Die Grafschaft Limpurg südlich von Schwäbisch Hall war über Jahrhunderte bäuerlich geprägt. Auf den Hügeln zwischen Kocher und Bühler wuchsen Roggen, Dinkel und Weizen. Holz aus den Limpurger Wäldern wurde auf dem Kocher nach Hall geflößt, wo es die Saline befeuerte – Schwäbisch Hall war eine Salzstadt. Die Bauern der Grafschaft lebten bescheiden, aßen, was der Boden hergab, und backten Brote aus grobem Schrot, weil sich feines Mehl kaum einer leisten konnte. Kräftige, dunkle Laibe mit dicker Kruste – Brote, die satt machten und tagelang hielten.

Mein Limpurger Schrotlaib knüpft an diese Tradition an. Kein feines Weißbrot, sondern ein rustikales Schrotbrot, das seinen Geschmack einem besonderen Schritt verdankt: dem Röst-Brühstück. Roggenschrot wird in einer trockenen Pfanne geröstet, bis er goldbraun ist und nussig-erdig duftet, dann mit kochendem Wasser überbrüht. Das Rösten bringt die nussigen Aromen raus, das Brühen bindet die Feuchtigkeit im Schrot – zusammen macht das die Krume saftig und das Brot haltbar.

Die Mischung aus Weizenmehl und Dinkelmehl gibt dem Teig Struktur und Leichtigkeit, während der Roggenschrot für den kräftigen Geschmack sorgt. Vor dem Backen wird der Teigling in trockenem Roggenschrot gewälzt – das gibt eine körnige Kruste, die beim Anschneiden richtig schön knuspert.

Plane für dieses Brot etwa 7–8 Stunden ein, davon stehst du nur 35 Minuten aktiv in der Küche. Den Rest erledigen das Brühstück und der Teig von alleine.

Rustikaler Schrotlaib mit bemehlter Kruste auf Holzbrett – Weizenmischbrot backen mit Röst-Brühstück

Back-Zeitplan für das rustikale Weizenmischbrot

Um dir eine zeitliche Orientierung zu geben, hier zwei verschiedene Backvarianten.

Backen am gleichen Tag

  • 08:00 Uhr Brühstück ansetzen
  • 11:00 Uhr Hauptteig kneten
  • 12:00 Uhr Dehnen & Falten (1. Runde)
  • 12:45 Uhr Dehnen & Falten (2. Runde)
  • 14:15 Uhr Formen
  • 14:15 Uhr Backofen & Topf vorheizen
  • 15:00 Uhr Brot im Topf backen
  • 15:40 Uhr Deckel abnehmen
  • 15:55 Uhr Brot aus dem Ofen nehmen

Übernacht-Gare

  • Tag 1
  • 08:00 Uhr Brühstück ansetzen
  • 18:00 Uhr Hauptteig kneten
  • 19:00 Uhr Dehnen & Falten (1. Runde)
  • 19:45 Uhr Dehnen & Falten (2. Runde)
  • 21:15 Uhr Formen + in Schrot wälzen
  • 21:30 Uhr Kühlschrank-Gare
  • Tag 2
  • 07:00 Uhr Backofen & Topf vorheizen
  • 07:45 Uhr Brot im Topf backen
  • 08:25 Uhr Deckel abnehmen
  • 08:40 Uhr Brot aus dem Ofen nehmen
Limpurger Schrotlaib halbiert mit Brotscheiben im Hintergrund, rustikales Brot selber backen

Die Zutaten – das ist drin im Weizenmischbrot

Röst-Brühstück

  • 100 g Roggen-Vollkorn-Schrot grob
  • 150 g Wasser kochend

Hauptteig

  • Das kalte Röst-Brühstück komplett
  • 300 g Weizenmehl Type 550
  • 100 g Dinkelmehl Type 630
  • 50 g aktiver Sauerteig Anstellgut, frisch gefüttert
  • 5 g Frischhefe
  • 5 g Röst-Malz inaktiv
  • 12 g Salz
  • 20 g Olivenöl
  • 200 g Wasser kalt
  • 20-30 g Wasser extra Bassinage, bei Bedarf

