dich backt. 🙂
      Und du hast auch vollkommen recht damit, dass die meisten Sauerteig-Einsteiger zu früh aufgeben, weil Sauerteig in vielen Blogs einfach kompliziert klingt. Oder anderes, einfach klingt aber am Anfang schwer umzusetzen ist, weil man Sorge hat etwas falsch zu machen.
      Ich sage ja immer: „Mein Sauerteig hat mich Geduld und Demut gelehrt“ … und für mich ist Backen so was wie Yoga und diese Ruhe und Besonnenheit der Ausgleich zu meinem recht stressigen Alltag im Büro. Und nein, ich bin keine Biologin, ich bin bin von der Technikseite und arbeite in der Betriebsleitung eines Metallbaubetriebs 😉 Woher ich das alles weiß? Wenn ich jetzt sage: jahrelange Erfahrung, dann ist das zwar richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Ich habe einfach irgendwann 2016 aus Interesse mit Brot backen angefangen. Durch Corona wurde das auch immer tiefer und so ist über die Jahre durch viel Lesen, Backkurse und Selberbacken ein „Erfahrungspool“ entstanden … und dieses Blog. 😉

      Ich hab noch einen Tipp für dich: Wenn du deinen nächsten Backtag planst, dann füttere Sauron einen Tag vorher 1:5:5 lass ihn anspringen und ab in den Kühlschrank, dann ist er zum Backen fit für dein Brot, mit zwei Tagen wie bei dir jetzt geht das auch noch, aber länger sollte dein Starter vor dem Backen nicht ungefüttert sein.

      Liebe Grüße, auch von Robert an deinen Sauron,
      von der Bine

  5. Stefan

    Hallo Sabine,
    vielen Dank für deine tolle Schritt-für-Schritt-Anleitung. Anfangs lief alles nach Plan, aber seit 2 Tagen tut sich praktisch nichts mehr 🤔.
    Ich habe Samstag zum ersten Mal seit Jahren wieder Sauerteig angesetzt und Sonntag Morgen zum ersten Mal gefüttert. Abends hatte er sich dann verdoppelt, aber da ich dachte, ich müsste mindestens 12 Stunden warten habe ich ihn über Nacht stehen lassen und er hatte sich am nächsten Morgen nochmal verdoppelt. Ich habe ihn dann gefüttert, aber seit dem ist praktisch Stillstand. Ich dachte erst Schritt 3 wurde praktisch übersprungen, weil er sich ja 2 Mal verdoppelt hat, aber den ganzen Montag und den ganzen Dienstag tat sich praktisch nichts. Gestern habe ich ihn noch gefüttert, aber heute Morgen, am Mittwoch, habe ich es mal ausgelassen, weil ich die Milchsäurebakterien nicht zu sehr verdünnen will.
    Sonntag war es noch deutlich wärmer als die folgenden Tage, aber wenn mein Kühlschrankmotor gerade läuft, sind es da auch knapp 30°C.
    Ist das normal Sabine? Soll ich ihn heute Abend wieder füttern, oder weiter warten?
    Danke für deine Hilfe.
    LG
    Stefan

    1. Hallo Stefan,
      vielen Dank für deine Nachricht.
      Keine Sorge … ich denke mit deinem Starter ist alles in Ordnung. Du steckst gerade nur in dem berüchtigten Durchhänger, den fast jeder neue Sauerteig durchmacht. Bei den meisten passiert das an Tag 3, 4 oder 5. Es sieht aus als wäre er hin, aber das ist nur die Phase in der die weniger gewünschten Bakterien gehen und sich die „guten“ Bakterien durchsetzen.
      Du hast also nichts übersprungen und nichts falsch gemacht … die eigentlichen Hefen müssen sich jetzt erst durchkämpfen. Das zieht sich meistens bis ungefähr Tag 7.
      Und die Hitze der vergangenen Tage hat da auch noch kräftig mitgemischt. Knapp 30 °C am Kühlschrank sind zu warm. Bei der Hitze schießt die Säure nach vorne, aber die Hefen fürs Aufgehen mögen’s ein kleines bisschen kühler und kommen deshalb nicht hinterher. Dein Starter wird sauer, geht aber nicht auf.

