Brotwissen · Probleme lösen

Dein Sauerteig-Starter geht nicht auf? So rettest du ihn

Ein Sauerteig-Ansatz, der sich nicht mehr rührt, ist nur ganz selten wirklich kaputt. Meistens hat er einfach Hunger, oder es ist ihm zu kalt, und mit ein paar Tricks ist er schnell wieder fit.

Von Bine16 Minuten LesezeitAktualisiert am 17.10.2026

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Du schaust in dein Starterglas, und da tut sich einfach mal … gar nichts. Kein Volumen, keine Bläschen … nichts! Er sieht aus wie gestern und riecht nach nassem, saurem Mehl, und am liebsten würdest du alles wegkippen. Dabei ist ein Starter in den allermeisten Fällen gar nicht hinüber. Mit ein paar kräftigen Fütterungen ist er wieder ganz der Alte. Gib deinem Starter also ruhig noch eine Chance.

Geht bei dir nicht der Starter, sondern dein Brotteig nicht auf, schau mal bei Sauerteigbrot geht nicht auf vorbei.

Frischer Ansatz oder alter Starter?

Schau dir zuerst an, wie alt dein Starter ist. Ein frischer Ansatz, den du vor ein paar Tagen angerührt hast, wirkt um die dritte, vierte Fütterung herum inaktiv. Da musst du gar nicht viel machen außer Geduld haben. Ein Starter, der schon Brote gebacken hat und jetzt eingefallen und grau im Kühlschrank steht, hat dagegen einfach Hunger oder ist zu kalt geführt. Und der braucht jetzt deine Hilfe.

Wie du einen Ansatz von Anfang an aufbaust, steht übrigens bei Sauerteig ansetzen.

Der häufigste Grund: Es ist ihm zu kalt

Steht dein Starter im Winter in einer kühlen Küche, zum Beispiel bei 18 °C, braucht er nach dem Füttern ewig, bis er sich verdoppelt, oder es tut sich sogar gar nichts im Glas. Das geht einem frischen Ansatz genauso wie einem Starter, der schon viele Brote gebacken hat. Die Oberfläche wölbt sich nicht, sie bleibt flach, und kaum ein Bläschen ist zu sehen. Dafür riecht er schärfer, eher nach Essig oder Alkohol, weil in der Kälte mehr Essigsäure entsteht als milde Milchsäure. Er wirkt dann richtig wie eingeschlafen.

Das kannst du tun: Stell ihn nach dem Füttern schön kuschelig warm. Ich stell meinen Ansatz dann bei eingeschaltetem Licht in den Backofen oder auf meine Wärmematte* [Affiliate Link]. Da misst ein Fühler die Temperatur im Teig und regelt die Wärme von selbst. Oben auf dem Kühlschrank geht’s auch, oder auf der Arbeitsplatte direkt über der Spülmaschine, wenn du so einen Platz hast. Nur bitte nicht direkt auf die Heizung oder auf eine Herdplatte stellen. 26 bis 28 °C sind ideal, über 30 °C sollten es nicht werden. Wie warm dein Backofen mit Licht wird, misst du am besten mit einem Thermometer nach, mit LED-Licht wird es nämlich kaum warm.

Wenn dein frischer Ansatz nicht aufgeht

Der Durchhänger am dritten, vierten Tag

Erst blubbert dein Ansatz munter vor sich hin, und um den dritten, vierten Tag ist plötzlich Ruhe im Glas. Er sieht aus wie am Tag davor und riecht nach nassem Mehl, manchmal auch ein bisschen nach faulem Obst. Also nicht wundern, das gehört in dieser Phase einfach dazu. Die Blasen an den ersten beiden Tagen kamen nämlich noch gar nicht von den Hefen, sondern von Bakterien, die nur am Anfang kurz Gas bilden. Sobald es im Glas saurer wird, verschwinden sie wieder, und bis sich Hefen und Milchsäurebakterien eingespielt haben, ist es eben ein paar Tage still.

Das kannst du tun: Füttere ihn einfach weiter, einmal alle 24 Stunden, bis er sich zum ersten Mal richtig verdoppelt. Öfter bitte nicht, auch wenn er noch keine einzige Blase zeigt. Viel hilft viel bringt hier überhaupt nichts, du verdünnst damit nur alles noch weiter. Bis ein frischer Sauerteigansatz backbereit ist, vergehen meist fünf bis sieben Tage, in einer eher kühlen Küche auch mal zwei Wochen.