Zum Wälzen

  • 3-4 EL trockener Roggen-Vollkorn-Schrot

So machst du das Schrot-Brot

Schritt 1: Röst-Brühstück ansetzen

  1. Roggenschrot in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 3–4 Minuten rösten, bis er goldbraun ist und nussig duftet. Regelmäßig umrühren. Durch die Hitze bricht die Stärke im Schrot auf – das setzt Röstaromen frei, die du mit rohem Schrot nie bekommst.
  2. Den gerösteten Schrot mit dem kochenden Wasser übergießen und gut umrühren. Das kochende Wasser hat zwei Aufgaben: Es quillt den Schrot auf und bindet die Feuchtigkeit, die später in der Krume bleibt. Abdecken und mindestens 3 Stunden quellen lassen – oder über Nacht im Kühlschrank.
💡
Mein Tipp – Nicht zu dunkel rösten

Goldbraun, nicht dunkelbraun. Zu stark gerösteter Schrot schmeckt bitter. Wenn es anfängt zu rauchen, runter mit der Hitze.

Schritt 2: Hauptteig kneten

  1. Wasser, Anstellgut, Frischhefe und Honig in die Knetschüssel geben. Bei Übernacht-Gare reichen 3 g Hefe. Wenn du dein Anstellgut vorher auffrischst, sollte es innerhalb von 4–6 Stunden Blasen werfen und sich sichtbar vergrößern.
  2. Weizenmehl und Dinkelmehl dazu, 3 Minuten auf langsamster Stufe ankneten. Brühstück und Olivenöl kommen noch nicht rein – die Mehle brauchen erst Zeit, das Wasser aufzunehmen und ein Glutennetz aufzubauen.
  3. Jetzt das abgekühlte Brühstück, Olivenöl, Röstmalzmehl und Salz dazu. Auf zweiter Stufe 5–8 Minuten kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst. Die Oberfläche bleibt durch die Schrotstücke etwas rau – das ist normal und gewollt.
  4. Bei Bedarf 20–30 g Wasser als Bassinage tröpfchenweise zugeben. Nicht alles auf einmal – gib dem Teig 1–2 Minuten, bis er das Wasser aufgenommen hat, bevor du mehr hinzufügst.
💡
Mein Tipp – Lieber zu kurz als zu lang kneten

Durch den Dinkelanteil ist der Teig empfindlicher als reiner Weizenteig. Sobald er sich vom Schüsselrand löst und glatt aussieht, aufhören. Überkneten macht ihn klebrig und schlapp – dann hilft auch kein Mehl mehr.

Schritt 3: Stockgare

  1. Teig in eine leicht geölte Schüssel geben, abdecken. 3 Stunden bei Raumtemperatur (22–24 °C) gehen lassen. In dieser Zeit fermentiert der Sauerteig den Teig und baut Aroma auf. Ich nutze die Wartezeit meistens, um die Küche aufzuräumen und das Brühstück-Geschirr zu spülen – danach ist bis zum Dehnen und Falten nichts zu tun.
  2. Nach 45 und 90 Minuten dehnen und falten: Teig mit nassen Händen von allen vier Seiten hochziehen und zur Mitte falten. Das Dehnen und Falten ersetzt an dieser Stelle weiteres Kneten – es baut Spannung im Teig auf und verteilt die Gärgase gleichmäßig, ohne die Schrotstücke aus dem Brühstück zu beschädigen. Du wirst merken, wie der Teig nach jedem Durchgang fester und geschmeidiger wird. Nach der zweiten Runde fühlt er sich deutlich anders an als direkt nach dem Kneten – straffer, glatter, mit mehr Widerstand.

Schritt 4: Formen und in Schrot wälzen

  1. Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche kippen und zu einer straffen Kugel formen. Straff formen heißt: Die Teigoberfläche nach unten ziehen und dabei drehen, bis eine glatte Spannung an der Oberfläche entsteht. Je straffer du formst, desto besser hält das Brot seine Form im Ofen.
  2. Den Verschluss (die Naht) mit Wasser befeuchten und in trockenem Roggenschrot wälzen. Der Verschluss muss richtig nass sein, nicht nur leicht angefeuchtet – sonst fällt der Schrot nach dem Backen ab.
  3. Teigling mit der Schrotseite nach unten in ein bemehltes Gärkörbchen legen. Beim Stürzen zeigt die Schrotseite dann nach oben.

Schritt 5: Stückgare

  1. Gärkörbchen abdecken, 45–60 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen. Der Teigling sollte sichtbar aufgegangen sein, aber noch Spannung haben. Drücke leicht mit dem Finger rein – wenn die Delle sich langsam zurückbildet, ist er bereit. Bei Übernacht-Gare: abgedeckt in den Kühlschrank (5–7 °C).
  2. Backofen mit Gusseisentopf auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen – mindestens 45 Minuten. Der Topf muss durchgeheizt sein, sonst fehlt dem Brot der Ofentrieb.
💡
Mein Tipp – Backpapier als Schlinge

Schneide das Backpapier in einen breiten Streifen und lege es unter den Teigling, bevor du ihn stürzt. Mit den Enden kannst du ihn sicher in den heißen Topf heben und rausnehmen – ohne dir die Finger zu verbrennen. In meinem Zubehör weiter unten findest du ein Gadget, das das noch einfacher macht.

Schritt 6: Backen

  1. Teigling auf Backpapier stürzen (Schrot zeigt nach oben) und mit einer Bäckerklinge einschneiden – etwa 1 cm tief, im 45-Grad-Winkel. Der Einschnitt gibt dem Brot eine kontrollierte Stelle, an der es beim Backen aufreißen kann.
  2. Backpapier in den heißen Topf heben, Deckel drauf. 40 Minuten bei 230 °C backen. Der geschlossene Deckel fängt den Dampf ein, den der Teig abgibt – das sorgt für eine dünne, knusprige Kruste.
  3. Deckel abnehmen, auf 210 °C reduzieren, 10–15 Minuten offen fertig backen, bis die Kruste dunkelbraun ist.
  4. Auf einem Rost mindestens 2 Stunden auskühlen lassen. Nicht zu früh anschneiden – das Brot backt auf dem Rost noch nach, und die Krume stabilisiert sich erst beim Abkühlen.
⚠️
Vorsicht – der Topf ist extrem heiß!

Der Gusseisentopf hat 45 Minuten bei 250 °C im Ofen gestanden. Verwende dicke Ofenhandschuhe beim Öffnen des Deckels und beim Heben des Topfes. Verbrennungsgefahr!

Mein Zubehör, das ich verwende

Hier kannst du bald meine komplette Backausrüstung anschaun

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Dein Schrotlaib, deine Regeln – 5 Varianten zum Ausprobieren

Mehr Roggen, mehr Charakter

Ersetze 100 g des Weizenmehls Type 550 durch 100 g Roggenmehl Type 1150. Das verschiebt den Geschmack deutlich in Richtung kräftig-herzhaft, und die Krume wird dichter und feuchter. Roggenmehl bindet mehr Wasser als Weizen, deshalb brauchst du wahrscheinlich keine Bassinage – die 200 g Wasser im Hauptteig reichen aus. Der Teig wird klebriger als in der Grundversion. Bemehle deine Hände und die Arbeitsfläche beim Formen großzügig mit Roggenmehl. Die Stockgare bleibt gleich, die Stückgare verkürzt sich um etwa 10 Minuten, weil Roggen schneller fermentiert.

Ohne Sauerteig – nur mit Hefe

Lass das Anstellgut weg und erhöhe die Frischhefe auf 8 g. Das Brot schmeckt dann milder und weniger komplex, weil die Milchsäure aus dem Sauerteig fehlt. Die Stockgare verkürzt sich auf etwa 2 Stunden, die Stückgare auf 30–40 Minuten. Der Teig geht schneller auf, ist aber auch empfindlicher gegenüber Übergare – behalte ihn im Blick. Wenn du den leicht säuerlichen Geschmack trotzdem haben willst, gib 1 EL Apfelessig zum Hauptteig. Diese Variante eignet sich, wenn dein Sauerteig gerade nicht fit ist oder du spontan backen willst.

In der Kastenform – einfacher zu formen

Backe das Brot in einer gefetteten Kastenform (25 cm). Die Kastenform gibt dem Teig Halt, deshalb musst du beim Formen weniger Spannung aufbauen – den Teig einfach reinlegen und leicht andrücken. Die Stückgare dauert 60–75 Minuten, bis der Teig etwa 1 cm über den Formrand steht. Backe bei 220 °C Ober-/Unterhitze für 50–55 Minuten ohne Deckel. Du brauchst keinen Gusseisentopf und kein Backpapier als Schlinge. Die Kruste wird dünner als im Topf, dafür bekommst du gleichmäßige Scheiben. Ich nutze die Kastenform, wenn das Brot hauptsächlich als Sandwichbrot dienen soll.

Mit Körnern und Saaten für mehr Biss

Mische 50–70 g Saaten nach dem Kneten auf niedrigster Stufe in den Teig. Sonnenblumenkerne, Leinsamen oder Sesam funktionieren alle, auch gemischt. Röste die Saaten vorher 2–3 Minuten in einer trockenen Pfanne an – das bringt nussige Aromen raus, die sich mit dem gerösteten Schrot ergänzen. Die Saaten brauchen Wasser, deshalb gib die volle Bassinage (30 g) dazu, damit die Krume nicht austrocknet. Die Stockgare bleibt gleich. Das Brot wird kerniger und sättigender, hält sich aber genauso lange frisch wie die Grundversion.

Ohne Röstmalz – milder und süßer

Lass das Röstmalzmehl weg und erhöhe den Honig auf 15 g. Das Brot wird milder im Geschmack, die Kruste etwas heller und weniger kräftig gebräunt. Die Röstaromen aus dem Brühstück tragen das Brot trotzdem – es schmeckt nur weniger malzig und einen Tick süßer. Die Backzeit bleibt gleich, aber prüfe die Kruste gegen Ende genauer, weil sie ohne Malz weniger stark nachdunkelt. Diese Variante eignet sich, wenn du Röstmalzmehl nicht zur Hand hast oder ein Brot bevorzugst, das auch zu mildem Belag passt.

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Meine Lieblingsvariante

Das klassische Rezept, genau so wie es hier steht. Die Kombination aus geröstetem Schrot, Röstmalz, Honig und Olivenöl gibt dem Limpurger Schrotlaib genau die richtige Balance: kräftig und nussig, aber trotzdem saftig und nicht zu schwer.

Aufgeschnittener Limpurger Schrotlaib auf Schneidebrett, Krume und Kruste von oben fotografiert

Wenn dein Schrotlaib nicht so wird wie geplant

❌ Das Brühstück ist zu nass und matschig

Das Brühstück sieht aus wie Brei und hat keine Struktur mehr. Das passiert fast immer, wenn du feinen Schrot statt grob geschroteten Vollkornschrot verwendest. Feiner Schrot saugt das Wasser sofort komplett auf und wird matschig, grober Schrot behält seine Körnung und Textur. Wenn das Brühstück trotz grobem Schrot zu nass ist, gieß die überschüssige Flüssigkeit vorsichtig ab, bevor du es in den Teig gibst. Beim nächsten Mal: Reduziere das Wasser im Brühstück um 10–20 g. Das fertige Brühstück sollte feucht sein, aber nicht tropfen.

❌ Der Teig ist zu klebrig und lässt sich nicht formen

Der Teig bleibt an Händen und Arbeitsfläche haften und du bekommst keine Kugel geformt. Das liegt meistens an zu viel Bassinage oder daran, dass der Teig zu warm geworden ist – über 26 °C wird es schwierig. Bemehle Hände und Arbeitsfläche großzügig mit Weizenmehl und arbeite zügig. Je länger du den Teig bearbeitest, desto klebriger wird er. Wenn gar nichts mehr geht: Stell den Teig 10–15 Minuten in den Kühlschrank. Die Kälte macht ihn fester und deutlich einfacher zu formen. Beim nächsten Mal weniger oder keine Bassinage dazugeben.

❌ Das Brot geht nicht richtig auf

Das Brot bleibt nach dem Backen flach und kompakt, die Krume ist dicht und schwer. Die häufigste Ursache ist ein schwaches oder inaktives Anstellgut. Prüfe vor dem Backen, ob dein Anstellgut innerhalb von 4–6 Stunden nach dem Füttern Blasen wirft und sich sichtbar vergrößert. Wenn deine Küche kühler als 22 °C ist, braucht der Teig mehr Zeit – verlängere die Stockgare um 30–60 Minuten. Achte darauf, dass die Stückgare nicht über 60 Minuten hinausgeht, sonst verliert der Teig seine Spannung und sackt im Ofen zusammen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, erhöhe die Frischhefe auf 8 g.

❌ Die Krume ist zu dicht und kompakt

Die Krume hat kaum sichtbare Poren und sieht massiv aus. Das liegt fast immer an zu wenig Teigentwicklung – also zu kurz geknetet oder das Dehnen und Falten ausgelassen. Knete den Teig die vollen 5–8 Minuten auf Stufe 2, bis er sich sauber vom Schüsselrand löst. Die Oberfläche bleibt durch den Schrot etwas rau, aber der Teig sollte trotzdem elastisch sein und sich ziehen lassen. Dehnen und Falten nach 45 und 90 Minuten ist kein optionaler Schritt – es baut genau die Struktur auf, die das Brot für eine lockere Krume braucht. Wenn du von Hand knetest statt mit der Maschine, plane 12–15 Minuten ein.

❌ Der Schrot fällt nach dem Backen von der Kruste

Nach dem Backen liegt der Roggenschrot auf dem Backpapier statt auf dem Brot. Das passiert, wenn die Oberfläche des Teiglings beim Wälzen nicht feucht genug war. Befeuchte den Verschluss (die Naht) großzügig mit Wasser – er muss richtig nass sein, nicht nur leicht angefeuchtet. Drücke den Teigling dann mit sanftem, gleichmäßigem Druck in den trockenen Roggenschrot und achte darauf, dass der Schrot die gesamte Oberfläche bedeckt. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst: Besprühe den ganzen Teigling mit einer Sprühflasche, bevor du ihn in den Schrot legst.

Detailaufnahme der aufgerissenen Kruste vom Limpurger Schrotlaib mit Röstaromen aus dem Brühstück

Hydration und Co. – für alle, die es genau wissen wollen

Kurz zur Einordnung: Dieser Teil ist für alle, die gern mit Zahlen arbeiten. Fürs Backen selbst brauchst du die Tabelle nicht – aber sie hilft, wenn du das Rezept anpassen oder mit anderen Rezepten vergleichen willst.

ParameterWert
Gesamtmehl500 g
Gesamtwasser350 g
Hydration70 %
Teigausbeute (TA)170

Wie fühlt sich der Teig an?

Mit 70 % Hydration und dem Brühstück im Teig ist er weicher als ein Standard-Brotteig, aber gut zu verarbeiten. Die Schrotstücke machen die Oberfläche etwas rau – das ist gewollt. Nach der Stockgare mit Dehnen und Falten wird er fester und lässt sich gut formen. Mit voller Bassinage (25–30 g) steigt die effektive Hydration auf etwa 75–76 %.

weizenmischbrot backen querschnitt

Noch Fragen zum Limpurger Schrotlaib? – FAQ

Welchen Schrot nehme ich – grob oder fein?

Grob geschrotet. Feiner Schrot saugt das Wasser im Brühstück zu schnell auf und wird matschig. Grober Schrot behält seine Struktur, gibt dem Brot Biss und sorgt für die körnige Textur in der Krume. Im Bioladen oder in der Mühle findest du ihn meistens als „Roggen-Vollkorn-Schrot grob“. Wenn du nur feinen Schrot bekommst, reduziere das Wasser im Brühstück um 20–30 g.

Kann ich statt Roggenschrot auch Weizen- oder Dinkelschrot verwenden?

Ja, aber das Ergebnis verändert sich. Weizenschrot schmeckt milder und weniger kräftig – die Röstaromen kommen nicht so intensiv durch. Dinkelschrot bringt eine leicht nussige Note mit, ist aber empfindlicher beim Rösten und verbrennt schneller. Roggenschrot ist hier die beste Wahl, weil er die Röstaromen am intensivsten entwickelt und dem Brot seinen kräftigen Charakter gibt.

Was ist Röstmalzmehl und wo bekomme ich es?

Röstmalzmehl ist geröstetes, enzymatisch inaktives Gerstenmalz. Es gibt dem Brot eine dunklere Krume, eine kräftigere Kruste und einen malzigen Geschmack. Du findest es in Biomärkten, Mühlenläden oder online – achte darauf, dass „inaktiv“ auf der Packung steht. Aktives Malz hat eine andere Wirkung und macht den Teig klebrig.

Warum ist im Rezept Hefe UND Sauerteig?

Der Sauerteig bringt Geschmack und Säure – die Hefe sorgt für zuverlässigen Trieb. Mit nur 50 g Anstellgut auf 400 g Mehl reicht die Triebkraft des Sauerteigs allein nicht aus, um das Brot in 3 Stunden Stockgare gut aufgehen zu lassen. Die 5 g Frischhefe geben dem Teig die nötige Sicherheit. Wenn dein Anstellgut sehr aktiv ist, kannst du die Hefe auch weglassen – dann verlängert sich die Stockgare auf 4–5 Stunden.

Kann ich das Schrotbrot auch ohne Gusseisentopf backen?

Ja. Backe das Brot auf einem Backstein oder Backstahl bei 250 °C und bedampfe kräftig: 100–150 ml Wasser in eine heiße Schale am Ofenboden gießen. Nach 15 Minuten den Dampf ablassen und bei 210 °C fertig backen, insgesamt 45–50 Minuten. Die Kruste wird anders – weniger gleichmäßig knusprig als im Topf, aber trotzdem gut.

Kann ich das Rezept auf 2 Brote verdoppeln?

Ja, verdopple alle Zutaten. Die Knetzeit verlängert sich um etwa 2 Minuten, weil die Maschine mehr Masse bewegen muss. Stockgare und Stückgare bleiben gleich. Beim Backen musst du die Brote nacheinander in den Topf geben oder zwei Töpfe gleichzeitig verwenden. Wenn du nur einen Topf hast, lass den zweiten Teigling im Kühlschrank warten, bis der erste fertig ist.

Wie lange ist der Limpurger Schrotlaib haltbar?

Durch das Brühstück, den Sauerteig und das Olivenöl hält sich das Brot 5–7 Tage bei Raumtemperatur in einem Brotbeutel oder einer Brotdose. Im Kühlschrank wird es schneller trocken. Eingefroren hält es sich mehrere Monate – ich schneide es vorher in Scheiben, dann kann ich einzelne Scheiben direkt im Toaster aufbacken.

Muss ich das Brot einschneiden?

Nicht zwingend, aber es hilft. Der Einschnitt gibt dem Brot eine kontrollierte Stelle, an der es beim Backen aufreißen kann. Ohne Schnitt reißt die Kruste unkontrolliert auf – das sieht wild aus, schmeckt aber genauso gut. Beim Limpurger Schrotlaib mit der Schrotdekoration reißt das Brot ohnehin etwas rustikaler auf.

Die Rezeptkarte für’s Weizenmischbrot zum Ausdrucken

Angeschnittener Limpurger Schrotlaib mit zwei Scheiben, saftige Krume mit feiner Porung sichtbar

Limpurger Schrotlaib – Rustikales Weizenmisch-Brot mit Röst-Brühstück

Vorbereitung 30 Minuten
Backzeit 55 Minuten
Ruhezeiten 7 Stunden
Rustikales Schrotbrot aus der Limpurger Gegend. Gerösteter Roggenschrot wird zum Brühstück, Weizen und Dinkel geben Struktur. Nussig, saftig, mit körniger Kruste aus Roggenschrot.
1 Brot
Bauernbrot, Mischbrot, Schrotbrot

Zutaten

Röst-Brühstück
  • 100 g Roggen-Vollkorn-Schrot grob
  • 150 g Wasser kochend
Hauptteig
  • Das kalte Röst-Brühstück komplett
  • 300 g Weizenmehl Type 550
  • 100 g Dinkelmehl Type 630
  • 50 g aktiver Sauerteig Anstellgut, frisch gefüttert
  • 5 g Frischhefe
  • 5 g Röst-Malz inaktiv
  • 12 g Salz
  • 20 g Olivenöl
  • 200 g Wasser kalt
  • 20-30 g Wasser extra Bassinage, bei Bedarf
Zum Wälzen
  • 3-4 EL trockener Roggen-Vollkorn-Schrot

Zubereitung

Schritt 1: Röst-Brühstück
  • Du röstest 100 g Roggenschrot in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 3–4 Minuten, bis er goldbraun ist. Dann übergießt du ihn mit 150 g kochendem Wasser, deckst die Schüssel ab und lässt das Brühstück mindestens 3 Stunden quellen.
Schritt 2: Vorteig ankneten
  • Gib 200 g kaltes Wasser, 50 g Anstellgut, 5 g Frischhefe und 10 g Honig in die Knetschüssel. Füge 300 g Weizenmehl Type 550 und 100 g Dinkelmehl Type 630 hinzu und knete alles 3 Minuten auf Stufe 1 an.
Schritt 3: Hauptteig kneten
  • Jetzt gibst du das abgekühlte Brühstück, 20 g Olivenöl, 5 g Röstmalzmehl und 12 g Salz dazu. Du knetest den Teig 5–8 Minuten auf Stufe 2, bis er sich vom Schüsselrand löst. Bei Bedarf arbeitest du 20–30 g Wasser als Bassinage tröpfchenweise ein.
Schritt 4: Stockgare mit Dehnen und Falten
  • Den Teig gibst du in eine leicht geölte Schüssel und deckst sie ab. Er geht 3 Stunden bei 22–24 °C. Nach 45 und 90 Minuten dehnst und faltest du ihn jeweils einmal.
Schritt 5: Formen und in Schrot wälzen
  • Du formst den Teig zu einer straffen Kugel und befeuchtest den Verschluss mit Wasser. Dann wälzt du ihn in trockenem Roggenschrot und legst ihn mit der Schrotseite nach unten in ein bemehltes Gärkörbchen.
Schritt 6: Stückgare und Ofen vorheizen
  • Das Gärkörbchen deckst du ab und lässt den Teigling 45–60 Minuten gehen. In der Zwischenzeit heizt du den Backofen mit dem Gusseisentopf auf 250 °C Ober-/Unterhitze vor – mindestens 45 Minuten.
Schritt 7: Einschneiden und Backen
  • Du stürzt den Teigling auf ein Backpapier und schneidest ihn etwa 1 cm tief ein. Dann hebst du ihn in den heißen Topf, setzt den Deckel auf und backst 40 Minuten bei 230 °C.
Schritt 8: Fertig backen und Auskühlen
  • Nach 40 Minuten nimmst du den Deckel ab, reduzierst auf 210 °C und backst das Brot 10–15 Minuten offen fertig. Danach lässt du es auf einem Rost mindestens 2 Stunden auskühlen.

Hast du das Rezept schon ausprobiert?

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Wenn du tiefer einsteigen willst:

Letzte Aktualisierung: 28.03.2026

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