      Was ich machen würde:
      Such dir einen Platz für deinen Starter wo es konstant 22–26 °C hat. Füttere ruhig weiter, einmal am Tag reicht da schon … heute Abend auch wieder. Es ist auch nicht so, dass du die Milchsäurebakterien verdünnst damit. Das Gegenteil ist der Fall. Frisches Futter ist genau das, was die guten Kulturen jetzt brauchen. Der beste Zeitpunkt ist tatsächlich der Peak, aber ein bisschen vorher oder nachher ist dabei nicht so tragisch.
      Ich würde deinem Starter bis etwa Tag 7 Zeit geben. Wenn sich nach Tag 10 immer noch gar nichts rührt, meld dich nochmal.

      Liebe Grüße Bine

  6. Jochen

    Hey Bine!
    Super tolle Seite, danke für die vielen tollen Anleitungen, Tipps, Rezepte etc 🙂
    Ich habe meinen Sauerteig angesetzt wie von Dir erklärt. Bin nun bei Tag vier und er gedeiht so langsam.
    Jetzt fahre ich morgen Abend weg, komme erst Sonntag Abend wieder zurück. Was mache ich denn dann so lange mit dem Sauerteig?
    Kann ich ihn so lange in den Kühlschrank stellen? Oder geht das alles nicht während der Phase, wo ich ihn quasi „herstelle“?

    Danke für die Hilfe! 🙂

    1. Hallo Jochen,

      ganz lieben Dank für deinen netten Kommentar – das freut mich riesig, dass dir die Seite weiterhilft! 🙂

      Zu deiner Frage: Kein Stress, das kriegen wir hin. Dein Sauerteig stirbt nicht, nur weil du übers Wochenende weg bist – auch nicht in der Ansetz-Phase. Er macht einfach Pause.

      Du kannst folgendes probieren:
      Morgen vor der Abreise fütterst du ihn nochmal ganz normal (1:1:1, also gleiche Teile Anstellgut, Mehl und Wasser). Lass ihn dann 1–2 Stunden bei Raumtemperatur stehen, damit er anspringt – und dann ab in den Kühlschrank.
      Sonntag Abend, wenn du zurück bist, holst du ihn raus und lässt ihn über Nacht bei Raumtemperatur ankommen.
      Montag früh fütterst du wieder normal und machst mit dem Ansetzen weiter, wo du aufgehört hast.

      Im Kühlschrank schaltet dein Starter quasi auf Standby. Die Hefen und Bakterien arbeiten viel langsamer, „lernen“ also weniger in dieser Zeit. D.h. die Ansetz-Phase verlängert sich um ein paar Tage. Wenn er Montag/Dienstag noch etwas träge wirkt – nicht ungeduldig werden, einfach weiterfüttern. Tag 7 fühlt sich dann eher an wie Tag 5 sich angefühlt hätte, wenn du durchgemacht hättest.
      Das ist völlig normal und kein Rückschritt. Im Gegenteil – das ist genau der Moment, in dem Sauerteig zeigt, dass er in dein Leben passt und nicht umgekehrt. 🙂

      Viel Spaß beim Wegfahren und melde dich gerne wieder, wenn du Fragen hast!

      Liebe Grüße
      Bine

      1. Jochen

        Hola Bine!
        Riesen Dank! Dann werde ich das mla genau so versuchen! 🙂
        Er darf gar nicht aufgeben. Freu mich doch schon auf das erste gemeinsame Backerlebnis 🤗

        1. Hola Jochen 🙂
          sehr gern geschehen.

          Und denk immer dran .. das Schlimmste was passieren könnte ist, dass du einfach nochmal anfangen musst. Aber das glaub ich tatsächlich weniger.

          Liebe Grüße von der Bine

  7. Hey, ich muss mal kurz ne blöde Frage stellen. Bleibt der Starter dann immer im Kühlschrank wenn man ihn genug gezüchtet hat? man füttert ihn, dann nur noch einmal die Woche, aber die fütterung läuft genauso ab wie beim ersten füttern, nur das man ihn dann immer in der Kühlschrank stellt ? ganz liebe Grüße und vielen Dank für die tolle Anleitung 😍

    1. Hallo Ani,
      das ist überhaupt keine blöde Frage – klingt ja auch komisch .. überall liest man, dass es ein Sauerteig warm haben möchte und ich packe ihn in den Kühlschrank. Das ist aber tatsächlich eine sehr gängige Methode für Hobbybäcker die nicht jeden Tag backen können oder wollen.