Zu helles Mehl

Mit hellem Mehl kommt ein Ansatz langsamer in Gang. Im Roggenvollkorn sitzen viel mehr Hefen und Bakterien, und das Futter für sie bringt es gleich mit. Ganz „schlimm“ ist Weizen Type 405, vor allem das ganz günstige aus dem Supermarkt. Da stecken schlichtweg zu wenig Nährstoffe und wilde Hefen drin, und zum Aufpäppeln taugt es überhaupt nicht.

Das kannst du tun: Setz deinen Ansatz mit Roggenvollkorn an. Schwächelt er, gib ihm Vollkornmehl oder zumindest ein Mehl mit einer hohen Typenzahl, da stecken viel mehr Mineralien drin.

Liegt es am Leitungswasser?

Eher nicht. Bei uns in Deutschland wird Trinkwasser nur gechlort, wenn es nötig ist, vor allem bei Wasser aus Flüssen oder Talsperren. Und selbst dann sind höchstens 0,3 mg freies Chlor pro Liter erlaubt, das ist so wenig, dass es deinem Starter nichts ausmacht. Ob dein Wasserwerk überhaupt chlort, kannst du übrigens auf seiner Internetseite nachlesen, dort steht, was zur Aufbereitung ins Wasser kommt.

Das kannst du tun: Nimm ganz normales Leitungswasser direkt aus dem Hahn. Abstehen lassen oder abkochen musst du es nicht, und stilles Mineralwasser brauchst du dafür auch nicht zu kaufen. Viel wichtiger ist, wie warm das Wasser ist. Für einen frischen Ansatz nimmst du 35 bis 40 °C warmes Wasser, damit er gleich gut in Gang kommt. Miss das am besten mit einem Thermometer nach, denn über 45 °C wird es für die Hefen gefährlich. Zum Füttern deines fertigen Starters reicht dann Wasser mit 28 bis 30 °C.

Wenn dein Starter schon gebacken hat und jetzt schlappmacht

Er hat Hunger und ist zu sauer

Stand dein Starter länger im Kühlschrank, hat er fast keine Blasen mehr. Er ist in sich eingefallen und ein bisschen gräulich, und wenn du reinriechst, riecht er ziemlich sauer, fast schon nach Alkohol, vielleicht auch ein bisschen nach Aceton. Manchmal hat sich obendrauf sogar eine gräuliche, wässrige Schicht gebildet, der Hooch, auf Deutsch auch Fusel. Das ist eins der sichersten Zeichen, dass er Hunger hat. Rühr ihn mal um. Dann merkst du, dass er eher ein schmieriger Teig ist, ganz glatt und ohne Luft, so wie flüssiger Kitt.

Das kannst du tun: Gieß den Hooch zuerst ab. Dann nimmst du mit einem Löffel einen kleinen Teil aus der Mitte des Glases und fütterst nur den, und zwar in einem frischen Glas nach dem Rettungsplan. Gib bitte nicht einfach Mehl und Wasser zum ganzen alten Starter obendrauf. Dann fütterst du nämlich das ganze alte, saure Anstellgut mit, und das bremst ihn. Außerdem wird so dein Anstellgut mit jeder Fütterung mehr. Aus 20 g Starter werden so schnell 60 g, dann 180 g und dann über ein halbes Kilo.

Du hast das Mehl gewechselt

Dein Starter war bisher zuverlässig fit, und seit du ihn mit einem anderen Mehl fütterst, steigt er nur noch zögerlich. Das ist ganz normal, denn seine Hefen und Bakterien sind an das Mehl gewöhnt, mit dem du ihn angesetzt hast, und mit dem neuen Futter müssen sie sich erst zurechtfinden. Nicht wundern, wenn er sich dabei auch anders anfühlt. Ein Roggenstarter ist nach dem Füttern zäh und kittig, ein Weizenstarter eher flüssig wie dicker Pfannkuchenteig.

Das kannst du tun: Füttere ihn einfach ganz normal weiter, immer mit dem neuen Mehl, und stell ihn dabei schön warm. Nach zwei bis drei Fütterungen hat er sich umgestellt und geht wieder auf wie vorher, wie schnell, hängt vom Mehl und von der Temperatur ab. Danach bleibst du am besten bei diesem Mehl, denn jedes Hin und Her bringt ihn wieder aus dem Takt.

So rettest du deinen Starter

Egal ob dein Starter zu lange im Kühlschrank stand oder zu kalt geführt war, gerettet wird er immer auf die gleiche Art. Du nimmst einen Teil von deinem alten Starter, gibst frisches Mehl und Wasser dazu und stellst ihn schön warm. Ist er wieder hungrig, fütterst du ihn noch einmal. So bekommen die Hefen und Bakterien endlich wieder genug zu fressen, und das alte, saure Anstellgut bremst sie nicht mehr aus. Ein bisschen Geduld brauchst du dafür schon. Rechne mit ein, zwei Tagen, beim Weizenstarter manchmal etwas länger.

Wie viel Mehl und Wasser er bekommt und wie warm er es mag, hängt davon ab, ob du einen Roggen-, Weizen- oder Dinkelstarter hast. Deshalb findest du unten einen Weg für den Roggenstarter und einen für Weizen- und Dinkelstarter.

Zucker oder Hefe kommen bitte nicht ins Glas, auch wenn er sich partout nicht rühren will. Dann geht er vielleicht wieder auf, aber nur wegen der Backhefe. Seine eigenen wilden Hefen und Milchsäurebakterien kommen dabei gar nicht mehr zum Zug, und was dann im Glas steht, ist eher ein Hefeansatz als ein Sauerteig.

So rettest du deinen Roggenstarter: kräftig füttern mit 1:5:5

Ein Roggenstarter bekommt bei der Rettung ganz wenig altes Anstellgut und richtig viel frisches Futter. Je mehr frisches Mehl auf wenig Starter kommt, desto stärker wird die Säure verdünnt.

  1. Hooch abgießen. Die graue Flüssigkeit obendrauf gießt du einfach weg.
  2. Einen kleinen Teil aus der Mitte nehmen. Oben ist der Starter oft angetrocknet. In der Mitte findest du den Teil, der noch am besten in Schuss ist. Den Rest brauchst du nicht mehr.
  3. In ein frisches Glas geben und 1:5:5 füttern. Das heißt: Auf einen Teil Anstellgut kommen fünf Teile Roggenmehl, am besten Vollkorn, und fünf Teile Wasser mit 28 bis 30 °C. Gut verrühren, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist.
  4. Schön kuschelig warm stellen. Ideal sind 26 bis 28 °C, zum Beispiel im Backofen mit eingeschaltetem Licht.
  5. Nach 12 Stunden wiederholen. Wieder einen kleinen Teil in ein frisches Glas und wieder 1:5:5 füttern. Das machst du zwei- bis viermal, bis er sich zuverlässig verdoppelt.

Schon nach der ersten Fütterung wird er deutlich aktiver, bildet erste Bläschen, und der Geruch wird milder. Wirkt dein Starter nur ein klein bisschen schwach, reicht auch eine einzige Fütterung mit 1:2:2, also auf einen Teil Anstellgut je zwei Teile Mehl und Wasser.

So rettest du deinen Weizen- oder Dinkelstarter: 1:1:1 und richtig warm

Ein Weizen- oder Dinkelstarter wird anders gerettet. Er bekommt gleich viel Anstellgut, Mehl und Wasser, dafür aber deutlich mehr Wärme.

  1. Obendrauf aufräumen. Hat sich eine angetrocknete braune Schicht gebildet, hebst du sie mit einem Löffel ab. Steht Flüssigkeit obendrauf, gießt du sie weg.
  2. 1:1:1 füttern. Das heißt: gleich viel Anstellgut, Mehl und Wasser. Nimm dafür das Mehl, das er gewohnt ist, und Wasser mit 40 bis 45 °C. Das warme Wasser bringt ihn gleich auf Temperatur. Wärmer als 45 °C sollte es aber nicht sein.
  3. Bei etwa 30 °C stehen lassen, bis er sich verdoppelt und blubbert.
  4. Tut sich nach 24 Stunden nichts, mit Vollkorn nachlegen. Du fütterst ihn noch einmal 1:1:1, diesmal mit Vollkornmehl. Darin stecken mehr Nährstoffe und wilde Hefen, und das gibt ihm den nötigen Schubs. Danach verdoppelt er sich meist in etwa fünf Stunden.
  5. Langsam zurück zum hellen Mehl. Füttere ihn erst mit dunkleren Mehlen weiter und geh Schritt für Schritt zu seinem hellen Mehl zurück. So muss er sich nicht auf einen Schlag umstellen.

Sauerteig verdoppelt sich nicht: Woran du siehst, dass er wieder fit ist

Ob dein Starter wieder fit ist, merkst du schon beim Umrühren. Vorher war er eine feste, schmierige Masse wie flüssiger Kitt. Jetzt ist er luftig und voll durchzogen mit Blasen, er schäumt fast wie Mousse au Chocolat. Die Oberfläche wölbt sich schön nach oben, obendrauf sitzen lauter kleine Bläschen, und er riecht wieder mild-säuerlich statt scharf nach Essig.

Ganz sicher bist du aber erst, wenn du ihn wieder ganz normal fütterst, also 1:1:1 mit gleich viel Anstellgut, Mehl und Wasser. Ein Roggenstarter verdoppelt sich dann in vier bis acht Stunden, ein Weizenstarter mit seinem hellen Mehl in etwa drei. Schafft er das zwei-, dreimal hintereinander, kannst du wieder mit ihm backen. Und ist er beim Nachschauen schon wieder eingefallen, keine Sorge, dann hast du seinen Höhepunkt einfach verpasst. Mehr dazu findest du bei Wann ist mein Sauerteig fertig?.

Dinkel- und Weizenstarter brauchen ein bisschen länger

Ganz ehrlich, einen Weizen- oder Dinkelansatz, der gar nicht in Gang kommen wollte, hatte ich noch nie. Beim Ansetzen brauchen die beiden einfach ein bisschen länger als Roggen, denn im Roggenmehl stecken von Haus aus mehr Hefen, Bakterien und Mineralstoffe. Ist der Starter aber erst mal fertig, ist es genau andersrum. Dann verdoppelt sich ein Weizenstarter nach dem Füttern in etwa drei Stunden und steigt sogar ein bisschen höher als ein Roggenstarter.

Dein Ansatz ist noch frisch: Lässt er sich Zeit, ist das ganz normal. Füttere ihn mit Vollkornmehl, damit kommt er am schnellsten in Schwung. Nimm Wasser mit 35 bis 40 °C und stell ihn schön kuschelig warm.

Dein Starter hat schon gebacken: Braucht er nach dem Füttern deutlich länger als drei, vier Stunden, ist er nicht einfach langsam, sondern braucht Hilfe. Dann rettest du ihn wie im Rettungsplan beim Weizen- und Dinkelstarter. Mit Vollkornmehl verdoppelt er sich erst mal in etwa fünf Stunden, richtig fit ist er wieder bei etwa drei Stunden mit seinem hellen Mehl. Das erste Brot danach kann noch recht sauer schmecken, ein, zwei Auffrischungen mehr helfen.

Und falls du einen reinen Weizenstarter haben möchtest: Dafür ist vielleicht ein Lievito Madre genau das Richtige.

Wann ist ein Starter wirklich hinüber?

Ein Starter, der wirklich hinüber ist, stinkt absolut unappetitlich und abstoßend faul, richtig nach Erbrochenem. Er hat einen pelzigen Belag mit farbigem Schimmel in Grün, Blau, Schwarz, Orange oder Rosa, die Farben ziehen sich durch den ganzen Starter, und er ist schleimig und zersetzt. Das erkennst du sofort, glaub mir. Dann muss alles weg, denn die Pilzfäden breiten sich unsichtbar im ganzen Glas aus.

Alles andere ist meistens halb so wild. Ein scharfer Geruch nach Aceton oder Nagellackentferner heißt nur, dass er Hunger hat, und nach Essig riecht er meistens, weil es ihm zu kalt ist. Ein grauer Starter mit Hooch obendrauf ist auch einfach hungrig. Und ein glatter, weißer Film ohne Flaum ist Kahmhefe, die hebst du großzügig ab, bevor du aus der Mitte weiterfütterst. Ich selbst habe wegen dem Geruch noch nie einen Ansatz weggeworfen. Also lieber erst mal aufpäppeln, bevor du ihn wegwirfst.

Aufgeben solltest du erst, wenn sich nach allen vier Fütterungen, also nach etwa zwei Tagen, gar nichts tut, keine Bläschen und kein Steigen. Dann setzt du neu an oder lässt dir von einer Freundin etwas Anstellgut schenken. Mehr zu Gerüchen und Kahmhefe steht bei Sauerteig riecht nach Aceton.

Kannst du mit einem schwachen Starter backen?

Ich würde es ehrlich gesagt nicht machen. Ich hab’s selbst ausprobiert und Lehrgeld bezahlt, denn meine Brote sind einfach flach geblieben. Ein schwächelnder Starter schafft es nicht, einen ganzen Brotteig zu lockern. Deshalb päppelst du ihn lieber erst auf, bis er sich wieder zwei-, dreimal hintereinander verdoppelt. Wie du das siehst, steht oben bei Woran du siehst, dass er wieder fit ist. Ein fitter Starter darf bei mir übrigens ganz normal direkt aus dem Kühlschrank in den Vorteig. Ist er aber eingefallen oder riecht nach Alkohol, fütterst du ihn erst noch einmal und wartest, bis er wieder Blasen hat und leicht säuerlich riecht.

Musst du unbedingt backen, rettet dich ein bisschen Hefe im Brotteig. Etwa 2 g Frischhefe auf 500 g Mehl reichen, das ist ein erbsengroßes Stück. Dein Brot bleibt trotzdem ein Sauerteigbrot, denn die Säure kommt ja weiter aus dem Sauerteig. Für mich ist das aber nur eine Notlösung. Lieber nimmst du dir die ein, zwei Tage und päppelst deinen Starter vorher auf.

So bleibt dein Starter fit

Ein fitter Starter braucht gar nicht viel, nur ein bisschen Regelmäßigkeit.

  • Einmal pro Woche füttern. Im Kühlschrank reicht das völlig. Robert bekommt sein Futter immer donnerstags, 1:1:1 in einem frischen Glas, mit Roggenmehl Type 1150 und Wasser mit 28 bis 30 °C.
  • Erst Bläschen, dann Kühlschrank. Nach dem Füttern lässt du ihn ein, zwei Stunden draußen stehen, bis sich kleine Bläschen zeigen. Dann drehst du den Deckel zu, bis er greift, und ab in den Kühlschrank.
  • Vor dem Backen auffrischen. Die Fütterung am Tag vor dem Vorteig ist gleich das Auffrischen.
  • Pause einplanen. Kommst du zwei, drei Wochen nicht zum Füttern, gibst du ihm danach zwei, drei Fütterungen mit 1:5:5. Bist du länger als drei Wochen weg, trocknest du ihn besser vorher, wie das geht, steht bei Sauerteig aufbewahren.

Alles rund ums Füttern findest du bei Sauerteig füttern.

Robert sagt

„Wegwerfen? Mich? Nur weil ich mal ein, zwei Tage keine Lust hab? Ein bisschen Respekt, bitte. Ich hab schon ganz anderes überstanden. Stell mich ins Warme, füttere mich anständig und lass mich in Ruhe machen. Dann blubber ich auch wieder, versprochen. Bine weiß das. Die hat mich ja oft genug auf die Probe gestellt.“

Häufige Fragen zum Sauerteig-Starter

Kann man einen Sauerteig-Starter retten?

Ja, in den allermeisten Fällen. Bleibt dein Starter flach, blubbert nicht oder hat Hooch obendrauf, ist er meistens nur hungrig, oder es ist ihm zu kalt. Einen Roggenstarter fütterst du dann zwei- bis viermal alle 12 Stunden 1:5:5 und stellst ihn bei 26 bis 28 °C warm. Ein Weizen- oder Dinkelstarter bekommt 1:1:1 und steht bei etwa 30 °C.

Wie lange braucht ein Starter zum Aufgehen?

Ein fitter Roggenstarter verdoppelt sich nach dem Füttern 1:1:1 meist in vier bis acht Stunden, ein Weizenstarter in etwa drei. In einer kühlen Küche dauert es länger. Ein frischer Roggenansatz braucht bei Küchentemperatur meist fünf bis sieben Tage, bis er backbereit ist, kühl auch mal zwei Wochen. Weizen und Dinkel lassen sich beim Ansetzen noch etwas mehr Zeit.

Warum wächst mein Sauerteig ab Tag 3 nicht mehr?

Das ist der ganz normale Durchhänger eines frischen Ansatzes. Die ersten Blasen kommen noch nicht von den Hefen, sondern von Bakterien, die nur am Anfang Gas bilden und wieder verschwinden, sobald es saurer wird. Füttere deinen Ansatz einfach weiter alle 24 Stunden, aber nicht öfter, bis er sich zum ersten Mal richtig verdoppelt.

Wie aktiviere ich einen Starter aus dem Kühlschrank?

Ist er fit, mit Blasen und leicht säuerlichem Geruch, reicht die normale Fütterung am Tag vor dem Vorteig. Ist er eingefallen oder hat Hooch obendrauf, gießt du den Hooch ab, nimmst einen kleinen Teil aus der Mitte und fütterst ihn in einem frischen Glas 1:5:5. Nach 12 Stunden wiederholst du das, insgesamt zwei- bis viermal. Wirkt er nur leicht schwach, reicht einmal 1:2:2.

Wann ist ein Sauerteig-Starter kaputt?

Wenn er schimmelt oder abstoßend faul stinkt, muss er sofort ganz weg. Schimmel erkennst du an einem pelzigen Belag in Grün, Blau, Schwarz, Orange oder Rosa. Hooch, eine graue Farbe oder ein Geruch nach Aceton oder Essig sind dagegen kein Grund zum Wegwerfen. Tut sich nach allen vier Fütterungen, also nach etwa zwei Tagen, immer noch nichts, setzt du neu an.

Sauerteigbrot für Anfänger in Scheiben, dahinter der Laib im Gärkörbchen Zum Weiterbacken Sauerteigbrot für Anfänger Einfaches Rezept im Topf, ganz ohne Hefe. Gelingt auch beim ersten Mal. Einsteigerim Topf Zum Rezept

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Zwei Scheiben Sauerteigbrot mit Butter auf einem Teller, daneben eine Tasse Kaffee, eine Leinenserviette und Weizenähren am Fenster

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Bine in ihrer Küche, mit Schürze neben der Küchenmaschine

Über die Autorin

Hallo, ich bin Bine.

Mein erstes Brot habe ich 2016 gebacken, ganz ohne Bäckerlehre. Als drei Jahre später mein Roggenstarter Robert eingezogen ist, hat mich das Brotbackfieber vollends gepackt.

Heute lernst du bei mir Brotbacken ohne Schnickschnack: mit Rezepten, die funktionieren, und Fachartikeln, die aus Sauerteig keine Wissenschaft machen.

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6 Kommentare

  1. Hallo Bine,
    ich habe zum ersten Mal einen Starter angesetzt. Diesen hatte ich 5 Tage gefüttert, jeweils mit 100 g Mehl und 100 ml Wasser. Soweit ich mich erinnere, hat er keine Blasen gehabt und war auch nicht aufgegangen. Ich habe trotzdem einen Backversuch unternommen, mit 100g Starter. Das Ergebnis war ein Fladenbrot!
    Frustriert habe ich dann 200 g Starter in den Kühlschrank gestellt (für ein paar Wochen) und den Rest eingefroren. Bevor ich ihn nun wegwerfen wollte, habe ich Deine Rettungsversuche gelesen und will es nun noch einmal versuchen. Mein Starter richt stark alkoholisch. Ich werde also die alkoholische Flüssigkeit abgießen und dann mit 50g Starter, 100 g Roggenvollkornmehl und 100 ml lauwarmem Wasser einen neuen Versuch starten. Allerdings hat es in meiner Küche nur 17 Grad, ich werde ihn also auf den Balkon in die Sonne stellen.
    Aber was mache ich mit den restlichen 150 g Starter aus dem Kühlschrank und dem eingefrorenen? Denn von dem neuen Starter benötige ich ja wieder nur einen Bruchteil zum Backen, oder? Soll ich ihn dann weiter, zusammen mit dem Rest vom neuen im Kühlschrank aufbewahren? Das wird ja von Mal zu Mal mehr!
    Liebe Grüße
    Uli

    1. Hallo Uli,

      vielen lieben Dankf für deinen netten Kommentar. 🙂

      Ich finde es klasse, dass du trotz Fehlversuch, deinem Starter nochmal eine Chance gibst.

      Lass uns das mal gemeinsam aufdröseln.

      Aber als erstes, du musst für deinen Starter oder auch Anstellgut nicht so viel Mehl verfüttern. Das sind echt Mengen. :-O

      Ich empfehle immer nur eine kleine Menge Starter (auc ASG genannt) im Kühlschrank aufzubewahren. Und auch wirklich nur in kleinen Mengen zu füttern.
      Wenn du dann aus deinem Starter ein Brot backen willst fütterste du entweder einmal eine größere Menge oder aber du machst es wie viele andere Bäcker, du setzt mit einer kleinen Menge Starter einen Vorteig an. und mit dem backst du dann dein Brot.

      Ich bin gerade dabei und über arbeite meine „Starter“-Reihe, dazu werde ich morgen auch einen „Sondernewsletter“ veröffentlichen. Da steht dann alles drin, wie es am einfachsten geht.

      Aber hier schon mal der Link zum Artikel über die Pflege und das Füttern: https://bine-backt.de/sauerteig-fuettern/
      Und auch ein Link zum Artikel was man dann mit dem Starter machte … Vorteig oder direkt mit Anstellgut: https://bine-backt.de/sauerteig-vorteig/

      Aber jetzt retten wir zuerste deinen Starter.

      Du bist schon auf dem richtigen Weg. Allerdings, und das darfst du mir auf keinen Fall übel nehmen, in deinem Fall kann man noch nicht wirklich von „Starter“ sprechen wenn er beim ersten Versuch keine Bläschen hatte und auch noch nicht aufgegangen war. Probier es trotzdem, denn wenn er stark alhoholisch riecht, dann sind zumindeste in paar Kulturen vorhanden.

      Ich würde allerdings gleich weniger nehmen, da du jetzt recht häufig füttern musst um ihn wieder fit zu bekommen. Du solltest auch nicht 1:1:1 füttern, sondern in einem Verhältnis 1:2,5:2,5. (wir gehen hier mit dem Verhältnis höher, um den schwachen Kulturen genug Futter zur Verfügung zu stellen). Nimm 20g alten Starter, 50g lauwarmes Wasser und 50g Roggenvollkorn-Mehl verrühre es und stelle es warm. Wenn du mir schreibst du hast nur 17 Grad ist das natürlich eine echte Herausforderung. Sauerteig-Starter lieben es mollig .. 26-28 Grad wären schon besser. Du kannst ihn sicher in die Sonne stellen, aber was machst du denn wenn die Sonne weg ist? Wichtig ist eine konstante Temperatur während der Starter sich entwickelt. Vielleicht wäre es eine Alternative wenn du ihn bei eingeschaltetem Licht in den Backofen stellst? So hab ich das damals mit Robert gemacht.

      Später, wenn dein Starter fertig ist, brauchst du das nicht mehr, aber jetzt in der Anfangs- und Rettungsphase ist das ein ganz wichtiger Faktor.
      Füttere deinen Starter dann alle 12h mit diesem Fütterverhältnis bei 26 bis 28 Grad, mindestens aber 3x. Wenn noch genug Leben drin ist, sollte er sich erholen, bzw. sich fertig entwickeln können.

      Den von dir „eingelagerten“ Starter würde ich ehrlich gesagt wegwerfen. Ja ich weiß, das sind Lebensmittel, aber du kannst damit definitiv nichts anfangen, weil es ja eigentlich noch kein fertiger Starter mit vollentwickelten Kulturen ist. In Geld umgerechnet sind das vielleicht grad mal 5 Euro und es ist wirklich die Mühe nicht wert.

      Mein Starter Robert besteht immer aus knapp 60g Starter … ich füttere jeden Mittwoch 20g ASG mit 20g Mehl und 20g Wasser. Freitags mach ich einen Vorteig mit 20 bis 40g von diesem Starter, am Samstag mache ich aus dem Vorteig ein Brot. Den Starter den ich nicht für den Vorteig benötige wandert wieder in den Kühlschrank. Er wird dann am nächsten Mittwoch wieder aufgefrischt.

      Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen.
      Meld dich gerne wieder wenn du noch weitere Fragen hast.

      Alles Liebe von der Bine

  2. Chrissi

    Hallo Bine ich habe meinen Starter wohl im falschen Verhältnis gefüttert, das Anstellgut war 10 im Kühlschrank und ich hab ihn 1:1:1 gefüttert und er ist nicht aufgegangen. Habs am nächsten Tag nochmal mit drauffüttern versucht ca. dann 3:1:1. Wahrscheinlich ist er nun hinüber oder kann ich noch einen Rettungsversuch untenehmen? Danke und LG Chrissi

    1. Hallo Chrissi,

      ich denke, das bekommst du hin. 🙂
      Das Problem war wahrscheinlich das Verhältnis beim zweiten Versuch: Du hast jetzt sehr viel altes Anstellgut (Säure) und vergleichsweise wenig frisches Mehl (Futter). Die Hefen haben das bisschen Futter sofort aufgefressen und sind jetzt wieder im Tiefschlaf, weil die Säurekonzentration zu hoch ist. (Ich hab das doch richtig verstanden, dass du 3 Teile Starter, 1 Teil Mehl und 1 Teil Wasser verwendet hast … 3:1:1?)

      Versuch bitte folgendes:

      Nimm ein sauberes Glas und 10g von deiner jetzigen Mischung.
      Gib zu diesen 10g nun 50g lauwarmes Wasser (ca. 30 Grad) und 50g Mehl. Am besten nimmst du Roggenvollkorn oder Roggen Type 1150.
      Das ist ein Verhältnis von 1:5:5. Wir verdünnen die Säure und geben dem Starter massig Futter.

      Alles gut verrühren und warm stelle, bitte nicht in den Kühlschrank.
      24° bis 26° wären super.

      Nach 8 bis 12 Stunden sollte sich dein Starter wieder bewegen, sprich mindestens um 60% gewachsen sein. Falls das noch nicht so klappt, gib ihm noch einen Chance und wiederhole die Fütterung mit dem Verhältnis 1:5:5 wie oben beschrieben. Dann nochmal 12h warten.

      Das sollte klappen.

      Mach es doch in Zukunft so, wenn du deinen Starter gefüttert hast, dann lass ihn noch 1-2h im Warmen „anspringen“ und stell ihn erst dann in den Kühlschrank.

      Viel Erfolg, ich drück die Daumen.
      Liebe Grüße von der Bine

      1. Chrissi

        Danke Dir Bine,

        Genau zuerst hatte ich 1:1:1 gefüttert da tat sich gar nichts und dann habe ich diese Mischung am nächsten Morgen nochmal um die gleiche Menge Mehl und Wasser aufgefüttert wie beim ersten mal. Sodass sich quasi 3:1:1 ergeben hat.

        Aber siehe da jetzt nach fast 12 Stunden tut sich doch noch was!

        1. Hallo Chrissi,
          gern geschehen 🙂

          Wichtig ist eigentlich in den meisten Fällen: der Teil Anstellgut muss immer kleiner sein als der Mehl und Wasseranteil.

          Wenn du dir vorstellst du hast 100 hungrige Gäste (dein Starter im Kühlschrank) und du wirfst ihnen nur 1 Pizza hin (1 Teil Mehl und 1 Teil Wasser), wird keiner satt und alle sind sauer. Wenn du aber nur 10 hungringe Gäste hast (einen Teil deines Starters) und denen gibst du 50 Pizzen (viel Mehl und Wasser), dann werden alle satt und sind happy.

          Ich für meinen Teil füttere nie auf. Ich nehme z.B. 30g meines Starters aus dem Kühlschrank, füttere den 1:2:2 (wenn ich backen will) oder 1:1:1 als Erhaltungsfütterung. Das restliche Anstellgut „parke“ ich in einem Extraglas ungefüttert im Kühlschrank und verwende die Sauerteigrest für Auffrischbrötchen (die sind voll lecker, du brauchst aber Hefe dazu weil dein Starter ja nicht mehr aktiv ist) oder Cracker.

          Ich freu mich jedenfalls, dass wieder Leben in deinen Starter gekommen ist … manchmal dauerts einfach ein bisschen 🙂
          Viele liebe Grüße von der Bine