      Dein Starter wohnt dauerhaft im Kühlschrank. Einmal pro Woche holst du ihn raus und fütterst ihn genauso wie beim ersten Mal – ein Teil Starter, ein Teil Mehl, ein Teil Wasser.
      Der einzige Unterschied zum Anfang ist, dass du ihn nach dem Füttern für 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur „anspringen“ lässt, bevor er zurück in den Kühlschrank darf. In dieser Zeit kommen die Hefen in Schwung und fangen an zu arbeiten. Danach bremst die Kälte sie wieder aus und er kann bis zur nächsten Fütterung in Ruhe vor sich hin leben.
      So halte ich meine Starter seit Jahren, und Robert geht’s damit prächtig.
      Liebe Grüße von der Bine

  8. Hallo Bine! Ich wollte nur mal Danke für den schönen Beitrag sagen. In diesen überstimulierenden Zeiten von Instagram und schnellen, lauten Reels und Short Content ist es eine Wohltat sondergleichen, mal wieder einen Blog zu lesen. Danke Danke Danke!!! <3

    1. Hallo Laura,

      vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar <3
      Ich bin ganz bei dir, ich fühle mich zu alt für Insta & Co. 😀
      Ich freu mich wirklich riesig, dass dir mein Blog gefällt und es tatsächlich noch Menschen gibt die Blogs LESEN und über den Rand der Social Media Bubble gucken.

      Den Beitrag überarbeite über das Ansetzen von Sauerteig überarbeite ich im Moment ein wenig. Es waren einige Formulierungen drin, die ein bisschen unklar waren. Und das ist das tolle an einem Blog, es ist Content der „lebt“.

      Ich freu mich, wenn du wieder mal vorbei schaust <3
      Hab ein tolles Wochenende,
      es grüßt ganz lieb die Bine

  9. Hallo Bine, wenn dein Starter fertig ist und Du noch nicht backst, Du stellst dein Starter in den Kühlschrank, zwei Tage später backst du, brauchst 20g Sauerteig, wie geht’s weiter.
    Lässt Du den kalten Sauerteig erst warm werden, oder kann man den Sauerteig sofort verwenden? Wenn Du 20g entnommen hast, füllst Du mit 20g Mehl und Wasser auf, oder 50g

    1. Guten Morgen Gerhard,

      lieben Dank für deinen Kommentar und die wirklich gute Frage die du da hast. Das werde ich tatsächlich recht oft gefragt.
      Um ehrlich zu sein, ich mache es mal so, mal so 😉

      Wenn ich ein Brot backe, dass auch einen Hefe-Anteil hat, dann verwende ich den Starter direkt aus dem Kühlschrank. Die Gare des Teiges braucht dann etwas länger, aber es funktioniert in der Regel problemlos.
      Ehrlicherweise muss ich aber erwähnen, dass mein Starter Robert ein echter Kraftprotz ist und keinerlei Probleme macht.

      Ich empfehle dir, deine Back-Sessions so zu planen, dass du höchstens einen Tag vor dem Backen deinen Starter fütterst. Besser wäre es, wenn du deinen ihn fütterst, nach dem Füttern 3-4h bei Raumtemperatur wartest bis er sich verdoppelt, dann die benötigte Menge abnimmst und den Rest in den Kühlschrank stellst. Damit habe ich auch gute Erfahrungen gemacht.

      Ich erstelle in vielen Fällen zuerst einen Vorteig. D.h. ich entnehme z.B. 20g Anstellgut dem Starterglas, der Rest geht in den Kühlschrank. Mit dem entnommenen Anstellgut mache ich mit einem Teil der Gesamtmehlmenge und der Gesamtwassermenge des Rezepts einen Vorteig, den ich 10-12h gehen lasse. (z.B. 10% Mehl und 10% Wasser des Rezeptes plus den 20g Anstellgut).

      Hier führen wirklich viele Wege nach Rom.

      Zu deiner zweiten Frage: Nein bitte nicht einfach nur auffüllen. Du kannst den Starter so wie er ist zurück in den Kühlschrank stellen und bei der nächsten Routine-Fütterung wieder 1:1:1 füttern.

      Ich hoffe ich hab das jetzt einigermaßen verständlich erklären können. Zu diesem Thema gibt es viele unterschiedliche Meinungen und Ansätze … und bei jedem funktioniert es ein bisschen anderes.
      Vielleicht hast du schon meinen Artikel zum Füttern deines Starters entdeckt: https://bine-backt.de/sauerteig-fuettern/. Da habe ich u.a. auch aufgeschrieben wie ich das mit meinem Starter mache, wenn ich backe.

      Und falls du noch mehr Fragen hast, einfach fragen 🙂

      LIebe Grüße von der Bine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert